EU Roaming Fair Use Policy: Wurde bereits jemand sanktioniert?

  • Hallo zusammen,


    ich eröffne diesen Thread um Erfahrungen auszutauschen bezüglich der Fair Use Policy der EU Netzbetreiber und deren Umsetzung.


    Ziel soll die Sammlung von Infos über das Verhalten der Betreiber bei übermäßiger Auslandsnutzung sein.


    Ich berichte über T-Mobile Austria:


    Österreichischer Mobilfunkvertrag, besteht seit 2010, damals angemeldet mit österreichischer Meldeadresse. Umzug nach Deutschland 2012, der Vertrag wird von T-Mobile Austria seitdem mit der deutschen Meldeadresse in Berlin geführt.
    Bankeinzug erfolgt von bestehendem österreichischen Girokonto. Soweit die Fakten.
    Preis: 3,90€ pro Monat, beinhaltet 1300 Freiminuten, kein Datenvolumen. Die Freiminuten sind durch die EU Regulierung jetzt in vollem Umfang in Deuschland nutzbar für Gespräche nach Österreich, innerhalb Deutschland oder in andere EU Länder.


    Seit Juni 2017 nutze ich den Vertrag in Deutschland sehr intensiv für Gespräche innerhalb Deutschlands und nach Tschechien, nur vereinzelt nach Österreich.
    Durchschnittlich telefoniere ich seit Juni 1000 Minuten pro Monat. Ich war seitdem zu keinen Zeitpunkt mehr im Heimatnetz.


    Bisher habe ich keine Ankündigung einer Sanktion auf Grund Verstoß Roaming Policy erhalten und telefoniere weiter fleißig mit meiner österreichischen Nummer in Deutschland.


    Wer hat ähnliche Erfahrungen? Mit anderen ausländischen Providern bei Dauernutzung in Deutschland oder mit deutschen Providern im Ausland?


    Zur Info hier mal die von T-Mobile Austria festgelegten Sachverhalte:


    Punkt 1: Nachweis eines dauerhaften Inlandsbezugs


    Voraussetzung für die Nutzung von Roam like at Home in der EU ist der Nachweis eines festen Wohnsitzes oder einer stabilen Bindung in Österreich. Eine stabile Bindung bedeutet eine Anwesenheit in Österreich, einschließlich Grenzgängern.


    Diese ergibt sich beispielsweise aus:
    - einemlängerfristigenArbeitsvertrag
    - einemHochschulstudiuminÖsterreich - einemamtlichenMeldezettel
    bei geschäftlich genutzten SIM-Karten dem Nachweis eines Firmenbuchauszugs bzw. einer inländischen Rechnungsadresse für die Erbringung von Dienstleistungen in Österreich.
    Voraussetzung für die Nutzung von Roam like at Home in der EU auf Basis einer Wertkarte (prepaid SIM Karte) ist eine Registrierung des Teilnehmers und dem Nachweis eines festen Wohnsitzes oder einer stabilen Bindung in Österreich.
    Die T-Mobile Austria GmbH ist berechtigt, einen oben genannten Nachweis anzufordern, wenn sich aus den zu Abrechnungszwecken erfassten Daten Anzeichen für eine missbräuchliche Nutzung der Dienste ohne Zusammenhang mit vorübergehenden Reisen ergeben, insbesondere nach einer erfolgten Ankündigung gemäß Punkt 2.
    Kann weder eine stabile Bindung noch ein gewöhnlicher Aufenthalt nachgewiesen werden, ist die T-Mobile Austria GmbH berechtigt den Preis für Roaming in Zone 1 für die Nutzung im EU-Ausland zu verrechnen.
    Punkt 2. Einschränkung einer dauerhaften Nutzung im Ausland
    Die Verwendung der SIM-Karte für Roam like at Home ist ausschließlich für eine vorübergehende Nutzung im EU- Ausland zulässig. Von einer unzulässigen dauerhaften Nutzung im EU-Ausland wird ausgegangen, wenn während eines durchgehenden Betrachtungszeitraums von 4 Monaten an mehr als 60 Tagen ein Aufenthalt im EU-Ausland erfolgt und mehr als die Hälfte (über 50%) der Gesamtnutzung in diesem Beobachtungszeitrum im EU-Ausland erbracht wurde.
    SMS, Minuten und Daten werden dabei gemeinsam betrachtet und geprüft.
    Wenn Ihre SIM Karte an einem Tag sowohl im österreichischen Netz, als auch in einem anderen Netz in der EU eingebucht war bzw. genutzt wurde, dann zählt dieser Tag als nationale Nutzung. Eine Nutzung bzw. Einbuchung in Netzen in Drittstaaten (Länder außerhalb der Zone 1) gilt für diese Beobachtung wie eine inländische Nutzung bzw. Aufenthalt.
    Im Falle einer überwiegenden Nutzung und einem überwiegenden Aufenthalt im EU-Ausland ist die T-Mobile Austria GmbH berechtigt, nach zweiwöchiger Ankündigungsfrist den Preis für Roaming in Zone 1 für die Nutzung im EU- Ausland zu verrechnen. Dem Kunden wird ein diesbezüglicher Warnhinweis per SMS gesendet.
    Der Preis für Roaming in Zone 1 wird nicht verrechnet, wenn innerhalb dieser zweiwöchigen Frist eine überwiegende Nutzung oder ein überwiegender Aufenthalt im Inland vorliegt.
    Von einer unzulässigen Nutzung im EU-Ausland wird ausgegangen, wenn SIM Karten von Nutzern nach langer Inaktivität hauptsächlich für Roaming verwendet werden.
    Von einer unzulässigen Nutzung im EU-Ausland wird ausgegangen, wenn mehrere SIM Karten durch einen Nutzer aufeinanderfolgend für Roaming verwendet werden um damit die Bestimmung nach Absatz 2 zu umgehen.
    Der Preis für Roaming in Zone 1 für die Nutzung im EU-Ausland wird immer für eine Abrechnungsperiode verrechnet, so lange eine unzulässige oder dauerhafte Nutzung im EU-Ausland besteht.

  • Da muss man grundsätzlich wohl auch zwischen Prepaid- und Postpaid-Kunden unterscheiden. Eine Sanktionierung durch deutsche Anbieter wird bisher nicht durchgeführt. Eine Anfrage der BNetzA an die Provider ergab, dass sie eine dafür notwendige Überwachung bisher nicht aufgebaut haben und dies wohl auch nicht für nötig erachten. Vielleicht wird das Drillisch machen, aber von den deutschen Netzbetreibern, die ja auch das Roaming für die Sekundärmarken machen, kommt da vorerst nichts.


    Ob es bei T-Mobile Austria eine Sanktionierung geben wird, bezweifele ich auch. Im Gegensatz zum Postpaid-Vertrag, den du mit deiner österr. Meldeadresse bekommen hast, bekommt man als normaler Deutscher dort nur Prepaid, das dort Wertkarte heißt. Und da hat ja T-Mobile gleich von vorneherein jedes Datenroaming abgeschaltet. Und auch einige Anbieter aus Österreich wollen jetzt eine Registrierung für Roaming sehen. Da dort wohl die neue Regierung die Registrierungspflicht für SIM-Karten einführen wird, könnte es sein, dass die das verbinden.


    Die Rückmeldungen über Sanktionierung sammele ich gerade für ein Wiki, was ich zu den Auslandsangeboten als deutsche Dauerlösung im Frühjahr aufbauen möchte. Es gibt noch erstaunlich wenige. Bisher haben wir Sanktionen d.h. Aufpreise in Höhe von max. 7,30€ pro GB aus den Ländern, die extrem streng die FUP für Datenpakete durchführen bestätigt bekommen. Das wären:
    - ÖSTERREICH: hier ist Drei AT und HoT nach 4 Monaten bestätigt
    - POLEN: hier gibts auch Aufpreise bei allen 4 Betreibern nach 4 Monaten
    - GROSSBRITANNINEN: Hier hat Three UK nach 4 Monaten, d.h. bei Ländern außerhalb der EU nach 2 Monaten Aufpreise erhoben
    - RUMÄNIEN: Hier hat jemand von Orange oder Vodafone Rumänien berichtet.
    Sanktionen wurden auch bisher nur von Datennutzern und nicht Vieltelefonierern oder -SMSlern berichtet.


    Ich beobachte gerade intensiv ITALIEN, SPANIEN und auch FRANKREICH (Free mobile) und KROATIEN, weil es aus diesen Ländern sehr gute Optionen gibt. Bisher ist nichts passiert, obwohl ich einige SIM-Karten daher seit 4-6 Monaten im Dauerroaming habe, zwar immer mit Unterbrechungen. Daran dürfte es aber nicht liegen.


    Darum bitte auch hier posten mit Anbieter und Land und Dauer bis zur Sanktionierung, wenn ihr eine solche bekommen habt. Nur so bekommen wir ein Bild, ob Auslandslösungen für User interessant sein können. Es geht nur um die Zeit-FUP. Die Mengen-FUPs, die einige Betreiber und Länder angekündigt haben, wonach nur ein Teil des Datenpakets aufpreisfrei im Roaming genutzt werden kann, werden dagegen konsequent durchgeführt, wenn sie genannt werden im Tarif.

  • Ich persönlich denke wenn es einige wieder übertreiben ohne Ende und das dauerhaft wird die Sanktionierung kommen. Warten wir es ab :-)

  • Bei simquadrat ist die Datenmenge ganz offiziell komplett im EU-Ausland nutzbar. Da gibt es also keine evtl. Haken.

  • Meine seit Beginn des EU-Roamings nicht im Heimatnetz eingebuchte 3AT Prepaidkarte (Tarif Nimm3 Internet Klassik) wird weiterhin nach Inlandskonditionen abgerechnet, ich hab auch keine Info bekommen, dass ich mein Nutzungsszenario ändern sollte, nein - die kann mittlerweile sogar LTE Roaming (mit Vodafone).

    Unterwegs auf Schienen mit:
    Zweimal Samsung Galaxy A52 5G: Vodafone Red L + Telekom MagentaMobil Prepaid S 5G // o2 myPrepaid S
    Samsung Tab S5e: Vodafone CallYa /// Festnetz: o2 VDSL.

  • Zitat

    Original geschrieben von wolfbln
    Da muss man grundsätzlich wohl auch zwischen Prepaid- und Postpaid-Kunden unterscheiden. Eine Sanktionierung durch deutsche Anbieter wird bisher nicht durchgeführt. Eine Anfrage der BNetzA an die Provider ergab, dass sie eine dafür notwendige Überwachung bisher nicht aufgebaut haben und dies wohl auch nicht für nötig erachten. aber von den deutschen Netzbetreibern, die ja auch das Roaming für die Sekundärmarken machen, kommt da vorerst nichts.

    Liest sich doch alles Super , war auch so zu erwarten ! "Von den Deutschen Netzbetreibern ist vorerst nichts zu erwarten" .... :)
    und ab 01.01.2019 /01.01.2020 wird es sich wohl nicht mehr Lohnen was zu implantieren ...da ja auch die kosten für die Netzbetreiber irgendwann absinken...


    unter der Berücksichtigung , der Roaming grundregeln ( mehr Aufenthalt wie auch mehr nutzung innerhalb Deutschlands als in der restlichen EU ... ) hat O2 bei mir auch überhabt keine Probleme gehabt


    zw 15.06 bis anfang 11.2017 ca 70 /75 GB im EU ausland verbraucht....
    Datenverbrauch im Inland ca Plus/Minus 300 GB ( DSL ersatz... )

    O2 Blue All in L 5G 440GB , + O2 Blue All in L 5G 220GB

    O2 Free L Boost 5G 321GB ,+ O2 Free M Connect 5G 240GB

    o2 Free S Boost Plus 214GB ,+ O2 Blue All in M 202GB

  • Übrigens können T-Mobile Austria Verträge auch mit deutschem Wohnsitz abgeschlossen werden. Mir sind mehrere Fälle von Grenzgängern bekannt, die trotz amtlichen Wohnsitz auf der deutschen Seite einen Vertrag mit T-Mobile A machen konnten. T-Mobile selbst gibt an, dass „der Nachweis einer inländischen [also österreichischen] Bankverbindung nicht erforderlich“ sei. Das kann ich soweit bestätigen:


    Kollege mit Wohnsitz in Freilassing, Deutschland konnte mit deutscher EC Karte den Vertrag schließen.


    Auch A1 nimmt deutsche Kunden im Vertragsbereich an.


    Zur Roaming Freischaltung kann ich von yesss berichten, ist jetzt ja eine A1 Tochter. Bei Vertragskarten muss Roaming separat freigeschalten werden.
    Yesss akzeptiert keine deutsche Meldeadresse im Datensatz.
    Die Yess Karte ist jetzt knapp 4 Monate im Dauerroaming in Deutschland, bisher keine Sanktion. Die 4 Monate sind am 03.03. voll!

  • Moin,


    Ja, ich bezahle seit einigen Monaten den Aufschlag. Aber das interessiert nicht - gute Netzbersorgung ist mir wichtiger.

  • Zitat

    Original geschrieben von hoe
    Moin,
    Ja, ich bezahle seit einigen Monaten den Aufschlag. Aber das interessiert nicht - gute Netzbersorgung ist mir wichtiger.


    @ hoe:
    Kannst du das mal spezifizieren bitte. Bei welchem ausl. Betreiber zahlst du Aufschläge in welchen Tarif? Die "gute Netzversorgung" ist ja so eine Sache. Sie kann ja auch nicht besser sein als das deutsche Roamingnetz in dem du roamst. Nutzt du 2 verschiedene Netze auf einer SIM und dann welche?


    Wir hätten mehr davon, wenn Ihr dabei etwas klarer seid bei Euren Statements. Es geht ja hier nicht nur um Euch und was ihr für tolle Optionen habt, sondern darum, ob andere User sie realistischerweise auch bekommen könnten und ob es der Aufwand wert ist.


    Yess-Verträge bekommt man nur als Österreicher. Damit wird es für viele Deutsche schon eng :-) Mit Yesss ohne Vertrag also Prepaid/Wertkarte oder auch A1 Prepaid bekommt man z.B. in Deutschland aber überhaupt kein LTE und dann ist das nicht mehr so gut mit der "Netzversorgung" hierzulande. Drei AT Wertkarte bietet von den Österreichern die meisten Netze in Deutschland mit Telekom 2G/3G, Vodafone 2G/3G/4G und O2 2G/3G/4G. Das ist entscheidend, bei der Frage, ob sie wirklich eine günstigere Alternative sind.


    Interessanter wären für viele hier Prepaid-Lösungen ohne Bindung. Es gibt aus Spanien, Italien, Kroatien usw. durchaus Angebote, die so bei um 1€/GB im Telekom-LTE roamen. 24-Monatsverträge dafür gibts ja schon auch hierzulande in dieser Preisklasse, aber ohne Bindung im Prepaid zahlt man das 10-fache bisher hier dafür. Diese Auslands-Roaminglösungen müssten schon wesentlich günstiger sein als die bestehenden Tarife hier: entweder im Preis, oder eben keine Bindung, oder als Option, die es so hier noch nicht gibt z.B. ein Streaming Angebot.

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