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  • Aber wenn Lehrkräfte verbeamtet werden, stellt sich die Frage: Warum nicht auch Beschäftigte in anderen systemrelevanten Berufen wie Pflegekräfte, Müllwerker, Lokführer, Postboten oder Telekomtechniker? Bei den drei Letztgenannten ist das Ende der Beamten-Ära gar nicht mal so lange her.

    Genau das wird ja bei Lokführern immer wieder gefordert, wenn mal wieder die GDL streikt und der ÖPNV in halb Deutschland zusammenbricht.

  • […]

    Hätte man die Sicherheisreserven der deutschen Rentenversicherung unter Kohl, Schröder und auch Merkels Groko 3 nicht geplündert, sondern einem ähnlichen Fond zugeführt, und natürlich das Rentensystem umgestellt,

    […]

    Die Plünderung ist eher durch frühere Frühverrentungen (Senkung der Arbeitslosenzahl) und die damaligen großzügigen Renten für z.B. ‚Spätaussiedler‘ erfolgt.

    Aus dem Haushalt des Bundes flossen 2024 über 127 Milliarden Euro an Rentner und Rentenversicherung. Allein 75 Milliarden € allgemeine Zuschüsse an die Rentenversicherung, 18 Milliarden € für die ‚Mütterrente‘/Erziehungszeiten, 12 Milliarden € an die Rentenversicherung im/fürs ‚Beitrittsgebiet‘ und 5 Milliarden € in die Knappschaftliche Rentenversicherung.

    Wo sollte da die Rentenversicherung aus eigenen Einnahmen noch Reserven jenseits der Liquidität bilden können? Um 25% der Gesamtausgaben der Rentenversicherung werden inzwischen aus dem Bundeshaushalt bezahlt.

  • Die Plünderung ist eher durch frühere Frühverrentungen (Senkung der Arbeitslosenzahl) und die damaligen großzügigen Renten für z.B. ‚Spätaussiedler‘ erfolgt.

    Aus dem Haushalt des Bundes flossen 2024 über 127 Milliarden Euro an Rentner und Rentenversicherung. Allein 75 Milliarden € allgemeine Zuschüsse an die

    Nein, das ist nicht richtig. Es bestand bis 2004 die gesetzliche Regelung, dass die Rentenversicherung 24 Monatszahlbeträge als Reserve vorhalten muss. Schröder hat diese Sicherungsreserve auf 1,5 Monatsbeträge abgeschmolzen, und die Rücklagen dem allgemeinen Haushalt zugeführt. Ähnliches tat Kohl als auch Merkel mit Hubertus Heil in der letzten GroKo.

    Zitat

    Aus dem Haushalt des Bundes flossen 2024 über 127 Milliarden Euro an Rentner und Rentenversicherung..

    Die Leistungen des Bundes sind versicherunsgfremde Leistungen, ebenso Leistungen für die keine Beiträge bezahlt wurden. Für letzteres sind z.b. familienpolitische Maßnahmen, die genannte Müterrente. Es wird ja immer gemeckert, dass nichts für ein familienfreundliches Umfeld getan wird. Dann aber, wenn eine Leistung Geld kostet, ist es auch nicht recht. Darüber hinaus finanziert seit Schröder die Rentenversicherung versicherungsfremde Leistungen aus Beitragsmitteln, die eigentlich Sache des Steuerzahlers sind. Der Zuschuss müsste gesetzskonform sogar um ein paar Milliarden höher sein, macht man aber nicht, sondern hat es rechtswidrig in der Ampel nochmal abgesenkt.


    Es ist einfach, den Bundeshaushalt rauszuholen, Zahlen in die Welt zu werfen, ohne zu sagen oder zu wissen wofür es steht und welche rechtlichen Grundlagen es hat. Ich finde es an solchen Stellen immer bemerkenswert, dass man, gerade bei den Beitragspflichtigen, auf die Ungleicheit hinweist, dass sie ja Beiträge zahlen, während Beamte, Selbständige usw. nichts dazu beitragen. Dann aber im Gegenzug sich über die Ausgaben des Bundes für die Rentenversicherung aufregen. Konsequenz wäre, die Beitragszahler, deren Menge geringer ist als die der Steuerzahler, müsste über höhere Beiträge diese Sachen mitfinanzieren. Man darf im übrigen nicht vergessen, dass der Anteil des Bundes an der Gesamtfinanzierung seit gut 20 Jahren sinkt. 2004 waren es 24,2%, 2023 22,4%. Auch der Anteil am Bundeshaushalt ist im gleichen zeitraum von 21,6% auf 18,4% gesunken. Sowas wird wie immer nie erwähnt, wenn man rein populistisch irgendwelche Zahlen in den Raum wirft.


    Und zu den Bundeszuschüssen noch eines: Überschüsse aus Bundesmitteln, sind von der Rentenversicherung immer zurückgezahlt worden. Die Überschüssen basierten einzig aus Beitragseinnahmen. Das unterstreicht die Komplexität des Themas Rentenfinanzierung.


    Als Nachtrag: Würde der Staat bei Geburt als familienpolitische Maßnahme, für jedes Kind, 500 Euro für jedes Beitragsjahr, und einer fiktiv vorausgesetzten Beitragshistorie von 45 Jahren, also 22 500 Euro anlegen, hätte man bei 5% Rendite und thesaurierend die Erträge, beim Regeleintrittsalter von 67, einen Kapitalstock von knapp 591 000 Euro pro Person. Daraus könnte man, ohne die Substanz anzugreifen und , eine Bruttorente von etwas über 2400 Euro finanzieren. Ohne einen Cent Beiträge. 2024 hätte sowas knapp 15,2 Mrd. Euro gekostet.

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  • Als Nachtrag: Würde der Staat bei Geburt als familienpolitische Maßnahme, für jedes Kind, 500 Euro für jedes Beitragsjahr, und einer fiktiv vorausgesetzten Beitragshistorie von 45 Jahren, also 22 500 Euro anlegen, hätte man bei 5% Rendite und thesaurierend die Erträge, beim Regeleintrittsalter von 67, einen Kapitalstock von knapp 591 000 Euro pro Person. Daraus könnte man, ohne die Substanz anzugreifen und , eine Bruttorente von etwas über 2400 Euro finanzieren. Ohne einen Cent Beiträge. 2024 hätte sowas knapp 15,2 Mrd. Euro gekostet.

    Mir würde das gefallen :thumbup:Da würde allerdings im Vorfeld vermutlich ganz schnell auch der Geist des bevorstehenden Totalverlustes heraufbeschworen werden.

  • Für letzteres sind z.b. familienpolitische Maßnahmen, die genannte Müterrente. Es wird ja immer gemeckert, dass nichts für ein familienfreundliches Umfeld getan wird. Dann aber, wenn eine Leistung Geld kostet, ist es auch nicht recht.

    Die Mütterrente wird nur für vor 1992 geborene Kinder gezahlt. Das bringt den heutigen Müttern genau gar nichts, ist aber ein schönes Geschenk an die Rentner. Und ich sag mal, es gibt sicher Rentnerinnen die heute in bitterer Armut leben, aber ich kenne nun mal auch viele Rentnerinnen, die sich im Erwerbsleben mit ihrem Ehepartner Wohneigentum angeschafft haben und heute durch eigene Rentenzahlungen und ggfs. Witwenrente finanziell gut situiert sind.

  • Nein, das ist nicht richtig. Es bestand bis 2004 die gesetzliche Regelung, dass die Rentenversicherung 24 Monatszahlbeträge als Reserve vorhalten muss. Schröder hat diese Sicherungsreserve auf 1,5 Monatsbeträge abgeschmolzen, und die Rücklagen dem allgemeinen Haushalt zugeführt. Ähnliches tat Kohl als auch Merkel mit Hubertus Heil in der letzten GroKo.

    Ich kann nichts zu einer solchen immensen Reserve finden. 24 Monatszahlbeträge wären auch 2004 mindestens 400 Milliarden Euro gewesen, vergl. z.B. https://www.sozialpolitik-aktu…PDF-Dateien/abbVIII32.pdf oder https://www.bpb.de/medien/2956…520Rentenversicherung.pdf

    Und wie sollen mehrfach Reserven aufgelöst worden sein?

    Und wie ist „die Rücklagen dem allgemeinen Haushalt zugeführt“ gemeint? Dem Bundeshaushalt zugeführt?

  • Rentnerinnen, die sich im Erwerbsleben mit ihrem Ehepartner Wohneigentum angeschafft haben und heute durch eigene Rentenzahlungen und ggfs. Witwenrente finanziell gut situiert sind.

    In solchen Fällen ist die Immobile eine zusätzliche private Altersvorsorge, für die sie in der Regel erhebliche monatliche Raten bezahlt und damit über Jahre oder eher Jahrzehnte ihren finanziellen Spielraum mitunter erheblich eingeschränkt haben. Üblicherweise fällt Wohneigentum nicht vom Himmel ;) Sie haben sich das also (meistens hart und unter Verzicht auf andere Dinge) erarbeitet.

  • Die Mütterrente wird nur für vor 1992 geborene Kinder gezahlt.

    Das ist falsch. Für ab 1992 geborene Kinder gab es schon vorher 3 Rentenpunkte, deren Finanzierung ebenfalls aus Steuermitteln erfolgt, da dafür von den Berechtigten keine Beiträge gezahlt werden. Für Erziehungszeiten für vor 1992 geborene KInder, hat man den Mangel teilweise behoben, da werden aktuell 2,5 Punkte gewährt. Auch dafür zahlt der Bund. Es ist also mitnichten so, dass der Bund nur für die vor 1992 geborenen zahlt, sondern für alle. Die "bösen" Rentner wurden und werden weiterhin benachteiligt. Aber das wird gerne vergessen, nicht?


    Das ist eben eine der beschriebenen Leistungen, die dem Steuerzahler als Familienmaßnahme obliegt, und nicht dem kleineren Kreis der Beitragszahler. Die "Mütterrente" wird übrigens nicht nur für Mütter gezahlt, sondern auch für den Vater, wenn der wesentliche


    aber ich kenne nun mal auch viele Rentnerinnen, die sich im Erwerbsleben mit ihrem Ehepartner Wohneigentum angeschafft haben und heute durch eigene Rentenzahlungen und ggfs. Witwenrente finanziell gut situiert sind.


    Ja, die haben dafür gearbeitet, die haben dafür auf andere Dinge verzichtet. Denen wurde da nicht durch den Staat oder die Rentenversicherung ein Häuschen hingestellt, wie du suggerieren möchtest. Die "bösen" alten Rentner sind auch zeitig ins Berufsleben eingestiegen. Mein einer Opa hat mit 14 angefangen zu Lernen und einzuzahlen. Heute erfolgt der Einstieg ins volle Berufsleben immer später. Das wird auch immer vergessen.

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