ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von kofferroland
Quam Backbone - an Tesion
Tesion Übernahme durch Versatel
Versatel zu United Internet
Und EPLUS jetzt Telefonica hat Glasfaser von Versatel angemietet.
Back to the roots
Oh, da hat aber jemand den TK-Markt der letzten 15 Jahre gut beobachtet! ![]()
Ja, schon erstaunlich, wie sich so manches in der Branche entwickelt hat...
ZitatOriginal geschrieben von Anja Terchova
Hatte Quam damals ueberhaupt schon ein nennenswertes Backbone?
In Betrieb ging das Quam Funknetz ja nie, und aufgebaut war es auch nur in ein paar Grossstaedten wenn ich mich nicht taeusche. Haette gedacht Quam haette damals einfach auf Mietleitungen gesetzt.
Ausserdem hat doch laut Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/MediaWays ) damals schon im Februar 2003 Telefonica auch MediaWays uebernommen - da waere es dann doch logisch gewesen das Quam die Stationen ueber MediaWays angebunden haette.
Das hier angesprochene Quam-Backbone waren meines Wissens überregionale Strecken zwischen verschiedenen Großstädten, wie sie die meisten Carrier / Provider mit POPs in mehreren Städten haben. Nur halt eben keine einfachen Mietleitungen, sondern wohl Dark Fiber von Gasline. Ob Quam dieses Netz überhaupt in größerem Umfang genutzt hat, halte ich für fraglich. Für den Start als MVNO wird man nur wenige Anbindungen ans E-Plus-Netz gebraucht haben - vielleicht gar nur eine oder zwei? Mit den wenigen Kunden und den anfänglichen Erreichbarkeitsproblemen aus anderen Netzen wird sich der Traffic eh in Grenzen gehalten haben, da dürfte ein Dark-Fiber-Netz sicher etwas überdimensioniert gewesen sein... ![]()
Man wird halt davon ausgegangen sein, daß man mit einem eigenen UMTS-Mobilfunknetz irgendwann auch großzügige Kapazitäten auf den großen Rennstrecken bräuchte. Das jähe Ende von Quam war so zum Start ja noch nicht absehbar...
Da man für das überregionale LWL-Netz einen langlaufenden Vertrag hatte, suchte man AFAIK nach dem Ende von Quam einen Interessenten, der diesen Vertrag quasi übernahm. Das war dann die Stunde von tesion, das als EnBW-Tochter zwar in Baden-Württemberg auf ein hauseigenes Glasfasernetz zurückgreifen konnte, aber im Rest der Republik fremde Infrastruktur anmieten mußte. Eine Zeit lang hatte man ein Dark-Fiber-Netz von Carrier1, nach dessen Insolvenz mußte man sich aber auf die Suche nach neuer Infrastrukur machen und da kam das LWL-Netz von Quam wohl wie gerufen.
Das eigene Quam-Funknetz ging - auch meines Wissens - offenbar nie in Betrieb. Ich gehe mal davon aus, daß man für die Anbindung der Basisstationen im Wesentlichen auf Richtfunk zurückgegriffen hätte, wie es auch lange bei D2, E+ und Viag / o2 der Fall war.
Mediaways kam bereits 2001 zu Telefonica, aber was hätte das geholfen? Das Unternehmen hatte zwar viele Einwahlknoten zur Modem-/ISDN-Einwahl für sein IP-Backbone, aber man hätte damals wohl kaum den Voice-Traffic von Mobilfunkkunden über VoIP leiten wollen (All-IP in den Zuführungsnetzen der deutschen Mobilfunknetze kam ca. 10 Jahre später!). Eine Untermiete auf den nackten SDH-Strecken (oder was auch immer Mediaways damals zur Anbindung der POPs verwendete) wäre vermutlich nicht sinnvoll gewesen, weil das Netz ja auf den Internet-Traffic von AOL und diversen Mediaways-Resellern ausgelegt war. Zudem hätte man dann noch Standleitungen o.ä. von den Mediaways-POPs zu den Quam-Basisstationen gebraucht, das wäre dann auch ins Geld gegangen.
Meine Güte, das kommt einem vor wie Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit... ![]()
cu talk2chris