ZitatOriginal geschrieben von Robert Beloe
Als Co-Trainer sehe ich das anders: Aktuell sehe ich die Finnen nicht als Trottel an, das Wort passt m.E. ohnehin irgendwie nicht auf die Situation. Sie haben offensichtlich einiges falsch gemacht (wobei m.E. wirklich nicht ganz so eindeutig ist, was genau falsch lief), aber sie haben 2012 wirklich eine Menge auf die Beine gestellt, wenn man bedenkt, in welchen Schwierigkeiten sie sich gleichzeitig befanden. Da hat Elop seinen Leuten im positiven Sinne wirklich Beine gemacht.
Ob das ausreicht, damit die Firma eine mittelfristige Perspektive zurückbekommt, weiß ich im Gegensatz zu anderen hier, die den Untergang Nokias mehrfach für dieses Jahr prophezeit haben, nicht. Bei der Produktion und Logistik hat Nokia augenscheinlich ein Problem und kann kurzfristig schlecht auf gestiegene Nachfrage reagieren. Außerdem vermute ich mal, dass das Handy-Hardware-Geschäftsfeld alleine wird auf Dauer nicht genügen wird, um Nokia eine Perspektive zu geben.
Sehr treffend beschrieben. :top:
Ergänzen möchte ich, dass Nokia einen strategischen Fehler begangen hat, der auch auf die Reputation erhebliche Auswirkungen hatte. Das strategische Risiko und das Reputationsrisiko sind die heftigsten operationalen Risiken, die auf ein Unternehmen einschlagen können. Gemessen daran, hat Elop geradezu Erstaunliches in so kurzer Zeit geleistet. Die Erwartungshaltung, dass er 10 strategisch falsche Jahre in 24 Monaten komplett umkrempeln kann, ist überzogen. Er ist ja kein Messias. Auch Obama hat in dem Kontext nach seiner ersten 'Change'-Kampagne enttäuscht. Mit Elop hat Nokia einen guten CEO und die Richtung stimmt wieder, auch wenn der Weg noch einer weiter sein wird. Das hätten seine beiden Vorgänger niemals auf die Beine stellen können. Nachdem er den Laden so umgekrempelt hat, ist man nun nach dem guten 920 etwas ungeduldig geworden, was neue Line-up's anbelangt -geht mir ja selbst so. Aber ich glaube an die Fähigkeiten von Elop. Er kam zur richtigen Zeit.