Erfahrungen mit der Deutschen Glasfaser

  • Was hat die Telekom damit zu tun,

    Weil die Telekom durch den massiven VDSL Ausbau und Überbau vorhandener Netze ebenfalls dafür verantwortlich ist das viele Netze anderer Provider nicht wirtschaftlich sind.


    Da fragt man sich eher, welche Aufsichtsgremien der Eigentümer haben eigentlich die Augen zugemacht und nicht rechtzeitig die Reißleine gezogen, bevor es zu 7 Mrd. Schulden kommen konnte.

    Die Frage ist eher ob du weißt wie ein Unternehmen wie DG funktioniert?


    DG ist im Besitz eines Finanzinvestors und eines großen kanadischer Pensionsfonds, natürlich kann DG den aktuellen Ausbau nicht aus eigener Tasche finanzieren, daher finanzieren die Investoren den Ausbau und erwarten sich in einigen Jahren dann Profite. Sobald DG dann eine gewisse Zeit profitabel ist wird DG mit hohem Gewinn weiter verkauft.

    7 Milliarden Verbindlichkeiten sind da jetzt kein all zu großes Ding, die Inhaber werden selbstverständlich weiter investieren und dafür sorgen das DG weiter ausbauen kann ansonsten wären alle Investitionen Wertlos.

    Wann wird nur die Leinen etwas enger spannen und dafür sorgen das nur noch dort ausgebaut wird wo man später auch Profit erwarten kann. Gebiete die nicht profitabel erscheinen werden nicht weiter ausgebaut oder der Ausbau gestoppt.

  • Ach mein DSL6000 reicht dann doch weil Glasfaser 150 würde 10€ mehr im Monat kosten und das ist mir dann doch zu teuer...

    Deine Entscheidung.


    Ca. 90% aller Haushalte in Deutschland können übrigens DSL 100 oder besser bekommen. Da sind m.W. mindestens 60 Mbit/s downstream garantiert, also das 10fache von dem, wovon Du sprichst).

    (Zahlen hier vom April 2026: https://www.teltarif.de/teleko…tzausbau/news/103714.html)


    Weil die Telekom durch den massiven VDSL Ausbau und Überbau vorhandener Netze ebenfalls dafür verantwortlich ist das viele Netze anderer Provider nicht wirtschaftlich sind.


    Da sind erstmal diese Provider selbst verantwortlich, Geld in einen Businesscase zu stecken, der nachher nicht aufgeht. Jetzt z.B. von der Telekom Zwangsabschaltungen zu verlangen, damit sie ein lokales Monopol erhalten, ist allzu durchsichtig.


    Ohne den massiven FTTC-Ausbau der Telekom (inkl. (Super-) Vectoring) hätte es übrigens in Deutschland zu Coronnazeiten ganz schön mau bzgl. Homeoffice und Fernunterricht ausgesehen (und jetzt bitte keine Diskussion über die inhaltliche Qualität von Fernunterricht und Schulschließungen; darum geht's nicht).

    Einmal editiert, zuletzt von geos () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von geos mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • DG ist im Besitz eines Finanzinvestors und eines großen kanadischer Pensionsfonds, natürlich kann DG den aktuellen Ausbau nicht aus eigener Tasche finanzieren, daher finanzieren die Investoren den Ausbau und erwarten sich in einigen Jahren dann Profite.

    Ach verstehe; und jetzt ist die Telekom daran schuld, wenn die Profiterwartungen eines kanadischen Finanzinvestors nicht aufgehen, weil die Kunden noch eine Alternative zur Verfügung haben. Das geht natürlich gar nicht.

  • Mir reicht 100M. Den meisten auch. Über welche Technik? Ist doch schnurzpiepegal. So einfach ist das.


    250 (DSL) oder 1000 GF FTTH ginge auch. Aber (mir!) einfach zu teuer. Isses mir nicht wert. 5er mehr? Gerne. Aber 10+? No way.


    Was ist so schwer daran?

    Meine liebste Jahreszeit ist Ende Jammerzeit


    Im Forum ist es wie im echten echten Leben. Jeder agiert nach seinen Fähigkeiten, und bei manchen Postings reicht es eben für nicht mehr als nur für ein "Haha"

  • Der FTTC-Ausbau der Telekom wird vor allem aus zwei Gründen kritisiert: Die Telekom hat den Ausbau strategisch gegen die Ausbauprojekte der aufkeimenden Glasfaserkonkurrenz eingesetzt. Das wurde und wird zwar regelmäßig geleugnet, aber die Beweislage dafür ist erdrückend, besonders wenn man sich in der betreffenden Zeit mit dem Thema beschäftigt hat. Der zweite Grund ist, dass die FTTC-Förderung auf die Telekom als Exmonopolisten zugeschnitten war und daher praktisch nur die Telekom die Förderungen nutzen konnte, um ihre Glasfasern als Teil des FTTC-Ausbaus bis in alle Orte hinein zu verlegen. Wo andere erstmal ihre Backbones langsam in die Fläche ausdehnen mussten, war die Telekom schon da, mit freundlichem Gruß des Finanzministers.


    Dass andere dann auf die Idee kommen, dass man diese "Konkurrenz" abschalten sollte, ist nachvollziehbar, aber zu radikal. Das regulatorische Umfeld ermöglicht der Telekom nach wie vor einen hochprofitablen Betrieb der DSL-Infrastruktur, weil die Konkurrenten die staatlich finanzierten Telefonleitungen und die staatlich finanzierten Backbone-Links zu "Wiederherstellungspreisen" anmieten müssen. Wenn die Telekom die Konkurrenz auf "unsere" Leitungen lassen müsste, ohne dass die Telekom selbst nennenswert daran verdient, sähe die Bereitschaft der Telekom, die alte Technik weiterzubetreiben, anders aus.

  • aber die Beweislage dafür ist erdrückend

    Ja, das kristalliisiert sich immer wieder raus. War schon bei (V)VDSL so. Bei uns war Jahrelang nur ADSL mit 6 Mbit verfügbar, bei TeleColumbus ebenfalls nur 6 Mbit. Als dann Tele Columbus investierte und 200 Mbit bot, dauerte es nicht lange, die DSLAMS sind aus dem Boden geschossen, fast überall auf einmal 100 Mbit DSL, und größtenteils sogar 250 Mbit. Telekom baute Glasfaser an bestimmten Örtlichkeit und nahe Straße mit 500 bzw 1000 Mbit, aber nur rund 10% der Haushalte.


    Dann kam vor zwei Jahren Deutsche Glasfaser mit einem Vertrag mit unserer Stadt und zwei Nachbarstädten. Die erste Runde an Vorverträgen scheiterte mit 27%. Nochmal die Phase geöffnet und die 33% geschafft, sogar mehr. Dann auf einmal kam die Telekom letztes Jahr, dass sie den Rest der Stadt auch mit Glasfaser ausbauen wollen, auch ein Vertrag mit der Stadt, und den anderen Städten geschlossen.


    Verständlicherweise hat die Deutsche Glasfaser das Projekt hier erstmal auf die "Prüfungsschiene" gelegt, man kann damit rechnen, dass es das war. Ganz traurig bin ich nicht, dass es nun scheinbar der rosa Riese macht. Aber dass die immer erst Konkurrenz brauchen nervt.

  • Verständlicherweise hat die Deutsche Glasfaser das Projekt hier erstmal auf die "Prüfungsschiene" gelegt, man kann damit rechnen, dass es das war. Ganz traurig bin ich nicht, dass es nun scheinbar der rosa Riese macht. Aber dass die immer erst Konkurrenz brauchen nervt.

    Lustig wird es wenn dann die Telekom plötzlich doch kein Bock mehr hat oder der Ausbau immer weiter und weiter herausgezögert wird.

    Dann fließen wieder die Tränen.


    Alles schon erlebt!

    Gemeinde stellt Anfragen an die Telekom diese hat kein Interesse, ein privater Anbieter gibt Zusage, wenn aus dem Stadtgebiet mind 30% einen Anschluss buchen wird man auch die eigentlich unrentablen umliegenden Ortschaften versorgen.


    Es werden knapp über 30% erreicht, der Netzbetreiber möchte innerhalb eines Jahres die kompletten Ortsgemeinde an Netz bringen.


    Wenige Monate später meldet die Telekom plötzlich einen eigenen Ausbau aber nur der größeren Städten die umliegenden Ortschaften will man nicht ausbauen.


    Daraufhin teilt der private Netzbetreiber mit das unter diesen Vorraussetzungen ein wirtschaftlicher Betrieb eines Netz nicht möglich ist.

    Man hat gemeinsam mit der Stadt versucht die Telekom davon zu überzeugen nicht selbst auszubauen sondern Kapazitäten im Netz des privaten Netzbetreiber zu buchen, das hätte Vorteile für alle.

    Das wurde von der Telekom abgelehnt. Daraufhin hat der private Netzbetreiber den geplanten Ausbau abgebrochen. Das ganze ist jetzt fast 4 Jahre her und die Telekom hat seit dem gar nichts mehr gemacht, immerhin kann man ja weiterhin ungestört seine DSL Anschlüsse vermarkten, Konkurrenz gibt es ja keine mehr.

  • Die Baukapazitäten und die Finanzkapazitäten der Telekom sind begrenzt, daher muss sie selbstverständlich priorisieren.

    Und dass sie dabei versucht, möglichst keine Kunden zu verlieren, ist aus meiner Sicht nachvollziehbar und absolut legitim.

    Nicht zu ihren Aufgaben gehört, die Renditeerwartungen von Finanzinvestoren abzusichern (es sei denn natürlich diese investieren in T-Aktien).


    Wenn der "private Netzbetreiber" nur investiert, wenn er ein Monopol hat, hört sich das nicht nach einem soliden Geschäftsmodell (und vor allem Finanzierungsmodell) an.

    Es gibt übrigens genug Beispiele, wo solche "privaten Netzbetreiber" trotz Monopol und entsprechender großspuriger Ankündigungen auch den Ausbau entweder gar nicht aufgenommen oder auf halber Strecke abgebrochen haben. Liest man hier ja auch von solchen Fällen.

  • Wie kann man nur so verblendet sein?

    Private Unternehmen investieren nicht nur wenn sie ein Monopol haben sondern müssen ihr Netz auslasten ansonsten ist es nicht wirtschaftlich und kann nicht betrieben werden.


    Baut die Telekom dort ebenfalls aus werden weniger Kunden wechseln und das Netz ist unwirtschaftlich.


    Ach egal, eine Diskussion macht sowieso keinen Sinn, ich kann genau so gut gegen eine Wand sprechen :rolleyes:

  • Das eine muss man von dem finanziellen Interessen von Investoren trennen.


    Die Telekom hat die Geschichte mit dem Überbau von Infrastruktur schon deutlich länger betrieben.

    Die Telekom hatte vor einigen Jahren in der relativ dünn besiedelten Lausitz verständlicherweise wenig Interesse kleine unlukrative Ortschaften mit DSL auszubauen.


    Einige Ortschaften wurden dann über Funk-DSL der CNS-Network versorgt.

    Mit der Zeit erkannte man bei der Telekom die Konkurrenz und baute nach und nach selber aus.

    Irgendwie ähneln und wiederholen sich die Vorgänge beim Glasfaserausbau wieder...


    Nichtsdestotrotz hätte ich auch lieber den Glasfaseranschluss bei der Telekom als bei der DG.

    Beste Grüße aus der Lausitz

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