Bundestagswahl 2013

  • Da es zu einer Alleinherrschaft nicht reicht, wäre eine Koalitionsregierung (mit Mehrheit) prinzipiell das Gescheiteste.


    Und auch wenn es mir nicht passt: In allen mir bisher bekannten Umfragen betreffend rechnerisch mögliche Koalitionen liegt die GK weit vorn. Das darf man nicht ignorieren - selbst wenn es schwerfällt.

  • Anstatt, dass sich die Diskussionsteilnehmer hier in bizarren Versuchen überbieten, die vermeintlichen Motive von Millionen Wählern aus dem Kaffeesatz zu lesen, hätte mal einer auf das Argument eingehen können, dass das Wahlprogramm der Linke und das Wahlprogramm der SPD nicht kompatibel sind. Aber wozu mit Fakten beschäftigen, wenn man so schön fabulieren kann, gell?

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  • Zitat

    Original geschrieben von Felsen2000
    Anstatt, dass sich die Diskussionsteilnehmer hier in bizarren Versuchen überbieten, die vermeintlichen Motive von Millionen Wählern aus dem Kaffeesatz zu lesen, hätte mal einer auf das Argument eingehen können, dass das Wahlprogramm der Linke und das Wahlprogramm der SPD nicht kompatibel sind. Aber wozu mit Fakten beschäftigen, wenn man so schön fabulieren kann, gell?


    Stimm dir da vollkommen zu und hab das glaub ich irgendwo auch schon angemerkt, dass nur weil alles links ist das noch lange nicht automatisch RRG ergeben kann und muss. Führt für mich wieder dazu, dass Linke-Wähler mit Protestwählern gegen die "großen" vier Partien gleichzusetzen sind.

  • Eigentlich sind doch Alleinregierungen und Koalitionsregierungen immer undemokratisch weil die Oppositionsparteien weniger Moeglichkeiten haben.


    Am demokratischten waere doch immer eine Expertenkabinett das mit wechselnden Mehrheiten Regiert.


    CDU: Bundeskanzler und 5 Ministerien
    SPD: 5 Ministerien
    Linke: 2 Ministerien
    Gruene: 2 Ministerien
    CSU: 2 Ministerien


    Dann koennte zum Beispiel die CDU mit der SPD die Eurofinanzpolitik und Bundeswehreinsaetze bestimmen, aber andererseits die SPD mit Gruenen und Linken einen Mindestlohn und die Doppelte Staatsbuergerschaft beschliessen.

  • Den Führungsanspruch zur Regierungsbildung hat eindeutig die Union und Angela Merkel. Sie sind die Wahlsieger vom vergangenen Sonntag. Eine rechnerisch mögliche RRG Regierung hat keinerlei demokratische Legimitation, da ein solches Bündniss von SPD und Grünen vor der Wahl ausgeschlossen wurde. Darauf muß der Wähler sich auch verlassen können. Die Mehrheit der Bürger will nun mal die große Koalition. Wir brauchen eine handlungsfähige Regierung für unser Land. Das müßte die SPD eigentlich auch sehen, und darf deshalb nicht parteitaktische Spielchen über die Interessen unseres Landes stellen und den Eintritt in eine große Koalition nicht verweigern. Außerdem käme eine Regierung unter Beteiligung der Linken einen Himmelfahrtskommando gleich, welches unser Land wirtschaftlich in einen tiefen Abgrund stürzen würde. Allen Bürgern würde es dann sehr bald sehr viel schlechter gehen. Deshalb Finger weg von RRG:

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • bernbayer:


    Zitat

    Den Führungsanspruch zur Regierungsbildung hat eindeutig die Union und Angela Merkel.


    Ach ja? Weil sie sie die stärkste Fraktion stellt? Dann ja, aber eine Regierung bilden kann sie alleine nicht.


    Zitat

    Eine rechnerisch mögliche RRG Regierung hat keinerlei demokratische Legimitation, da ein solches Bündniss von SPD und Grünen vor der Wahl ausgeschlossen wurde.


    Aber nicht vom Wähler, sondern von der Parteispitze. Im übrigen kann man DEIN Ergebnis auch umdeuten: Man hat gerade alle drei linken Partien gewählt, trotz des Ausschlusses.


    Zitat

    Darauf muß der Wähler sich auch verlassen können. :


    Stimmt, das sollte man auch der CDU sagen. Denn Wahlversprechen halten fällt da ja auch schwer... das zeigte die Vergangenheit.



    Zitat

    Wir brauchen eine handlungsfähige Regierung für unser Land. :


    Ja, dann soll sich Frau Merkel ihre Koalitionspartner suchen. Das wird schwer, denn dazu muss man auch überzeugen können....


    Zitat

    und darf deshalb nicht parteitaktische Spielchen über die Interessen unseres Landes stellen :


    DAS sagt jemand, der von der CDU überzeugt ist? Buahah.


    Zitat

    Außerdem käme eine Regierung unter Beteiligung der Linken einen Himmelfahrtskommando gleich, welches unser Land wirtschaftlich in einen tiefen Abgrund stürzen würde. Allen Bürgern würde es dann sehr bald sehr viel schlechter gehen. Deshalb Finger weg von RRG:


    Warum? Erkläre bitte. Banales "Bashen" bringt nichts.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Da die AfD nicht im Bundestag ist, ist jede Auseinandersetzung darüber ja ziemlich akademisch. Trotzdem haben Sie ein interessantes Argument gebracht, dass es zu beleuchten lohnt.



    Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    ...Ebenso von humorlosen Oberlehrern, die diese Partei auszeichnen. Auf die weibliche Wählerschaft wirkte das schon mal abtörnend.


    Also mal ganz abgesehen davon, dass zumindest Lucke und Petry, die ich beide persönlich kenne, ausgesprochen humorvolle Menschen sind - aber Sie dürfen natürlich gern Ihre eigene Art von Humor pflegen. Passt schon. Adam ist dagegen wirklich ein sehr ernsthafter Mensch, aber jeder Jeck ist anders, nicht war?


    Aber zurück zu Ihrem Argument: was sagt die Wählerstruktur über eine Partei aus?
    Alter: Die AfD hat praktisch keinen Rückhalt in der wichtigen Wählergruppe ab 60. Hier räumt die CDU praktisch alles ab, ein paar wählen noch die SPD. In der Gruppe der jungen Wähler ist die AfD dagegen stark und wäre locker in den Bundestag eingezogen, wenn es denn noch in relevanter Zahl junge Wähler gäbe. Da aber der Deutsche an und für sich ausstirbt wachsen auch kaum noch junge Wähler nach - schlecht für die AfD.


    Beim Geschlecht wählen etwas mehr Männer als Frauen die AfD. Das trifft auch auf die FDP zu, so dass man feststellen kann: Themen wie Finanzwirtschaft, Kredite, Wechselkurse scheinen für einige Frauen kein sexy Thema zu sein. Während das Mein-Freund-der-Baum-Thema der Grünen für Frauen ziemlich sexy zu sein scheint, denn die Grünen werden von mehr Frauen als von Männern gewählt.


    Bei den Berufen stellt man fest, dass Arbeitslose und Renter kaum Interesse an der AfD haben. Naja, bei den Rentnern ist das klar: wir haben schon festgestellt, dass 60+ kaum Interesse an der AfD hat. Interessant ist, dass Arbeiter ein hohes Interesse an der AfD haben. Sie werden bestimmt ein paar abqualifizierende Attribute für die Arbeiter finden um zu erklären, warum die die AfD wählen.


    Diese Informationen kann man noch mit der Wechselbewegung kombinieren. Die AfD hat einen hohen Zustrom von der FDP; das war zu erwarten. Direkt danach kommen aber schon Wähler aus dem politisch linken Lager. Bemerkenswert ist auch, dass in keinem einzigen Bundesland die NPD Stimmen an die AfD abgegeben hat. Was lernen wir daraus? Das die AfD nicht mal ansatzweise eine rechte Partei ist. Weder das Wahlprogramm (Zuwanderung, mehr Rechte für Asylbewerber, Volksabstimmung), noch die Wähler haben auch nur eine Spur "Rechts". Statt dessen kann man das vorherrschende Motiv der AfD-Wähler so beschreiben: "Ich habe mir mühsam einen bescheidenen Wohlstand erarbeitet und will den jetzt auch behalten"



    Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Mein klares Sachthema ist die Diskrepanz zwischen Ihrer liberalen Darstellung der Parteiziele und der Erwartung der tatsächlichen Wähler dieser Partei, die gemäß Ihrer Aussage ja vornehmlich von den Medien belogen worden sein sollen, und nun folglich falsche Erwartungen haben. Ehemalige Wähler der Linkspartei passen da nicht so richtig zu den Programminhalten.


    Möglicherweise passen Ihre simplen Vorstellungen vom typischen linken Wähler nicht zu den realen Menschen mit deren komplexen Zielen und Wünschen? Wie auch immer; dass die Politiker und Medien gelogen haben, muss ja nicht heissen, dass die AfD-Wähler das auch geglaubt haben. So weit ich das in Gesprächen und Diskussionen mitgenommen habe, war das Gegenteil der Fall: die Sympathisanten der AfD sind Menschen, die den Sprüchen vom "braunen Mob" in der AfD nicht (mehr) geglaubt haben. Deswegen gibt es auch keine Diskrepanz zwischen der Wählererwartung und den Parteizielen.


    Allerdings hat -meiner Meinung nach- die Schmutzkampagne bei Menschen ihre Spuren hinterlassen, die ansonsten in Erwägung gezogen hätten, die AfD zu wählen. Wenn jemand wie Schäuble von der AfD als "undemokratischer Partei" spricht, dann hinterlässt das Spuren. Das ich persönlich Schäuble für solche Lügen verachte, brauche ich kaum zu erwähnen. Erwähnen sollte man aber noch, wie heutzutage im deutschen politischen Spektrum mit bürgerlich-liberalen Parteien umgegangen wird: es gab viele tätliche Angriffe auf Politiker und Parteimitglieder AfD; Wahlplakate wurden zu Tausenden abgerissen; Sachbeschädigung ohne Ende (zerstörte Autos, Wahlstände); auf die Webseiten der AFd gab es mehrere Angriffe, einige dabei ziemlich kriminelle - erwähnenswert zum Beispiel ein Versuch, eine Spendenseite zu torpedieren, in dem mit gefälschten Kreditkarteninformationen Spenden vorgetäuscht wurden, die nicht echt waren.


    Demokratische Toleranz scheint in einigen politischen Lagern Mangelware zu sein. Aber wer weiß, vielleicht reden Sie sich solche SA-Methoden auch schön, so im Sinne von "Trifft ja die richtigen"?

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  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
      Merlin:


    Eben. Aber manche verstehen das hier einfach nicht. Es hat ja keiner CDU oder SPD gewählt, damit die beiden eine GK bilden. Im Gegenteil.


    Hast Du jeden einzelnen Wähler befragt, oder woher nimmst Du diese Weisheit? Wenn ich die Umfragen von infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen in den vergangenen Monaten richtig in Erinnerung habe, war die Große Koalition immer die beliebteste Kombination. Die Meinungsforscher haben zwar auch nicht alle Wähler befragt, aber irgendwie schätze ich deren Kompetenz mindestens so hoch ein wie Deine. ;)

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