Der Bahn-Plauder-Thread

  • Zitat Martin Burkert, Vorsitzender der Gewerkschaft EVG, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der DB und Chef der Allianz pro Schiene: "Ein befristeter Rabatt von 30 Prozent auf das Deutschlandticket und Preissenkungen im Fernverkehr von bis zu 50 Prozent wären eine schnelle und wirksame Entlastung."


    Quelle: Wegen Folgen des Iran-Kriegs: Chef der Eisenbahngewerkschaft fordert Rabatte auf Zugtickets


    Die Chancen auf Umsetzung? Ich denke offen gesagt dass man sich da keine große Hoffnungen machen sollte, und unter Merz, angesichts seines komplett fehlenden Bezuges zu den "kleinen Leuten", schon mal eben gar nicht.

    Mal angenommen, das würde so umgesetzt werden. Wer würde sich dann im nächsten Posting darüber beschweren, dass das "wieder nur den Menschen in den Ballungsräumen hilft. Keiner denkt an die Landbevölkerung!"?


    Davon abgesehen: würde die Preissenkung im Fernverkehr um 50% wirklich den "kleinen Leuten" helfen? Kann ich mir schwer vorstellen. Von mir aus kann das kommen - mir würde das helfen. Helfen, günstiger Wochenendtrips und Kurzreisen machen zu können. Vor allem in Kombination mit der Bahncard 50 sind das dann wirklich interessante Preise für ICE Fahrten.

  • Davon abgesehen: würde die Preissenkung im Fernverkehr um 50% wirklich den "kleinen Leuten" helfen?

    Passt exakt zu der Aussage einer wirtschaftswissenschaftlicherin vorhin im TV:
    Grob:
    Wir reden von 30-50,-€ höheren Fahrtkosten zur Arbeit IM JAHR (!) - das muss man selbst schultern können.

    Oder anders gesagt:
    Es macht keinen Sinn Gegenzusteuern so lange wir von einer zeitlich befristeten Situation besprechen UND durch das Gegensteuern unterstützt wird wo es nicht angemessen ist das Geld der Bürger auszugeben = wenn eben nunmal die größte Menge Sprit für Geschäftliche Fahrten gebraucht wird hängt es am Geschäftsmodell mit diesen Kosten zurecht zu kommen.
    Die Erhöhung der Brötchenpreise ist wiederum unangemessen = so viel teurer ist es nicht geworden tausende von Brötchen auf die Filialen zu verteilen

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Passt exakt zu der Aussage einer wirtschaftswissenschaftlicherin vorhin im TV:
    Grob:
    Wir reden von 30-50,-€ höheren Fahrtkosten zur Arbeit IM JAHR (!) - das muss man selbst schultern können....

    Kommt aber Hinten und Vorne nicht hin.

    Laut Google liegt die mittlere Pendelentfernung bei 17km, macht also rund 600km im Monat (Urlaub und Feiertage berücksichtigt). Bei 6l/100km sind das 36l, Benzin is 60Cent/l teurer geworden, Diesel 80Cent/l, also liegen die Mehrkosten im Mittel eher bei 20-30€ im Monat als bei 30-50€ im Jahr.

  • Mehr als eine Erhöhung der Pendlerpauschale und eine E-Autokaufprämie auf jeden Fall

    Nö, denn das ist jetzt einfach eine Behauptung von dir. Die Pendlerpauschale bringt sofort jedem mit nennenswerter Pendelstrecke etwas (außer man ist zu faul und/oder dämlich). Nur den Wochenendausflüglern, denen bringt sie nichts. Soll sie aber auch gar nicht.

  • Nö, denn das ist jetzt einfach eine Behauptung von dir. Die Pendlerpauschale bringt sofort jedem mit nennenswerter Pendelstrecke etwas (außer man ist zu faul und/oder dämlich). Nur den Wochenendausflüglern, denen bringt sie nichts. Soll sie aber auch gar nicht.

    Ja die Pendlerpauschale bringt etwas, aber nicht sofort sondern mit der nächsten Steuererklärung.

  • Ja die Pendlerpauschale bringt etwas, aber nicht sofort sondern mit der nächsten Steuererklärung.

    Bist du Franks (falscher) Behauptung auf den Leim gegangen? ;) Die Pendlerpauschale kann man auch im laufenden Jahr zur Steuerersparnis nutzen. Wie das funktioniert hatte kues bereits verlinkt. Stichwort „Freibetrag“. Damit erhält man direkt mehr netto.

  • Die Pendlerpauschale bringt sofort jedem mit nennenswerter Pendelstrecke etwas ...

    Jedem? Nein. Jedem sofort? Auch nein.

    Kleine Hilfe, über was hier geredet wird: https://de.wikipedia.org/wiki/Entfernungspauschale


    Es ist kein staatl. Zuschuss je Pendelkilometer! Es mindert das zu versteuernde Einkommen. Dadurch wirkt es nur bei Leuten, die auch über dem Grundfreibeträgen liegen und überhaupt Einkommensteuer zahlen müssen! Am unteren Ende der "kleinen Leute" wirkt es also gar nicht!


    Und wenn, wirkt es auch nicht automatisch sofort, sondern zum Termin der Steuerrückerstattung. Was auch die Abgabe einer Steuererklärung voraussetzt. Auch nicht selbstverständlich. Nur Leute mit Steuerskills wissen, dass sie einen "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" stellen können. Dann wirkt es zwar nicht sofort, denn so ein Antrag hat eine gewisse Bearbeitungszeit, aber doch schon deutlich zeitnäher.

    Davon abgesehen: würde die Preissenkung im Fernverkehr um 50% wirklich den "kleinen Leuten" helfen?

    Denen, die sich keinen Urlaub mit der Bahn im Inland leisten (können), hilft es gar nicht. Bahn-Fernpendlern gefällt das sicher am meisten, haben eine Kompensation höherer Spritpreise aber am allerwenigsten nötig.


    Man könnte da auch die Tabaksteuer reduzieren... (was die Rentenkassen entlasten könnte) - da wäre wenigsten jedem klar, dass das Unsinn wäre.

  • Und wenn, wirkt es auch nicht automatisch sofort, sondern zum Termin der Steuerrückerstattung.

    "Sofort" ist natürlich relativ. Aber NEIN: es wirkt nicht erst zum Termin der Steuerrückerstattung. Sondern ab Berücksichtigung ist das monatliches netto höher.

  • "Sofort" ist natürlich relativ.

    Natürlich. Lies doch bitte den Absatz zu Ende. Dann sollte klar werden, dass das gar nicht mein Punkt ist.


    Aber NEIN: es wirkt nicht erst zum Termin der Steuerrückerstattung. Sondern ab Berücksichtigung ist das monatliches netto höher.

    Aber nicht bei "jedem" funktioniert das so. (Du hast echt nicht zu Ende gelesen, oder? ;) :D )


    Oder meinst du etwa den Arbeitnehmer-Pauschbetrag? Da würde eine Erhöhung komplett ohne eigenes Zutun wirken (also auch Finanzamtphobikern, die keinerlei Antrag oder Erklärung auf die Kette kriegen), und auch sofort (in deinem und meinem Sinne), aber dann ganz unabhängig von der Pendelstrecke. Eine Entlastung wäre natürlich immer noch davon abhängig, ob tatsächlich Einkommensteuer fällig wird. (Mit niedrigem Einkommen oder hohen Freibeträgen kann man da auch raus fallen.)

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