Der Telekom Netzqualitäts-Thread

  • Ich war heute etwas enttäuscht von der Telekom im Senkelewald. Entweder „Kein Netz“ oder kurz ein Balken, aber kein Datenfluss. Vodafone lief besser, aber auch da war dann zwischendrin trotz 1 Balken manchmal auch kein Datenfluss, aber es war dennoch öfter (so alle 50-100 Meter und Richtung Berg öfter gut nutzbar). Aber anrufen ging fast immer. Liegt vermutlich am „näheren“ Masten bei Stötten am Auerberg. Speedtests habe ich mir gespart weil da eh bei beiden nichts gutes bei rumkommen kann.


    Wenn ich sowas sehe, dann bezweifle ich schon ziemlich das alle Anbieter es bis 2030 schaffen 99,5% der Fläche abzudecken. Überprüft die Bundesnetzagentur das eigentlich wirklich oder vertraut die den Werten der Anbieter?

    Laut Cellmapper ist diese Ecke echt dünn versorgt. Warten auf Starlink/SpaceX oder kommt da noch was hin? Gute Frage :-)

  • Ich glaube, wenn Du erwartest, dass mitten im Wald im Allgäu Gigabit Internet verfügbar wird, dann eher nicht.

    Niemand erwartet Gigabit-Internet in der Pampa, auch ich nicht. (Im Gegensatz zu gewissen Leuten auf Teltarif in den Kommentaren die gefühlt alles mit 1.000 MBits Download abgedeckt haben wollen) Aber nutzbar sollte es bleiben. Beispielsweise einen Masten hinstellen für alle Netzbetreiber wo bei jedem Kunden maximal 5 MBits Down ankommen. Keine Ahnung inwiefern jetzt mit der neuen Anforderung da die Kooperationen gestärkt werden (auch hinsichtlich MOCN vielleicht für zwei Netze etc.). Aber wir sind auch kein Entwicklungsland.

    Die werden bestimmt sogar 100% schaffen, wenn direkte Verbindungen über LEO Satelliten in der Pampa nichts besonderes mehr sind.

    Vodafone versucht es mit LEO, die Telekom mit Starlink. Aber letztendlich ist das im Wald beispielsweise auch teils komplett nutzlos. Man benötigt ein freies Sichtfeld zum Satelliten. Und da wo ich war wäre es problemlos möglich einen Flächenversorger Lowband Standort hinzustellen.


    Ich hoffe daher, dass versucht wird das meiste mit normalen Masten zu lösen und Satelliten nur auf Bergen beispielsweise eine Rolle spielen.

  • So abgelegen ist das allerdings nicht. Laut Mobilfunk-Monitoring ist der Senkelewald im engeren Sinn auch mit mindestens 2 Mbit/s versorgt, außer unten an der Lobach. Nördlich davon ist allerdings ein Gebiet, wo es nominell nur Vodafone und teils auch garnichts gibt (bzw. nur GSM von Telefonica, deren Funkloch weiter östlich ist). Solltest du vielleicht mal mit der Karte vergleichen: https://gigabitgrundbuch.bund.…oring/Vollbild/start.html (das ist zwischen Seeg, Roßhaupten und A7)


    Die 99.5% mit 50 Mbit/s halt ich allerdings auch für übertrieben. Praktisch wird das halt heißen, dass sie in die reine Pampa Masten reinstellen müssen (also z.B. im Sulzschneider Forst weiter nördlich) und die relevanteren topografisch schwierigeren Stellen weiter unversorgt bleiben (also z.B. im Einschnitt der Lobach zwischen Senkelekopf und Zwieselberg, wenn da nicht zufällig was reinstrahlt). Dass sie das in den verbleibenden 3½ Jahren schaffen, würd ich allerdings auch bezweifeln; da fehlt es bisher noch sehr weit, selbst wenn man nur die 2 Mbit/s aus dem Mobilfunk-Monitoring zugrunde legt.


    Auf Straßen misst die Bundesnetzagentur inzwischen wohl nach. Rucksacksysteme für abgelegeneres Gebiet sind erst für später geplant und nur für Daten, weil die Leute wohl bloß 4 S23 schleppen können (plus Laptop usw.). In den aktuellen Auflagen seh ich allerdings auch nichts mehr, dass Telefonie funktionieren muss. https://data.bundesnetzagentur…-Mobilfunk-Monitoring.pdf

  • Aber letztendlich ist das im Wald beispielsweise auch teils komplett nutzlos. Man benötigt ein freies Sichtfeld zum Satelliten.

    Könnte mir vorstellen, dass Laub nicht so das Problem ist. Mit Sichtfeld ist wohl eher gemeint, da darf kein Gebäude oder Berg zwischen sein.

    Aber keine Ahnung...

  • Die 99.5% mit 50 Mbit/s halt ich allerdings auch für übertrieben.

    Ist es auch. „Fernab der Zivilisation“ ist es wichtiger, dass überhaupt ein Notruf möglich ist (nicht jeder hat ein iPhone und man via Satelliten Notruf wählen) und meinetwegen eine Grundversorgung von so 2-5 MBits Down gegeben ist.

    Praktisch wird das halt heißen, dass sie in die reine Pampa Masten reinstellen müssen (also z.B. im Sulzschneider Forst weiter nördlich) und die relevanteren topografisch schwierigeren Stellen weiter unversorgt bleiben (also z.B. im Einschnitt der Lobach zwischen Senkelekopf und Zwieselberg, wenn da nicht zufällig was reinstrahlt).

    Das finde ich persönlich garnicht mal so schlimm, weil die Netzbetreiber von der Politik lange genug bei Ausbauvorgaben geschont wurden. Was gab es da für lachhafte Vorgaben mit „Bevölkerungsabdeckung“ oder „alle Anbieter zusammen“ und teils fast nur „Der Markt regelt“. Nein tut er hier eben nicht. Vodafone, Telekom, Telefonica und irgendwann auch 1&1 haben wirtschaftlich kaum Interesse daran einen Wald zu versorgen (sofern da nicht ein Ort in der Nähe ist). Soviel „Glück“ das ein Wald mitversorgt wird hat beispielsweise der Weichberg. Aber da liegen halt auch zig Dörfer herum, daher macht der Flächenversorger hier Sinn.

  • Als Kunde hab ich allerdings auch kein Interesse daran, dass sie mit solchen Sachen mein Geld verbraten. Wenn es an sich gerade gegen den Markt geht, sollte man auch nicht erwarten, dass es der Markt regelt.


    Wenn sie Schnee wegheizen müssen, wird Laub auch nicht ganz unproblematisch sein. Aber wenn es in den ganzen größeren Forstgebieten was bringen soll, müssen sie eh Türme bis oberhalb der Vegetation bauen.

  • Es gab mal die Idee eines deutschen Einheitsnetzes, d.h. alle Netzbetreiber bauen koordiniert und schalten sich dann zusammen . Wurde aber verworfen.


    Es gäbe die Idee eines "weißen" Netzes, das nur in Gebieten wo die "großen" nicht wollen oder können, baut und dann roamt. Sowas gibt's in Frankreich.


    Ich denke, via Satellit (heute schon möglich mit iPhone ab Version 14) wird es eine Basis-Verbindung geben. Ähnliches soll mit dem Google Pixel gehen.

    Und die Netzbetreiber träumen davon für Satelliten Verbindungen extra was zu berechnen. Das wollen aber die meisten Kunden nicht ausgeben.

    Aber via Satellit werden Sprache, SMS, einfache e-mails, aber keine Multimedia-Breitband-Orgien möglich sein. Wir Freaks wissen das, aber Hugobert Sucht-User noch nicht :-)

  • Wenn sie Schnee wegheizen müssen, wird Laub auch nicht ganz unproblematisch sein. Aber wenn es in den ganzen größeren Forstgebieten was bringen soll, müssen sie eh Türme bis oberhalb der Vegetation bauen.

    In wenigen Fällen reicht es ja schon aus, wenn ein umliegender Mast einfach Antennen in Richtung Wald bekommt, damit dieser auch einigermaßen versorgt ist. Generell müssen sich die Anbieter wegen dem Wegfall von 2G sowieso noch einiges machen. Denn wo vorher 2G teils noch eingesprungen ist, muss dann bald ja mindestens 4G laufen.


    Oder man teilt sich die Funkloch-Gebiete (weiße Flecke) untereinander fair auf, dann muss jeder z.B. 100 Masten in unwirtschaftlichen Gebieten errichten und MOCN für die anderen freischalten und fertig. Irgendwas müssen sich die Anbieter einfallen lassen . Und das es so kleine Orte gibt die 2026 immer noch im Funkloch (z.B. in der Eifel) ist auch sehr peinlich…


  • Selbst die Telekom ist auch bei GSM noch sehr weit von den 99.5% entfernt. Im Norden ist das alles nicht so schwierig, aber wo das Terrain schwieriger wird, hat man halt überall auch Abschattungen, die sehr große Redundanz verlangen.


    Außerdem hat man halt in der Vergangenheit eher knapp kalkuliert und damit heute Löcher dazwischen, für die sich aber nichts rentiert. Kann man nicht mehr so leicht ändern, weil die typische Lebensdauer von Masten deutlich länger ist als Wachstum der Ansprüche. Immerhin hat man aber das Glück, dass die Standorte für die Abdeckung ziemlich suboptimal waren, weil sie nicht so leicht zu kriegen sind. Da tun sich dann auch eher füllbare Lücken auf.

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