In diesem Zusammenhang fällt mir auf, dass einfach viel unwissende Propaganda vorhanden ist:
Dazu:
das ist eine stark vereinfachte und größtenteils falsche Darstellung.
Hier die realistische Einordnung:
- 2,5 % pro EC-Zahlung – das ist Unsinn.
Bei klassischen EC- bzw. Girocard-Zahlungen (also keine Kreditkarte) liegen die Gebühren in Deutschland bei etwa 0,2 % bis 0,3 %, oft mit einem fixen Centbetrag pro Transaktion (z. B. 5–10 Cent). 2,5 % gelten eher für Kreditkarten (Visa, Mastercard) bei kleinen Händlern ohne gute Konditionen, aber nicht für EC-Karten.
- Das Beispiel mit den 36 Transaktionen ist mathematisch völlig falsch.
Selbst wenn jede Zahlung tatsächlich 2,5 % kosten würde, bedeutet das nicht, dass 50 € nach 36 Zahlungen „nur noch 5 € wert“ wären – das ist eine exponentielle Verwechslung.
50 € minus 2,5 % = 48,75 €.
Nach 36 Transaktionen wären das etwa 50 € × (0,975)^36 = 19 €, also nicht 5 €.
Aber wie gesagt: Der reale Gebührensatz ist nur etwa 0,25 %, und dann wären es 46 € nach 36 Transaktionen – also fast der ganze Betrag.
- Das Argument mit dem Bargeld stimmt im Prinzip, dass beim Barzahlen keine Bankgebühren pro Transaktion anfallen.
Aber:
- Bargeld verursacht auch Kosten (Transport, Sicherheit, Zählen, Einzahlen, Falschgeldrisiko).
- Diese Kosten liegen realistisch bei 0,3 % bis 0,6 % des Umsatzes – also in ähnlicher Größenordnung.
- „Cash ist König“ ist eine Meinung, aber kein ökonomisches Argument.
Aus Händlersicht ist Kartenzahlung oft sogar günstiger und sicherer, weil kein Bargeldhandling nötig ist, kein Wechselgeld fehlt und das Geld automatisch verbucht wird.
Fazit:
Das Schild ist Propaganda, keine seriöse Kostenrechnung. Die Zahlen sind grob falsch, die Logik fehlerhaft, und die angeblichen Verluste durch Kartenzahlung sind stark übertrieben.
In Wahrheit liegen die Kostenunterschiede zwischen Bargeld und Karte meist unter 1 % – und hängen vom Geschäftsmodell ab.