Glasfaserausbau - Warten auf den St. Nimmerleinstag - Privater Anbieter oder besser Telekom?

  • Wenn man ein GPON Netz aufbaut will man eben nicht nur die Fasern vermieten sondern die komplette Technik.

    Du spielst darauf an, dass die Telekom eine Modell mit wenigen Fasern bis zum Kunden nutzt und die Endbündelung damit schwierig ist?

    In möglichen Kooperationsgebieten könnte man das auch sicherlich ändern und mehrere Fasern parallel bis zum Endkunden bauen - analog dem Schweizer Modell, wo dann bspw. Salt auch XGS/GPON-Technik einsetzt, die Zusammenführung mehrerer Kunden auf einen Port aber erst am PoP erfolgt, ohne Splitter/Koppler am NVt/Haus.

    Die Ausrede der Telekom nur unbeschaltete Fasern zu mieten ist für mich eine gute Ausrede um keine Verträge in Fremdnetzten anzubieten, man will ja lieber überbauen statt zu helfen fremde Netze profitabel zu machen.

    Hier hängt es vermutlich eher daran wer das Netz baut: Mit Stadtwerken lässt sich einfacher eine solche Kooperation eingehen als mit anderen klassischen TK-Anbietern.

  • Das Problem ist doch, dass die Telekom extern bei FTTH nur unbeschaltete Fasern einkauft, anderen Netzbetreibern im Gegenzug aber nur Bitstrom-Vorleistungen anbietet und nicht auch unbeschaltete Fasern. Dieses Geschäftsgebaren kann man zurecht kritisieren.

    Klar kann man. Als "gefühlter Marktführer" können sie das, weil sie keine Lust haben eine nicht existierende Leerrohr oder Dark-Fiber Vermietung zu organisieren. Die Telekom zu Gunsten der privaten Konkurrenz zusammenzuregulieren hat die letzten 20 Jahre nicht funktioniert. Das ist nun mal Fakt.

  • Klar kann man. Als "gefühlter Marktführer" können sie das, weil sie keine Lust haben eine nicht existierende Leerrohr oder Dark-Fiber Vermietung zu organisieren. Die Telekom zu Gunsten der privaten Konkurrenz zusammenzuregulieren hat die letzten 20 Jahre nicht funktioniert. Das ist nun mal Fakt.

    Der Text macht irgendwie keinen Sinn, was genau meinst du nun?

    Seit wann vermietet die Telekom Dark Fiber und was hat es damit zu tun das die Telekom sich weigert Netzte von größeren Anbietern wie zb DG zu nutzten statt zu überbauen?

  • Der Text macht irgendwie keinen Sinn, was genau meinst du nun?

    Seit wann vermietet die Telekom Dark Fiber und was hat es damit zu tun das die Telekom sich weigert Netzte von größeren Anbietern wie zb DG zu nutzten statt zu überbauen?

    Also:


    Die Telekom kauft im Rahmen von "Whole buy" Leistungen bei Fremdanbietern nur selten und ungern ein. Viele Fremdanbieter können kein 24/7 Service garantieren und die Telekom muss das "abfangen", damit die Kunden nicht meutern.


    Bei Glasfaser braucht die Telekom eigentlich nur die letzte Meile vom Verteilerkasten (FTTC) bis zum Haus, da würden sie gerne leeres Lehrrohr oder mit dunklen (= nicht beleuchteten) Fasern ("dark fiber") kaufen und wenig dafür zahlen, für die alternativen Anbieter wenig attraktiv.

    Wo sie dunkle Fasern mieten, vermieten sie diese beleuchtet mit Bitstream Access an andere weiter und die Erbauer haben zu wenig davon.


    Die privaten hätten gerne, das die Telekom einen kompletten Bit Stream Access bucht, d.h. die Leitung geht vom Kunden zum ersten Rechenzentrum des anderen Anbieters und ab da zur Telekom. Das ist aber teurer und oft nicht nötig, da die Telekom ja schon durch FTTC "in der Nähe" ist.


    Was fehlt sind IMHO zwei Dinge:


    Bundesweite Baurecht, wo klar definiert wird, dass Anbieter sich voranmelden müssen, dann dann gemeinsam oder getrennt aber zu einer Zeit bauen können und danach ist das Fenster wieder zu. Das würde vermeiden, dass Straßen/Weg zweimal, dreimal geöffnet werden müssen. Ist nicht.


    Bundesweite Ausschreibung für ein bundesweites Netz, das alle Grunstücke und Anschlüsse austauscht, alle, das in Parzellen von Firmen gebaut wird, die sich beworben haben, die sich auskennen (Fachkunde) und Referenzen vorweisen können, die streng kontrolliert werden, dass sie wirklich auch bauen (und keinen Murks und zerstörter Straßen / Wege hinterlassen) und wenn es fertig ist, müssen sie es Jedermann anbieten - auch der Telekom. Notfalls zu regulierten Preisen.

    Das gibt's ebenfalls nicht.


    Der Traum der Privaten, durch zwangsweise Abschaltung von Kupfer in den Gebieten, wo die Telekom noch nichts verglasfasert hat, neue Kunden und Einnahmen zu generieren, bleibt ein Traum. Je schneller die privaten das begreifen, desto besser. Statt 250 Firmen könnten 5 (fünf) übrig bleiben.

  • Also:


    Die Telekom kauft im Rahmen von "Whole buy" Leistungen bei Fremdanbietern nur selten und ungern ein. Viele Fremdanbieter können kein 24/7 Service garantieren und die Telekom muss das "abfangen", damit die Kunden nicht meutern.

    Das ist eine der vielen Ausreden der Telekom


    Bei Glasfaser braucht die Telekom eigentlich nur die letzte Meile vom Verteilerkasten (FTTC) bis zum Haus

    Kommt auf das netz an die Telekom will eine Faser vom Kunden bis zum PoP und nicht bis zum passiven Netzverteiler.

    Aber wie stellt die Telekom sich das ganze eigentlich vor? Mietet die Telekom dann Platz im PoP des Konkurrenten?

    Warum solchen Aufwand statt einfach einen Bitstream Zugang zu mieten wie Ihn die Telekom selbst auch verkauft.

    Das lustige ist die Telekom vermietet keine Dark Fiber zum Kunden verlangt dies aber von der Konkurrenz.


    Die privaten hätten gerne, das die Telekom einen kompletten Bit Stream Access bucht, d.h. die Leitung geht vom Kunden zum ersten Rechenzentrum des anderen Anbieters und ab da zur Telekom. Das ist aber teurer und oft nicht nötig, da die Telekom ja schon durch FTTC "in der Nähe" ist.

    Dann kann die Telekom doch problemlos ein Layer 2 Zugang buchen und die Daten direkt nach dem PoP vom Konkurrenten per Ethernet übernehmen.

    Genau dafür wurden Layer 2 Zugänge entwickelt.


    neue Kunden und Einnahmen zu generieren, bleibt ein Traum. Je schneller die privaten das begreifen, desto besser. Statt 250 Firmen könnten 5 (fünf) übrig bleiben.

    Oder die Kunden begreifen endlich mal das man der Telekom keinen Cent in den gierigen Hals stecken darf und wenn möglich immer einen Konkurrenten vorzuziehen ist.

    Die Telekom hat schon immer gegen den freien Markt gekämpft und das sollte man keinen falls unterstützen.

  • Kommt auf das netz an die Telekom will eine Faser vom Kunden bis zum PoP und nicht bis zum passiven Netzverteiler.

    Aber wie stellt die Telekom sich das ganze eigentlich vor? Mietet die Telekom dann Platz im PoP des Konkurrenten?

    Warum solchen Aufwand statt einfach einen Bitstream Zugang zu mieten wie Ihn die Telekom selbst auch verkauft.

    Das lustige ist die Telekom vermietet keine Dark Fiber zum Kunden verlangt dies aber von der Konkurrenz.

    Die Telekom verlegt ein Kabel von ihrem PoP (mit ihrer aktiven Technik) in den PoP des passiven Netzbetreibers und lässt sich dort die Faser zum Kunden übergeben.

    Ich weiß nicht, ob sie dort noch optische Koppler verbaut, um weniger Fasern zum eigenen PoP zu benötigen.

  • Bundesweite Ausschreibung für ein bundesweites Netz, das alle Grunstücke und Anschlüsse austauscht, alle, das in Parzellen von Firmen gebaut wird, die sich beworben haben, die sich auskennen (Fachkunde) und Referenzen vorweisen können, die streng kontrolliert werden, dass sie wirklich auch bauen (und keinen Murks und zerstörter Straßen / Wege hinterlassen) und wenn es fertig ist, müssen sie es Jedermann anbieten - auch der Telekom. Notfalls zu regulierten Preisen.

    Das gibt's ebenfalls nicht.


    Der Traum der Privaten, durch zwangsweise Abschaltung von Kupfer in den Gebieten, wo die Telekom noch nichts verglasfasert hat, neue Kunden und Einnahmen zu generieren, bleibt ein Traum. Je schneller die privaten das begreifen, desto besser. Statt 250 Firmen könnten 5 (fünf) übrig bleiben.

    Beim letzteren Punkt stimme ich Dir voll zu, aber das mit der "bundesweiten Ausschreibung" ist doch nichts anderes als staatlicher Ausbau. Wer soll denn diese Ausschreibung vornehmen? Doch wohl der Staat, oder? Und dann natürlich auch bezahlen, nehme ich an. Und dann sind die Preise, die die abnehmende Telco bezahlt, auch staatlich reguliert, oder wie soll das funktionieren? Also hätten wir, zumindest auf Infrukturebene, wieder eine Deutsche Bundespost Glasfaser? Und das Investitionsrisiko läge bei ihr und der Staat würde bestimmen, wieviel Geld wo in dem Ausbau investiert wird (von ihm, also von den Steuerzahlern)?

    Ja, natürlich könnte man das machen; die deutsche Politik, ähnlich wie in vielen anderen Ländern, hat allerdings sich entschieden, Telekommunikation ein privatwirtschaftliches Feld sein zu lassen, ähnlich wie viele andere (z.T. nicht weniger wichtige) Branchen auch. Andernfalls müsste eine staatliche Planungskommission festlegen, wo wieviel Geld in welche Infrastrukturleistung investiert wird, also welche Grundstücke wann mit Glasfaser aus Steuermitteln versorgt werden.

    Das hat wie erwähnt schon beim Kabelausbau nicht zu einer auch nur annähernd flächendeckenden Verfügbarkeit geführt.


    Das ist eine der vielen Ausreden der Telekom

    Die Telekom braucht keine Ausreden. Wie jeder Marktteilnehmer auch kann sie frei entscheiden, mit wem sie kooperieren möchte und mit wem nicht. Wenn sie meint, so besser zu fahren, ist das ihre Geschäftsentscheidung. Die muss sie allenfalls gegenüber ihren Aktionären begründen.


    Oder die Kunden begreifen endlich mal das man der Telekom keinen Cent in den gierigen Hals stecken darf und wenn möglich immer einen Konkurrenten vorzuziehen ist.

    Die Telekom hat schon immer gegen den freien Markt gekämpft und das sollte man keinen falls unterstützen.

    Das steht jedem Verbraucher frei. Persönlich würde ich mich allerdings für einen FTTH-Anschluss durch die Telekom entscheiden, wenn ich die Wahl hätte, weil der Kunde damit die beste Auswahl an Anbietern erhält, zumindest nach derzeitiger Angebotslage. Das sehen wohl auch andere so, und deswegen heißt dieser Diskussionsfaden so, wie er heißt.

    3 Mal editiert, zuletzt von geos () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von geos mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Die Telekom verlegt ein Kabel von ihrem PoP (mit ihrer aktiven Technik) in den PoP des passiven Netzbetreibers und lässt sich dort die Faser zum Kunden übergeben.

    Ich weiß nicht, ob sie dort noch optische Koppler verbaut, um weniger Fasern zum eigenen PoP zu benötigen.

    Die Telekom verlegt dann also für einen Kunden 50km Glasfaser um irgendeinen Kunden in Hinterbaumbach zu beschalten?

    Kann ich mir kaum vorstellen.

    Aber wenn ich das so mache, dann kann ich auch direkt einen BitStream Zugang buchen und mir die Daten am PoP übergeben lassen, ist genau das selbe, macht dem Netzbetreiber vor Ort aber viel weniger Arbeit und Probleme.


    Außerdem was genau ist ein passiver Netzbetreiber?


    Persönlich würde ich mich allerdings für einen FTTH-Anschluss durch die Telekom entscheiden,

    Ich habe mich ausdrücklich gegen die Faser der Telekom und für die Faser von OXG entschieden.

    Auch weil die Telekom extrem unfair agiert, bis 2025 hieß es für Kaiserslautern ist kein FTTH Ausbau geplant weil man hätte ja erst in VDSL investiert außerdem würde sich ein Ausbau wegen Kabel Internet nicht lohnen, dann hat sich 2025 OXG für den Ausbau entschieden und 2 Monate später meldet die Telekom auch den Ausbau exakt der selben Gebiete. Was ein Zufall oder?

  • Auch weil die Telekom extrem unfair agiert, bis 2025 hieß es für Kaiserslautern ist kein FTTH Ausbau geplant weil man hätte ja erst in VDSL investiert außerdem würde sich ein Ausbau wegen Kabel Internet nicht lohnen, dann hat sich 2025 OXG für den Ausbau entschieden und 2 Monate später meldet die Telekom auch den Ausbau exakt der selben Gebiete. Was ein Zufall oder?

    War hier 2022 genauso. Erst wollte die Telekom nicht ausbauen, als die Deutsche Glasfaser dann wollte und die Markterkundung begann, wollte die Telekom plötzlich auch. Was machen die Kunden? Telekom kenn ich, also bleibe ich bei denen. Dadurch hat sich die Deutsche Glasfaser zurückgezogen. Aktueller Status Telekom Ausbau: Zwischen 2032 und 2035.

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  • Das ist eine der vielen Ausreden der Telekom

    Ist keine Ausrede, sondern gute Geschäftspraktik.

    Ich kann als Telekom meinen Kunden keinen 24/4 Business-Support anbieten mit Reaktionszeiten von 2h, wenn ich dann auf Netzinfrastruktur anderer Anbieter zugreife und die mir nur 4h Reaktionszeiten bieten können.
    Das mag bei Privatkunden funktioneren, Geschäftskunden zahlen bei der Telekom mehr Geld weil die den Service haben wollen, die erzählen denen was anderes, wenn die Telekom mit solchen Ausreden kommt "Fehler liegt bei anderen Netzbetreiber, den wie angemietet haben )

    Das ist genau der selbe Grund, warum z.b. Mobilfunknetzbetreiber ungerne Mietleitungen nutzen, sondern lieber auf eigene Leitungen oder Richtfunk setzen - vollen Zugriff auf die Systeme eben ohne Abhängigkeiten von anderen - den Zirkus hab ich jahrelnag täglich erlebt.

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