Einheitlicher Mehrwertsteuersatz? Pro/Kontra?

  • Zitat

    Original geschrieben von diger
    ...
    Und wenn ein Hund ein Luxusgut ist, warum gibt es keine Pferdesteuer?


    Wie ich schon geschrieben hatte:


    Pferde sind ein (sogar mit 7% UST steuerbegünstigtes) Nahrungsmittel - und einen Hund auf dem Teller könnte ich mir beim besten Willen nicht ...


    Frankie

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Das deutsche Steuerrecht soll ja das komplizierteste der Welt sein. Naja, das bringt zumindest Arbeitsplätze für Steuerbeamte. :D


    Diesen Mythos verbreiten die heimischen Steuerexperten immer gern, aber da sich Steuerexperten meist nur einen Überblick über das heimische Steuerrecht haben, kann man darauf nichts geben.


    Z.B. die US-Steuerbestimmungen sollen deutlich umfangreicher sein.


    Aber ich denke, auch jedes "alte" europäische Land dürfte seinen eigenen Wust an historisch gewachsenem Steuergestrüpp haben.

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Pferde sind ein (sogar mit 7% UST steuerbegünstigtes) Nahrungsmittel - und einen Hund auf dem Teller könnte ich mir beim besten Willen nicht ...


    Wobei ich jetzt weniger den rheinischen Sauerbraten meinte (wenn auch unheimlich lecker *mjamm*, sondern eher die autonome, noch laufende Einheit :D

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

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    Und wenn dann wieder Milliarden für nichts verpulvert wurden, und die Kassen noch leerer sind als vorher, dann wird halt wieder das Thema höhere Steuern auf den Tisch gebracht.


    Wieviel genau lässt sich denn einsparen, wenn man auf solche Bauten wie von dir genannt verzichtet? Im Vergleich zu den bestehenden Steuereinnahmen sind diese Projekte und die Ausgaben dafür ein schlechter Scherz.

  • Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Wieviel genau lässt sich denn einsparen, wenn man auf solche Bauten wie von dir genannt verzichtet? Im Vergleich zu den bestehenden Steuereinnahmen sind diese Projekte und die Ausgaben dafür ein schlechter Scherz.


    Ein Projekt mag ein Witz sein, aber schau doch mal, was allein letztes Jahr an Projekten abgelaufen sind, die nicht wirklich jetzt nötig waren. Wir reden hier nicht von ein paar Milliönchen, das sind Milliarden Beträge.


    Und das sind nur Dinge, die in der Presse zu sehen waren. Dazu kommen noch die ganzen Ausgaben der Kommunen. Täusche Dich da mal nicht, dass die Summe nur ein schlechter Scherz sei.


    Viele Dinge dringen ja gar nicht so an die Öffentlichkeit. Und man darf auch nicht die ganzen Subventionen vergessen, die große Konzerne bekommen, die es finanziell nicht nötig hätten, etc.


    Da kann man schon lange nicht mehr von einem schlechten Scherz reden. Sicherlich mag man "lachen" wenn mal eben für ein unsinniges Projekt, wie das Thema Nürburgring 270 Millionen Euro Steuergelder versenkt werden, wenn für eine Kanzler U-Bahn in Berlin 320 Millionen ausgegeben werden.


    Es sind immer nur "schlechte Scherz" Beiträge. 300 Millionen da, 500 Millionen hier, mal 30 Millionen dort, etc. Und das reiht sich immer schön weiter ein. Und das läppert sich ganz schön zusammen.


    Mittlerweile sind wir wohl abgestumpft, wenn mal wieder 500 Milliarden Euro (nicht Millionen) irgendwo den Bach runter gegangen sind, und auf die Staatsverschuldung mag das wirklich ein "schlechter Scherz" sein. Aber ich kann da keinen "schlechten Scherz" erkennen. Man sollte sich die Summen mal bildlich vorstellen, die da versenkt werden.


    Und vor allem sollte man sich mal überlegen, was damit alles finanziert werden könnte, anstatt noch mehr Steuern zu erheben (z.B. Pflegeversicherung).


    Und es bleibt eine Tatsache, das man Schulden nur durch Sparen abbauen kann. Und wenn man privat Schulden hat, dann wird eben kein neuer TV gekauft, weil der andere schon 2 Jahre alt ist, da wird kein neuer 5er BMW gekauft, weil beim 3 Jahre alten was klappert. Sondern da wird gespart.


    Und die, die es nicht tun, die landen früher oder später in der Insolvenz. Tja, nur wenn das einem Staat passiert, könnt Ihr euch die Folgen ja vorstellen...

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

  • Zitat

    Original geschrieben von diger
    Aber wenn eine Luxussteuer schon den Mittelstand trifft, ist was schief gelaufen. Und Sie kommt ja bei vielen Dingen auch bei den H4 Empfängern an, was ja nun mal gar nicht geht. Z.B. Hundesteuer; was ist an einem Hund schon Luxus. Und aus der Sicht eines vielleicht 55 jährigen, unverschuldet in die Situation geratenen "armen Schwein" der ausser seinem Hund vielleicht niemand mehr hat, könnte ich es gar nicht verstehen.


    Mir geht es nicht um eine weitere Luxussteuer für Hunde, sondern lediglich darum, dass deren Futter genauso besteuert wird, wie z.B. Windeln. Wenn der "55 jährige, unverschuldet in die Situation geratene" eine neue Leine, ein Körbchen oder sonstwas kauft, beschwert sich ja auch keiner über die 19% und wie hart diese ihm zusetzen. Bei der 82 jährigen Oma und ihrer Katze habe ich es ja auch schon geschrieben: Wer die geringen Mehrkosten für das Futter nicht aufbringen kann, sollte sich überlegen, ob er überhaupt gescheit (finanziell gesehen!) für ein Tier sorgen kann - denn da können noch einige andere, unkalkulierbare Kosten auf einen zukommen. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass Tiernahrung auch bei einer Mehrwertsteuerreform ermäßigt bliebt - das ist doch ein verdammt heißes Eisen und die Katzen- und Hundelobby darf nicht unterschätzt werden ;)

  • Ich gebe Dir vollkommen recht, das verschiedene Steuersätze, für teilweise ähnliche Produkte, nicht die beste Lösung ist.


    Allerdings bin ich dagegen, das mal wieder in Berlin jemand eine Steuer gefunden hat, die man erhöhen kann. Wenn man hingeht und beide Steuern angleicht (also die 19% runter, die 7% rauf), so das bei den Bürgern aber die reale Kaufkraft gleich bleibt (was natürlich bedeutet, das Null Euro an mehr Steuern eingenommen wird) wäre ist sofort dabei.


    Aber diese Spirale, die Leute immer weiter zu belasten, den Mittelstand dabei zu demontieren, muß aufhören. Auch wenn es vielen natürlich noch gut geht, und das ein Jammern auf hohem Niveau ist, so steigt aber die Zahl derer, die immer mehr in Finanzielle Nöte geraten.


    Und wo die "Oma" vor 5 Jahre sich die Katze locker leisten konnte, ist das heute schon ein Problem, besonders bei den "ungeplanten" Kosten (z.B. Tierarzt). Und wenn man dann noch das Futter teurer macht, ist der Ofen einfach aus. Und das Argument, wer es sich nicht leisten kann, soll es lassen, finde ich sehr polemisch.


    Und unter diesen Voraussetzungen bin ich gegen die Erhöhung der Steuern, denn was anderes ist es nicht. Es geht nicht um einen einheitlichen Steuersatz, es geht lediglich um mehr Geld in den Steuerkassen.


    Es kann einfach nicht mehr so weiter gehen wie jetzt. Das sollte doch wohl klar sein. Wir leben über unsere Verhältnissen.

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    und einen Hund auf dem Teller könnte ich mir beim besten Willen nicht ...


    Das würde der Koreaner anders sehen.

    Zitat

    Original geschrieben von diger Und hier liegt das ganze Übel. Es muß endlich mal die Bremse gezogen werden. Dann können sich halt die nächsten 10 Jahre keine Architekten noch zu Lebzeiten ein Denkmal setzen, dann werden halt irgendwelche Prachtbauten in den Städten erst mal nicht gebaut, vor allen nicht bei Bauten, wo man erst in 20 Jahren einen Gewinn erwartet, etc. pp.


    Ich denke gerade bei Gebäuden werden bestimmt 20 Jahre zur Amortisation gebraucht. Bei 500 EUR Miete im Monat werden 20 Jahre benötigt um 120.000 EUR zusammen zu haben. Jedoch muss der Vermieter die Einnahmen versteuern und für die Instandhaltung der Immobilie sorgen. Bei Gewerbebauten mag das anders aussehen.

    _T_
    HO2
    IW0
    GE0

    HR4 (konvertierte 2019 nach 8 1/2 Jahren von Android zu iOS)  iPhone 12 Pro  Apple Watch Series 8 45mm GPS + LTE  MacBook Air M2 

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    Original geschrieben von diger
    Wobei ich jetzt weniger den rheinischen Sauerbraten meinte (wenn auch unheimlich lecker *mjamm*, sondern eher die autonome, noch laufende Einheit :D


    Auch darüber hat die Steuerverwaltung nachgedacht und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass ein Lebensmittel auch durch eine "Zweckentfremdung" nicht seinen eigentlichen Charakter als Lebensmittel verliert. ;)


    Und zwar auch dann, wenn durch die Zweckentfremdung ein höherer Ertrag entsteht, als bei der gewönlichen Verwendung - wie etwa bei der Verwendung eines Nahrungsmittels als Turnierpferd. In so was ist der Deutsche Gesetz- und Verordnungsgeber sehr gründlich. Wenn man ihm das vorwirft, sieht man aber genau am "Pferdefall", wie wichtig es ist, solche Fragen geregelt zu wissen. :p


    Frankie

  • Zitat

    Und es bleibt eine Tatsache, das man Schulden nur durch Sparen abbauen kann. Und wenn man privat Schulden hat, dann wird eben kein neuer TV gekauft, weil der andere schon 2 Jahre alt ist, da wird kein neuer 5er BMW gekauft, weil beim 3 Jahre alten was klappert. Sondern da wird gespart.


    Oder du musst höhere Einnahmen erzielen. Oder gilt diese Logik nicht? ;)


    Zitat

    Ein Projekt mag ein Witz sein, aber schau doch mal, was allein letztes Jahr an Projekten abgelaufen sind, die nicht wirklich jetzt nötig waren. Wir reden hier nicht von ein paar Milliönchen, das sind Milliarden Beträge.


    Wie gesagt: schon Bauten allein sind im Vergleich zu den Gesamtausgaben nicht gerade bedeutend. SInnlose Bauten dann prozentual noch weniger. Der Staat nimmt insgesamt pro Jahr um die 500 Milliarden € ein. Davon kann man 1.500 U-Bahnen im Stil der U55 bauen. Pro Jahr! Mal davon abgesehen, dass diese U-Bahn ja durchaus ihren Sinn hat - wenn sie denn komplett fertig ist, was aber gerade realisiert wird. Sie steht ja nicht einfach so in der Gegend rum und wird von keinem benutzt. Solche Projekte gibt es noch weniger.

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