Immobilie zur Altersvorsorge?

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Der Punkt ist doch der, dass sich die Wirtschaft in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage sowie des technischen Fortschritts permanent verändert. Kaum einer wird heute noch einen Job als Pferdekutschenfahrer bekommen, da dessen Angebot wohl kaum nachgefragt werden dürfte. Das gilt auch für den Kohlekumpel. Ich halte es für unrealistisch zu glauben, dass diese Berufsbilder jemals wieder vernünftig verdienen werden. Das gilt für viele andere Berufsbilder. Und es ist eine sozialromantische Verklärung der Realitäten zu glauben, der Staat (bzw. letztlich der Steuerzahler) alimentiert auf Dauer die nicht mehr nachgefragten Berufsbilder in Form von staatlich gelenkten höheren (jedoch am Markt in Abhängigkeit von der Nachfrage und des globalen Wettbewerbs) unrealistischen Lohnniveaus.


    Man verdient dort, wo es Bedarf an Spezialisierung gibt. Wenn der Beruf relativ gesehen 'leicht' machbar oder zeitlich überschaubar erlernbar ist, verdient man weniger. Im Umkehrschluss müssen sich Arbeitnehmer permanent anpassen und sich eben für die nachgefragte Spezialisierung qualifizieren, möchten sie ein höheres Einkommen erzielen. Und das bekommen sie nicht durch eine fehlende Bereitschaft, sich aktiv um eine Höherqualifizierung in jedweder Form zu bemühen. Dabei müssen sie nicht nur Architekt oder Arzt werden. Sie können sich auch in normalen Berufen für einen stärker nachgefragten Teilbereich höher qualifizieren.


    Da hast du eigentlich ja auch durchaus Recht.


    Nur stehen wir eben aktuell vor dem Problem das nicht nur wie früher einzelne Branchen wegbrechen, sondern die ganze "Mittlerere Ebene" zu der zum Beispiel saemtliche Produktionstechniker, Verwaltungsgehilfen, der Grosshandel und Einzelhandel, etc. gehoeren wegbricht.


    Was bleibt sind die "Untere Ebene" mit Jobs die sich nicht nach Fernost verlagern lassen weil sie lokal erbracht werden müssen, die aber im Gegenzug so schlecht bezahlt sind das sie sich einfach nicht lohnen. Und dann die "Obere Ebene" wo dann aber ohne Abitur, Studium, Spezialqualifizierung und Berufserfahrung nichts geht. Dafuer kommt dann nur ein sehr kleiner Teil von Menschen in Frage.

  • @SAR:


    - Wer hat denn die Büchse der Pandora geöffnet?
    - Wer hat die Finanzmärkte dereguliert und entfesselt?
    - Wer hat denn die Unternehmenssteuern deutlich gesenkt?
    - Wer hat denn den Verkauf von Aktienpaketen und Tochterunternehmen steuerbefreit?
    - Wer hat denn eine Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge eingeführt?
    - Wer hat denn den Deutschen die Aktienkultur näher bringen wollen?
    - Wer hat denn den Arbeitsmarkt liberalisiert?
    - Wer hat das Rentensystem umgebaut mit der Folge von Kürzungen?
    - Wer hat denn Griechenland den Weg zum Euroland gebahnt?
    - Wer ist denn als erster europäischer Defizitsünder vorstellig geworden?
    - Wer sah denn die Türkei als europäische Brücke und hat die Beitrittsverhandlungen maßgeblich mit forciert?


    Die Banker? Oder vielmehr eine Gruppe, die Keynes im Geiste sehr nahe stand und steht?
    Die gleiche Gruppe übrigens, die sich heute hin stellt, und 'soziale Ungerechtigkeit' (neuerdings) zum Kern-Thema hat.


    Das aber wollen dann ja einige doch nicht so gerne hören und reagieren dann im Sinne eines Ablenkungsmanövers dann eher argumentationsarm bis leicht eingeschnappt. So kann man sich auch einer fachlichen Debatte entziehen. :cool: P.S.: Ich benötige keinen Weizenbiervertrag (nur weil ich mal Rudi Völler und Waldemar Hartmann an anderer Stelle ins Spiel brachte, tz tz tz). Gehen wir also wieder BTT mit dem Slogan: 'Immobilien sind gar nicht mehr günstig zu haben' :p ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    ... Nur stehen wir eben aktuell vor dem Problem ... die ganze "Mittlerere Ebene" ... wegbricht.


    Was bleibt sind ... Jobs die sich nicht nach Fernost verlagern lassen ... schlecht bezahlt sind ... Ebene" wo dann aber ohne ...qualifizierung ... nichts geht. ... kommt ... nur ein ... kleiner Teil ... in Frage.

    Erster Absatz:
    Das ist so. Weltweit stehen wir vor einer neuen Wirtschaftsepoche mit starkem Anpassungsdruck des Einzelnen. Das können wir in Deutschland im Kontext der globalen Entwicklung nicht verhindern.


    Zweiter Absatz:
    Wir können dem nur mit Förderung, Qualifizierung und Spezialisierung entgegentreten. Natürlich können wir auch Handelskriege initiieren (Floaten der Währung, Zinspolitik, Senken der Unternehmenssteuern, Aufkündigen der Handelsabkommen, Verhängung von Einfuhr- oder Strafzöllen oder sonstiger Handelshemmnisse etc.), das aber führt nur in einen schädigenden Kreislauf, wo der jeweils andere immer nur eine Schippe drauf legt. Macht demnach wenig Sinn. Perspektivisch kommen wir also nicht umhin, Bildung und Qualifizierung zu fördern. Das ist besser investiertes Geld, als Menschen durch direktes oder indirektes 'gedrucktes Geld' in Immobilienblasen zu führen oder regelmäßig die Alimentierungsspielwiesen neu bzw. höher zu definieren.

  • Klar ist Bildung und Qualifizierung wichtig und noetig.


    Dafuer zu sorgen das vorallem Kinder den hoechsten Bildungsgrad fuer den sie geeignet sind anstreben, und sich nicht nur deshalb weil sie ihre Eltern kaum unterstuetzen koennen, fuer eine schnelle Ausbildung entscheiden, das waere auf jeden Fall sehr wichtig.


    Und auch Weiterbildung von Erwachsenen ist wichtig.


    Aber alle Probleme die sich durch die Globalisierung ergeben haben wird man dadurch auch nicht loesen koennen. Denn bei vielen Menschen ist eben irgendwann ein Level erreicht, und es koennen eben nicht alle hochgebildete Spezialisten werden.


    Und auch diesesn Menschen muss man irgendwie eine Perspektive bieten, bei der es sich fuer sie lohnt sich zu engagieren und zu arbeiten.

  • Jetzt bin ich mal ein wenig spitzfindig. Wann hat eigentlich die Globalisieung begonnen?


    Meiner Meinung nach durch die terrestrische Exploration überwiegend von Ost nach West, als Christoph Kolumbus, Vasco da Gama und Ferdinand Magellan neue Handels-, Verkehrsrouten, Kontinente und Länder entdeckten. Marco Polo sei noch in anderer Richtung in dem Kontext erwähnt.


    Die Entdeckung Amerikas führte zu einer epochalen Zäsur und beendete unter anderem das Mittelalter. Die Eroberung der neuen Welt setzte ein und damit starteten Ausbeutung, Kolonialisierung und so weiter. Das ging -um es abzukürzen- lange Zeit so weiter, man denke nur an die europäischen Kolonien vor dem 1. Weltkrieg. Diese bzw. die Folgen daraus stellen heute übrigens den Hauptgrund der weltweiten Dauerkonflikte (z. B. Naher Osten, Pakistan versus Indien, Nord- vs. Südkorea usw.).


    Kurzum, die damals schon beginnende Globalisierung von Ost nach West brachte im Grunde durch Ausbeutung ein Wohlstandsniveau nach Europa, das immer noch nachwirkt. Und genau diese Globalisierung kommt (die Erde ist rund) wie ein Boomerang von Ost nach West zurück. Weshalb? Weil diese Länder preiswerter produzieren können, weil sie eben kein höheres Wohlstandsniveau (durch Ausbeutung) erfahren haben und deshalb weniger Ansprüche hatten/haben und nun gerade deshalb wettbewerbsfähiger sind, weil dort deutlich geringere Lohnstückkosten vorherrschen.


    Deshalb behaupte ich, dass wir uns epochal mehr am Ende des Globalisierungszyklus befinden als am Anfang (eine Frage der Perspektive). Dort findet jedoch immer noch ein Ausgleich bzw. eine Ausbalancierung des Wohlstandsniveaus statt. Die alte Welt muss mehr oder weniger Wohlstand abgeben, die neuen global agierenden Länder nehmen globalen Wohlstand auf. Das kann man auch gut an der (Kapital-)Marktkapitalisierung der sogenannten Emerging Markets/Dynamic Markets sehen. Deren relativer 'Marktanteil' an der globalen Gesamtmarktkapitalisierung wuchs in den letzten 30 Jahren stark zu Lasten der etablierten (alten) Industrieländer an. Das wird noch eine Zeit lang so weitergehen. Man kann das auch durch die höheren Wachstumsraten festmachen.


    Am Ende des jahrhundertelangen Zyklus schwinden die Stückkostenvorteile dieser Länder dann aber auch sukzessive (durch den Wunsch an globaler Wohlstandsteilhabe), die derzeit einen hohen Anpassungsdruck der Industrieländer (Spezialisierung, Effizienz, Produktivität, Qualität, sektoraler Wandel, Digitalisierung etc.) bedingen.


    Am Ende des Tages bleibt zur Differenzierung der weltweiten Mitbewerber untereinander (alte und neue Industrie-/Dienstleistungsländer) nur die Spezialisierung übrig. Nur daraus schaffen wir Möglichkeiten, auch am Ende des Globalisierungszyklus und danach global (fair) und vor allem auch mit Wohlstandsteilhabe aller gute Handelsbeziehungen zu pflegen. Bedingung dafür sind jedoch Bildung und Spezialisierung. Nur mit ihnen können wir Dinge, Know-How oder Services erschaffen, die andere nicht bzw. nicht in dieser Qualität haben und gerade deshalb mit uns wirtschaftliche Aktivitäten aufnehmen (vgl. 'komparative Kostenvorteile nach Ricardo'). Wer diese Notwendigkeit verkennt, wird sich vom aktuellen Wohlstandsniveau verabschieden müssen. Ohne das nun despektierlich zu meinen, ein Stoff zum Nachdenken: Ein europäischer 'Geringverdiener' ist im Vergleich zu einem chinesischen Wanderarbeiter aus dessen Sicht ein Topverdiener.


    So, das war jetzt ein kleiner Gedanken-Ausflug. Immobilien sind ja das eigentlich Thema. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Gehen wir also wieder BTT mit dem Slogan: 'Immobilien sind gar nicht mehr günstig zu haben' :p ;)


    Nicht unbedingt, wir haben vor ein paar Jahren eine gebrauchte Immobilie mit nicht gerade kleinem Grundstück für 100k erstanden. Durch Flexibilität und Eigeninitiative, gerade beim Thema Sanierung, lässt sich durchaus noch der eine oder andere Schnapper machen.


    Zum Vergleich: Auf dem Nachbargrundstück welches jahrelang zum Verkauf stand, hat sich nun eine Familie ihren Traum vom Eigenheim in Form eines Fertighauses erfüllt. Die Kosten inklusive Grundstück betrugen gut 3x soviel. Und weil offensichtlich noch was vom Kredit überwar, hat man sich gleich zum Einzug noch ein neues dazu Auto gekauft. Da reibt sich die Bank dann mal richtig die Hände !

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Meiner Meinung nach durch die terrestrische Exploration überwiegend von Ost nach West, als Christoph Kolumbus, Vasco da Gama und Ferdinand Magellan neue Handels-, Verkehrsrouten, Kontinente und Länder entdeckten. Marco Polo sei noch in anderer Richtung in dem Kontext erwähnt.


    Die Entdeckung Amerikas führte zu einer epochalen Zäsur und beendete unter anderem das Mittelalter. Die Eroberung der neuen Welt setzte ein und damit starteten Ausbeutung, Kolonialisierung und so weiter. Das ging -um es abzukürzen- lange Zeit so weiter, man denke nur an die europäischen Kolonien vor dem 1. Weltkrieg. Diese bzw. die Folgen daraus stellen heute übrigens den Hauptgrund der weltweiten Dauerkonflikte (z. B. Naher Osten, Pakistan versus Indien, Nord- vs. Südkorea usw.).


    Kurzum, die damals schon beginnende Globalisierung von Ost nach West brachte im Grunde durch Ausbeutung ein Wohlstandsniveau nach Europa, das immer noch nachwirkt. Und genau diese Globalisierung kommt (die Erde ist rund) wie ein Boomerang von Ost nach West zurück.

    Die Kolonialisierung ist aber eher ein Beispiel dafür das Globalisierung eben keinen Wohlstand bringt.


    Denn die Kolonialisierug damals hat nur die Königshäuser, ein paar auserwählte Unternehmen, und ein paar Piraten und Freibeuter reich gemacht. Dem Grossteil der Bevoelkerung, also Tageloehner, Handwerker, Haendler, Bauern ging es um 1700 (also 200 Jahre nach der Entdeckung Amerikas) auch nicht besser als vorher.


    Besser wurde es erst langsam ab dem Ende des 18. Jahrhunderts als man:


    a) den Absolutismus beseitigt hat und Verfassungen und Buergerrechte eingefuehrt hat


    b) als durch die Industrialisierung weitere Beschaeftigungsmoeglichkeiten entstanden sind


    Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Am Ende des Tages bleibt zur Differenzierung der weltweiten Mitbewerber untereinander (alte und neue Industrie-/Dienstleistungsländer) nur die Spezialisierung übrig. Nur daraus schaffen wir Möglichkeiten, auch am Ende des Globalisierungszyklus und danach global (fair) und vor allem auch mit Wohlstandsteilhabe aller gute Handelsbeziehungen zu pflegen. Bedingung dafür sind jedoch Bildung und Spezialisierung. Nur mit ihnen können wir Dinge, Know-How oder Services erschaffen, die andere nicht bzw. nicht in dieser Qualität haben und gerade deshalb mit uns wirtschaftliche Aktivitäten aufnehmen (vgl. 'komparative Kostenvorteile nach Ricardo'). Wer diese Notwendigkeit verkennt, wird sich vom aktuellen Wohlstandsniveau verabschieden müssen.


    Man darf aber nicht vergessen das durch die Technologisierung der Bedarf an menschlicher Arbeit so oder so sinken wird.


    Also muesste man die vorhandene Arbeit gerechter verteilen, und ausserdem auch Unternehmensgewinne staerker besteuern und die Einnahmen daraus zur Finanzierung der Sozialleistungen verwenden. Damit die Arbeit bezahlbar bleibt, aber weiterhin ausreichende Sozialleistungen moeglich sind.


    Und in einer globalisierten Welt muessten da alle mitmachen, dann koennte koennte man natuerlich weltweiten Freihandel betreiben.


    Problem ist aber nur das die Staaten im Wettbewerb und möglichst geringe Lohnstueckkosten einfach Sozialdumping betreiben, und dadurch die Menschen immer mehr verarmen obwohl die Unternehmensgewinne sprudeln.

  • Hallo Zusammen,


    ich hole den Thread mal wieder hervor.


    Ganz pauschal - sollte man sich eine zweite Immobilie als Anlageobjekt in unmittelbarer Nähe zur selbstbewohnten Immobilie anschaffen und vermieten?


    Viele Grüße Gunn

    stay hungry, stay foolish


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  • Wie soll man das denn vernünftig beantworten, ohne auch nur irgendwelche Rahmenbedingungen zu kennen? :confused:


    Und mal ganz im Ernst: Wenn jetzt einer "ja" oder "nein" schreibt => Was willst du damit dann anfangen? Vertraust du dem dann und kaufst oder kaufst nicht? Oder erwartest du, dass derjenige alle möglichen "Wenns und Abers" von sich aus anspricht, wobei du dir beim Hinrotzen der Frage genau Null Mühe gemacht hast?

  • In meinem Fall würde ich das, wegen Erdbebengefährdetem Gebiet, nicht machen.


    Auf der anderen Seite ist es natürlich ne feine Sache wenn man bequem beim vermieteten Objekt nach dem rechten schauen kann und nicht einem Verwalter Geld in die Tasche stopfen muss damit man die Wohnung vermietet bekommt.

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

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