Schweizer Volksabstimmung über Zuwanderung

  • Dann sollte man wissen wo man hin zieht :p


    Edit: so, wieder daheim.
    Versteht mich nicht falsch, klar sind Steuern wichtig. Daran besteht kein Zweifel aber ich denke das einige einfach übertreiben. Selbstverständlich zahle ich gerne Steuern weil ich natürlich auch was davon habe. Wenn ich auf der anderen Seite jedoch sehe das die Politik einfach nur korrupt ist, mit jedem Lobbyisten in die Kiste steigt und ich am Ende noch mehr zahlen darf dann wünsche ich mir diese Leute einfach weg weil ich will das möglichst viel von meinem Geld auch bei mir bleibt.

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat

    Original geschrieben von Nordisc
    ... Würde ich manche SVP-Auftritte und Interviews mal auf unsere Situation in Deutschland übertragen, hätten wir mehr als nur einen Skandal dabeigehabt. Dabei ist die zum Teil ebenfalls populistische Stimmungsmache unserer AfD-Spezis noch harmlos.
    ....
    Es können im Moment gar nicht so viele Universitäts- und ETH-Absolventen produziert werden, wie es Bedarf an diesen qualifizierten Leuten gibt. Das hängt auch an der im Vergleich zu Deutschland viel niedrigeren Matura-Quote zusammen .....


    Und hier zeigt sich ein kultureller Unterschied zwischen D und CH, der mir bei der langjährigen Beobachtung der Schweizer Presselandschaft und der Leserkommentare aufgefallen ist: die unverhohlene Feindlichkeit gegenüber höherer Bildung im rechten politischen Spektrum der Schweiz.


    Es gehört dort zum Sport, Akademiker zu verhöhnen oder Professoren als Weltfremd abzustempeln, die grössten Ignoranten tönen da am lautesten und bleiben unwidersprochen. Der Heuchler Dr. Blocher macht da gerne Stimmung.


    Diese Anti-Akademische Folklore ist auf dem rechten Spektrum in Deutschland hingegen nicht vorzufinden, insofern erinnert mich das an die Bildungs- und Wissenschaftsfeindlickeit der Tea-Party-Ignoranten.

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Und hier zeigt sich ein kultureller Unterschied zwischen D und CH, der mir bei der langjährigen Beobachtung der Schweizer Presselandschaft und der Leserkommentare aufgefallen ist: die unverhohlene Feindlichkeit gegenüber höherer Bildung im rechten politischen Spektrum der Schweiz.


    Es gehört dort zum Sport, Akademiker zu verhöhnen oder Professoren als Weltfremd abzustempeln, die grössten Ignoranten tönen da am lautesten und bleiben unwidersprochen. Der Heuchler Dr. Blocher macht da gerne Stimmung.

    Ist das wirklich gegen Bildung als solche gerichtet (kann ich mir bei einem Industrieland eigentlich nicht vorstellen) oder doch nur eine verschleierte Neid-Haltung (da Akademiker zumeist besser bezahlt werden)? Oder ganz banal, weil Akademiker als durchschnittlich "zu links" eingeschätzt werden?


    Andererseits deutet vieles darauf hin, dass auch "Linke" für die Initiative gestimmt haben - entsprechende Argumente wie "Freizügigkeit dient nur der Wirtschaft" wurden hier ja schon genannt.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Der Schweiz könnte schon damit geholfen werden, wenn auch in Europa die Steuerpflicht endlich (auch) an die Staatsangehörigkeit gekoppelt würde.

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Das ist überhaupt nichts unübliches


    So, und jetzt mal bitte Fakten! ;)
    Welche Länder koppeln "üblicherweise" die Steuerpflicht an die Staatsangehörigkeit, d.h. sie besteuern im Ausland lebende Bürger auch auf ihr ausländisches Einkommen? Es gibt da einige Übergangsregelungen und kleine Ausnahmen (Frankreich besteuert eigene in Monaco lebende Bürger), aber grundsätzlich sind mir da zwei bekannt:


    - Eritrea, ein repressives Einparteiensystem, um es nicht Diktatur zu nennen, das für seine erpresserische Besteuerungspraxis schärfster internationaler Kritik ausgesetzt sind (obwohl es meines Wissens nur 2% Steuern sind)
    - Die USA, die ohnehin weltweit machen zu können glauben, was sie wollen (wobei bspw. Arbeitseinkommens bis zu einem bestimmten Betrag meines Wissens meist ausgenommen sind).


    Wo bitte soll das sonst noch "üblich" sein, im Ausland lebende Bürger zu besteuern?

  • zumal es letztlich auch überhaupt nichts bringt, wenn nach staatsangehörigkeit versteuert wird.
    siehe z.b. hier


    "reiche" werden doch dann überall mit kusshand genommen.

  • Im übrigen frage ich mich, wie man (bzw. frank_aus_wedau) das gegen einseitig unkooperative Staaten durchsetzen will, mit der globalen Besteuerung ?


    Wie eine Bananenrepublik den Deutschen Pass entziehen (Vorbild Eritrea) - oder mit massiver Militärpräsenz Krieg führen bzw. damit drohen (Vorbild USA)?


    Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    "reiche" werden doch dann überall mit kusshand genommen.


    Zumal sie auch in genügend Ländern der Erde "einfach" einen Pass bekommen - und somit ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben können, ohne staatenlos zu werden.


    Unlängst auf die Idee gekommen, seine Staatsanehörigkeit für ein paar hunderttausend EUR (an lokalem "Investment") zu verkaufen ist beispielsweise der... EU-Staat Malta.

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    die unverhohlene Feindlichkeit gegenüber höherer Bildung im rechten politischen Spektrum der Schweiz.


    Es gehört dort zum Sport, Akademiker zu verhöhnen oder Professoren als Weltfremd abzustempeln, die grössten Ignoranten tönen da am lautesten und bleiben unwidersprochen


    Ich habe eigentlich nicht den Eindruck, dass sich das gegen jedwede Form Akademiker richtet.
    Mediziner, Ingenieure als Vertreter faktenbasierter Wissenschaft etc. erfahren m.E. weithin Wertschätzung.


    Ich habe eher den Eindruck, als richte sich das vor allem gegen Wissenschaftler, die sich normativ äussern, "wie die Leute zu leben und sich zu organisieren hätten. D.h., eher gegen die Spezies "unproduktiver" Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaftler.


    Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Diese Anti-Akademische Folklore ist auf dem rechten Spektrum in Deutschland hingegen nicht vorzufinden, insofern erinnert mich das an die Bildungs- und Wissenschaftsfeindlickeit der Tea-Party-Ignoranten.


    Man könnte es auch anders formulieren: Die Autoritäts- und Obrigkeitsgläubigkeit ist in Deutschland höher.


    Zitat

    Original geschrieben von rmol
    nur eine verschleierte Neid-Haltung (da Akademiker zumeist besser bezahlt werden)? Oder ganz banal, weil Akademiker als durchschnittlich "zu links" eingeschätzt werden?


    Mehr als die (sicherlich auch existenten) Neider ist es wohl eher letzteres. Denn für Wohlstand muss man sich in der Schweiz ja eher weniger schämen als in Deutschland. Deutschland steht tendentiell gesellschaft weiter links als die Schweiz (und für Akademiker trifft das im besonderen zu), und es gibt dort auch nicht gewisse "Beissreflexe". Man kann/darf sich in der Schweiz sich eher auch mal polemisch äussern, ohne gleich in die "rechte Pfui-Ecke" geschoben zu werden.

  • Zitat

    Original geschrieben von Applied
    Im übrigen frage ich mich, wie man (bzw. frank_aus_wedau) das gegen einseitig unkooperative Staaten durchsetzen will, mit der globalen Besteuerung ?
    ...


    Gerade da liegt doch das Problem!


    Solange einige Staaten nicht kooperieren, wird es Unternehmen gelingen, ihre Geschäftstätigkeit aufzuspalten, um die dabei entstehenden einzelnen Teile gobal so geschickt zu verteilen, dass sie jeweils komplett aus der Steuerpflicht herausfallen.


    Und so lange das eben so ist, sollten Nationalstaaten durch geeignete Gesetze zumindest versuchen, diesen "Steuertourismus" zu unterbinden. Dass eine Besteuerungspflicht auf Grundlage der Staatsangehörigkeit als alleiniges Mittel nicht taugt, dürfte klar sein.


    Die Annahme allerdings, dass als Folge alle vermögenden Deutschen "auf Gerard Depardieu machen", halte ich für ziemlich abwegig. Und wenn sich in den USA "Schlangen in Sachen Ausbürgerung" bilden, sind diese Schlangen immer noch um vieles kürzer als die der zur Zeit mit wenig Aufwand agierenden Steuertouristen.


    Das Argument, nichts zu tun, weil mögliche Ansätze nicht gleich das gesamte Problem beseitigen, halte ich für extrem billig. Und für billige Ausreden war ich noch nie zu haben ... wer sich in Folge der Steuerpflicht ausbürgern lassen will, bitteschön. Dann muss er aber auch akzeptieren, Deutschland nur noch (ggf. mit Visum) als Tourist bereisen zu dürfen!



    Edit:
    Und in der Bundesrepublik kostet die Ausbürgerung nicht einmal was ... und auch Schlangestehen ist nicht notwendig. Mit der Annahme einer anderen Staatsbürgerschaft erlischt die deutsche von Gesetzes wegen ... einfach so. Bequemer geht es nicht!

  • so einfach ist es jetzt auch nicht "steuertourist" zu sein. da gehört schon viel dazu, damit sich der aufwand lohnt.
    imho würden diejenigen auch keine großen probleme damit haben, einen anderen pass zu tragen.


    die welt müsste schon überall gleich sein, damit das funktioniert. das wird auf dieser erde aber nichtmal in 3 mio. jahren der fall sein.

  • Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    so einfach ist es jetzt auch nicht "steuertourist" zu sein. da gehört schon viel dazu, ...


    Hmm ... man verlegt den Hauptwohnsitz ins Feriendomizil und schafft es, das Finanzamt davon zu überzeugen, dass man dort mehr als 18? Tage p.a. aufhältig ist.


    Was denn sonst noch?


    BTW: Wir sprechen hier über eine Klientel, die ziemlich sicher über (mindestens) eine Immobilie im Ausland verfügt. Auch für einen Wechsel der Staatsangehörigkeit aus steuerlichen Gründen dürfte das die gängige Vorrausstzung sein. Nur, dass die Hürden erheblich höher liegen und die steuerrechtliche Auswanderung damit weniger attraktiv wwird (=Ziel der ganzen Übung).


    Merken andere Staaten, das so einiges in der Staatskasse hängen bleibt (auch etwa Griechenlaand), könnte die Zahl der Nachahmer schnell wachsen. Denn in Sachen Raffgier ist die Welt so unterschiedlich nicht. ;)

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