Bundestagswahl 2013

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Steinbrück hat in seinen 100 Tage-Regierungs-Programm unter anderen einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro Stunde angekündigt. Das ist ziemlich unglaubwürdig, er war doch früher ein energischer Gegner eines Mindestlohnes und hat das auch mit Arbeitsplatzverlusten begründet. Der Mann muß sich total innerlich verbiegen, wenn er jetzt das Gegenteil davon will.


    Problem ist eigenltich das 8,50€ Mindestlohn zu wenig sind als das man damit den Betroffenen helfen koennte.


    Das sind 1.249,50€ brutto was dann im Schnitt so ~943€ netto gibt. Wenn man da die Kosten abzieht bleibt den Betroffenen auch nicht mehr als Arbeitslosen oder Aufstockern.


    943€ Netto
    - 400€ Miete und Wohnung
    - 80€ Fahrtkosten zur Arbeit
    - 80€ Mehrkosten fuer Essen auf Arbeit
    =============================
    383€ Rest für die Lebenshaltung


    Das heist das Einkommen ist dann gerade so hoch, das die Betroffenen ohne Aufstockung ueber die Runden kommen, aber sie haben nicht mehr Geld in der Tasche als wie wenn sie nur 5€ bekommen und Aufstocken.

  • Das ist doch gerade auch ein Problem des Mindestlohns, setzt man ihn relativ niedrig an, bringt es den allmeisten Betroffenen kaum etwas, setzt man ihn sehr hoch an, geht der Arbeitsplatz des Beroffenen evtl. verloren, dann bringt es ihm erst recht nichts.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Problem ist eigenltich das 8,50€ Mindestlohn zu wenig sind als das man damit den Betroffenen helfen koennte.


    Das sind 1.249,50€ brutto was dann im Schnitt so ~943€ netto gibt. Wenn man da die Kosten abzieht bleibt den Betroffenen auch nicht mehr als Arbeitslosen oder Aufstockern.


    ich denke sogar dass Mindestlöhne im Dienstleistungsgewerbe negativ sind.


    Ich war neulich beim Friseur, kurz nachdem dort die Mindestlöhne eingeführt wurden. War alles OK, gleich drann gekommen und alles perfekt. Also schon gedacht dass ich wie immer bei 18€ wenn mit Service zufrieden einen 20€-Schein hinlege weil die doch so schlecht verdienen...


    Aber dann sagt die Dame dass es 20€ kostet, die gab es dann auch. Ich behaupte mal dass es ihr ohne Mindestlohn besser gegangen wäre, durch den Mindestlohn profitiert höchstens das Finanzamt.


    Wenn ich so überlege, 20 Minuten pro Kunde, 1-2€ gaben sicher die meisten, bei angenommen 7,50€ Stundenlohn+3-6€ Trinkgeld, hmm, recht guter Gehalt. Aber das war vor dem Mindestlohn ;)

  • Ein hoeherer Mindestlohn wuerde schon was bringen.


    Weil nicht alle Niedriglohnjobs verloren gehen wuerden sondern vielleicht hoechstens die Haelfte. Die andere Haelfte wirde direkt profitieren.


    Und die andere Haelfte waere dann zwar vielleicht wieder arbeitslos. Aber finanziell waere es kein Verlust, weil sie ja trotz Arbeitslosigkeit noch genausoviel Geld haetten wie vorher.


    Einziger Preis waere das die Arbeitslosigkeit dann nicht mehr bei 6 - 7,5 % sondern wieder bei 9 - 11 % waere.

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Und die andere Haelfte waere dann zwar vielleicht wieder arbeitslos. Aber finanziell waere es kein Verlust, weil sie ja trotz Arbeitslosigkeit noch genausoviel Geld haetten wie vorher.


    Einziger Preis waere das die Arbeitslosigkeit dann nicht mehr bei 6 - 7,5 % sondern wieder bei 9 - 11 % waere.


    und die Schwarzarbeit wird ebenfalls ansteigen wenn viele "Dienstleister" ihre steuerpflichtige Arbeit verlieren und die Preise der verbleibenden ansteigen...


    Der Mindestlohn betrifft ja oft Jobs die ohne große Ausrüstung zuhause betrieben werden können

  • Was soll das bitte für eine Argumentationskette sein, dass Trinkgeld in den Lohn eines Frisörs einzurechen? Und du weist auch, dass ein Haarschnitt für 7,50 Euro bedeutet, dass du


    a) den Wert des handwerks nicht zu würdigen weist und
    b) der Frisör (nicht der Ladeninhaber!) daran nicht 7,50 Euro verdient, selbst wenn er drei Kunden schneidet.....


    Da fällt mir nichts mehr zu ein. So kann man natürlich auch gegen den Mindestlohn sein....

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    a) den Wert des handwerks nicht zu würdigen weist und
    b) der Frisör (nicht der Ladeninhaber!) daran nicht 7,50 Euro verdient, selbst wenn er drei Kunden schneidet.....


    die 7,50 sind das übliche Gehalt vom Frisör, ich habe weiter oben geschrieben was ich bezahle. Ich habe vor dem Mindestlohn 18€ bezahlt, jetzt hat es 20 gekostet was natürlich das sonst übliche Trinkgeld auf 0 reduziert hat.


    Warum soll ich bei Dienstleistern das Trinkgeld nicht einrechnen ? Das ist doch kein Geheimnis dass manche Berufe zwar ein geringes Grundgehalt haben aber durch gute Leistung im Normalfall durch Trinkgeld sehr gut verdienen. In der Produktion oder überall ohne Kundenkontakt hat man diese Möglichkeiten nicht.



    Aber Haare schneiden für 7,50 hört sich toll an, für mich als sparsamen Schwabe bekomme wird das aber leider nichts, hier fängt schlechte Leistung bei 13€ an und für gute Frisöre muß man gut 16-20€ zahlen ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Das ist ziemlich unglaubwürdig, er war doch früher ein energischer Gegner eines Mindestlohnes und hat das auch mit Arbeitsplatzverlusten begründet. Der Mann muß sich total innerlich verbiegen, wenn er jetzt das Gegenteil davon will.
    Hier ein entsprechender Link wo man klar sieht wie seine Position war:


    Wie gut, dass Mutti seit Jahren ihre alten Positionen vehement verteidigt: Atomausstieg, tariflicher Mindestlohn, Abschaffung der Wehrplicht, usw. Da ist sie auch wie ein Fähnchen im Wind.


    Das gute ist nur, sie muss sich nicht verbiegen, weil sie schon gar keine politischen Ziele hat, für die sie kämpft, außer dem Machterhalt natürlich.

  • Selbst wenn ein gesetzlicher Mindestlohn auf 6,- € festgelegt würde, gäbe es noch etliche Gewinner.


    Stellungnahmen von Seiten der Union beinhalten stets die Aussage, dass darunter liegende Löhne ohnehin sitten- und rechtswidrig wären, so dass es eine solche Regelung nicht bräuchte.


    Aber:
    Die Realität beweist das Gegenteil! Solche Löhne gibt es durchaus!




    Apropos Friseure:
    Herrenhaarschnitte sehe ich im Wesentlichen als "Beifang". Selbst wenn unser Friseur mir für lau die Haare schneiden würde, hätte er in Würdigung dessen, was meine Frau an Moneten über die Ladentheke reicht, noch exzellent verdient. :p


    Heerenhaarschnitte (jedenfalls als Ergebnis einer Mischkalkulation) halte ich für wenig aussagekräftig und eignen sich m.E. nicht wirklich als Diskussionsgrundlage.

  • Zitat

    Original geschrieben von hottek
    Wenn ich so überlege, 20 Minuten pro Kunde, 1-2€ gaben sicher die meisten, bei angenommen 7,50€ Stundenlohn+3-6€ Trinkgeld, hmm, recht guter Gehalt. Aber das war vor dem Mindestlohn ;)


    So schwätzed nur Leute, die überhaupt keine Ahnung haben!


    Was glaubst du denn kosten Miete, Strom, Wasser, Heizung und Instandhaltung des Salons? Welche Sozialleistungen müssen für einen Mitarbeiter abgeführt werden? Welche Versicherungen müssen bedient werden und welche Mitgliedsbeiträge für Berufsgenossenschaften etc.? Wovon wird Arbeitsmaterial wie hochwertige Scheren, Rasierer, Föns, Handtücher und all das bezahlt?


    Du schwafelst hier so, als wären die genannten Beträge der Nettolohn des Frisörs, der dir die Haare schneidet, als könnte er diese Geld 1:1 in die Tasche stecken. Das ist eine völlig unfähige Rechnung auf Kindergartenniveau. Ich kenne zwar die BWA eines durchschnittlichen Friseursalons nicht, aber deine simple Rechnung ist einfach nur Müll.


    Wenn der Salon die Preise erhöht macht er das nicht um reich zu werden, das dürfte unmöglich sein wenn man nicht Udo Waltz heißt und nahezu jeden Preis nehmen kann. Auf dem Land wird es eher darum gehen, überhaupt zu überleben.
    Wenn du jetzt das Trinkgeld kürzt hat der Frisör selber dieses Geld weniger in der Tasche, denn einzig das Trinkgeld kann er wirklich unkompliziert einstecken.


    Ich würde mich schämen wenn ich jemandem, mit dessen Leistung ich zufrieden bin und der bekanntlich wenig verdient, sein Trinkgeld vorenthielte.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

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