Schweizer Volksabstimmung über Zuwanderung

  • Zum Thema Ausländerfeidlichkeit: Im Initiativtext steht dass es einen Vorrang für Schweizerinnen und Schweizer geben wird. D.h. erst wird geschaut ob es einen Schweizer für die Arbeit gibt, erst dann kommen die Ausländer dran.

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  • Ist halt nichts anderes als bei den Amis. Und da entzürnt sich inzwischen selbst der rechte Flügel der Republikaner, dass mexikanische Einwanderer schlimmer verfolgt werden als Terroristen...

  • Zitat

    Original geschrieben von Hightower2004
    Zum Thema Ausländerfeidlichkeit: Im Initiativtext steht dass es einen Vorrang für Schweizerinnen und Schweizer geben wird. D.h. erst wird geschaut ob es einen Schweizer für die Arbeit gibt, erst dann kommen die Ausländer dran.


    Jetzt mal nicht von wegen "Ausländerfeindlichkeit" übertreiben, sondern die Kirche im Dorf lassen.
    Das ist ja grundsätzlich nichts neues. Den Inländervorrang gibt es bereits jetzt und gab es auch schon ewig (nur EG/EFTA-Angehörige waren eine Zeitlang nicht davon betroffen).

  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Nun, für mich zählt die immer wieder erzählte und angesprochende "Ausländerfeindlichkeit", der man der Schweiz undifferenziert vorwirft. ....


    Zu den von mir gern mal gelesenen ausländischen Online-Medien gehören "20min.ch" und "standard.at". Nah am Volk halt.


    Wenn Du Dir die Mühe machst, die Leserkommentare in "20min.ch" zu Artikeln betreffend die Abstimmung nur einmal grob durchzusehen, wirst Du erschrocken sein ob der offen zu Tage tretenden Ausländerfeindlichkeit gegenüber EU-Angehörigen. Ich habe es kaum fassen können ... der Vorschlag, Deutschland wieder eine Mauer (diesmal zur Schweiz) zu verschaffen, war noch einer der Harmloseren. :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von Hightower2004
    Zum Thema Ausländerfeidlichkeit: Im Initiativtext steht dass es einen Vorrang für Schweizerinnen und Schweizer geben wird. D.h. erst wird geschaut ob es einen Schweizer für die Arbeit gibt, erst dann kommen die Ausländer dran.


    Dies ist - wenngleich lascher (und mit so einigen Ausnahmen) gehandhabt - grundsätzlich auch heute in Deutschland der Fall!


    Um mal §39 des deutschen Aufenthaltsgesetzes:


    Ein Aufenthaltstitel, der einem Ausländer die Ausübung einer Beschäftigung erlaubt, kann nur mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erteilt werden (…). Die Bundesagentur für Arbeit kann der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Beschäftigung (…) zustimmen, wenn (…) sich durch die Beschäftigung von Ausländern nachteilige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt (…) nicht ergeben und (…) für die Beschäftigung deutsche Arbeitnehmer (…) nicht zur Verfügung stehen


    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Wenn Du Dir die Mühe machst, die Leserkommentare in "20min.ch" zu Artikeln betreffend die Abstimmung nur einmal grob durchzusehen, wirst Du erschrocken sein ob der offen zu Tage tretenden Ausländerfeindlichkeit gegenüber EU-Angehörigen. Ich habe es kaum fassen können


    Mei, da trifft sich halt der virtuelle Stammtisch und haut mal auf die Pauke. :rolleyes:


    Findest du in Deutschland doch ganz genauso. Dafür reicht’s wahrscheinlich, wenn du als um die Ecke in die richtige Kneipe in der Nähe gehst. Gerade für dich als (mutmasslich) Duisburger, da da die medial vielbeachtete Armutszuwanderung (von EU-Angehörigen!) ja quasi bei dir um die Ecke stattfindet.


    Aber auch im Internet. Das deutsche Pendant zu den 20min-Diskussionen dürfte am ehesten bei Spiegel online zu finden sein. Aber bei solch “sensiblen” Themen schalten die recht zuverlässig die Kommentarfunktion gleich präventiv ganz ab.



    PS: Ist ja kein Geheimnis, dass ich selbst in der Schweiz lebe. Gewisse "Beisshemmungen" in dem was man sagt (oder denkt) sind hier sicher - mangels Drittes-Reich-Vergangenheit - weniger ausgeprägt. Aber ansonsten habe ich persönlich von Deutschenfeindlichkeit oder Ausländerfeindlichkeit gegenüber EU-Angehörigen im realen Leben nicht viel mitbekommen.


    In meinen Augen ganz sicher nicht verbreiteter als beispielsweise die Vorbehalte gegenüber Türken in Deutschland (um's nicht Türkenfeindlichkeit zu nennen). An dieser Stelle nur mal zur Relation: In der Deutschschweiz leben anteilsmässig doppelt so viele Deutsche wie beispielsweise Türken in Deutschland (welche die grösste Ausländergruppe in Deutschland stellen).


    Man könnte es auch anders formulieren: Was wäre los, wenn in Deutschland der Ausländeranteil mehr als doppelt so hoch wäre, immer neue fleissig dazukämen, und darunter mehr als 4 Millionen Schweizer wären (nochmal der Verlgiech: Türken in Deutschland heute: 1,5 bis 2,8 Mio, je nach Zählweise)?


    Meinst du, in Deutschland würde sich da niemand in vergleichbarem Umfeld ähnlich äussern?
    Die Deutschen sollten sich da m.E. nicht irgendwie moralisch erheben.

  • Lustig finde ich den Bericht zu einer Umfrage eines Meinungsforschungsinstitus auf t-online.de
    Klick


    Dort waren von 1000 Befragten 48% dafür und 46% gegen eine Begrenzung. Viel interessanter ist m.M.n. die Umfrage auf t-online.de etwas weiter unten. Dort haben von 12.000 Befragten knapp 90% dafür und 10% dagegen gestimmt ;)


    Erstere umfrage war übrigens representativ. Soweit man bei 1.000 befragten Bürgern bei über 80.000.000 Einwohnern von representativ reden kann ;)

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Frank:


    Scheinbar bringst du was durcheinander. Lies dir meine Postings nochmal genau durch. Wo sage ich was von der Meinung IN der Schweiz? Ich rede von der Moralpredigt, die die EU ( und auch Deutschland) der Schweiz hält, obwohl Deutschland und die EU kein Deut besser sind und sogar schärfere Regeln haben.


    BTW: Ich hatte es wie Applied schon mal hier im Thread angesprochen, die Schweiz hat 22% Zuwanderer, ich würde gerne sehen, was hier in Deutschland dann los wäre. Bei uns wird ja schon bei aktuell 11-12% von Untergang Deutschlands geredet.


    Man(n) muss über solche Dinge sachlich reden, kein Stammtisch.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von Applied
    Dies ist - wenngleich lascher (und mit so einigen Ausnahmen) gehandhabt - grundsätzlich auch heute in Deutschland der Fall!


    In diesem Artikel steht unteranderem: "deutsche Arbeitnehmer und diesen gleichgestellte Ausländer" (§39 dt. Aufenthaltsgesetz). Dieser Absatz fehlt bei den Schweizern. Mit einer Niederlassungsbewilligung "C" bist Du faktisch mit einem Schweizer gleichgestellt (mit Ausnahme von Wahlrecht, Militärdienst und evtl. anderen Kleinigkeiten). Na, wir werden sehen, wie die Schweizer das im Detail ausgestalten wollen und welche Auswirkungen das auf die bereits in der Schweiz lebenden Ausländer hat.


    Zitat

    Original geschrieben von Applied
    Mei, da trifft sich halt der virtuelle Stammtisch und haut mal auf die Pauke. :rolleyes:


    Du must aber mal beim Tagi wie schnelle die Kommentarzahl bei solchen Themen in die höhe schiesst. Ausserdem ist es erschreckend, dass es nicht ein paar vereinzelte Verirrte sind, die da sinngemäss schreiben: "Fresse halten oder ihr könnt ja gehen". Auch die Zustimmung und Ablehnung (Daumen hoch/runter) zeigt für mich eine gefährliche Tendenz.

    Zitat

    Original geschrieben von Applied
    PS: Ist ja kein Geheimnis, dass ich selbst in der Schweiz lebe.


    Ich gehe mal davon aus, dass Du (wie ich) Deutscher mit Wohnsitz Schweiz bist, oder?

    Zitat

    Original geschrieben von Applied Gewisse "Beisshemmungen" in dem was man sagt (oder denkt) sind hier sicher - mangels Drittes-Reich-Vergangenheit - weniger ausgeprägt. Aber ansonsten habe ich persönlich von Deutschenfeindlichkeit oder Ausländerfeindlichkeit gegenüber EU-Angehörigen im realen Leben nicht viel mitbekommen.


    Nein so im Alltagsleben bekommt man nichts mit. Dafür wird wird viel hinter dem Rücken geredet.

    Zitat

    Original geschrieben von Applied Man könnte es auch anders formulieren: Was wäre los, wenn in Deutschland der Ausländeranteil mehr als doppelt so hoch wäre, immer neue fleissig dazukämen, und darunter mehr als 4 Millionen Schweizer wären (nochmal der Verlgiech: Türken in Deutschland heute: 1,5 bis 2,8 Mio, je nach Zählweise)?


    Die Einbürgerungshürden sind in der Schweiz extrem hoch. Mindestens 12 Jahre Aufenthalt. Dazu kommen noch evtl. Kantonale- und Gemeindewartefristen für den Fall dass man innerhalb dieser Zeit in einen anderen Kanton und/oder Gemeinde umgezogen ist. Die Verfahrensdauer ist mit ca. 18 Monaten auch nicht kurz und es ist auch relativ teuer.

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  • Der differenziertere Vorwurf lautet doch nicht "Ausländerfeindlichkeit", sondern "Rosinenpickerei". Also wer ohne Zoll- und Handelschranken z.B. in Bulgarien seine Banken oder Chemieindustrie positionieren möchte, der muss umgekehrt auch die Personen-Freizügigkeit bzgl. dieser Landsleute akzeptieren.


    Es gibt ja auch Schweizer Stimmen, die befürchten mit den diversen Abstimmungen - erst Ablehnung des EWR, dann Ablehnung von bilateralen Verträgen, welche die EWR-Ablehnung "umgehen" sollten - hat sich die Schweiz selbst in eine Sackgasse manövriert, und dass nur noch die volle EU-Mitgliedschaft ein realistischer Ausweg ist - sicher eine Horrorvorstellung für die, welche soeben der Initiative zugestimmt haben.

  • In Deutschland stockt die öffentliche Diskussion darüber vergangenheitsbedingt, aber in den Köpfen wird hier nicht anders gedacht als in der Schweiz. Ab einer gewissen Größenordnung werden Zuwanderer aus anderen Kulturenkreisen als Bedrohung empfunden und bei den Eidgenossen ist für Manche die Grenze erreicht.
    Es mag zwar noch ein Unterschied sein ob kulturell ähnliche "Leistungsträger" oder als besonders fremd empfundene "osteuropäische und anatolische Zuwanderer in die Sozialsysteme" wahrgenommen werden, aber letztlich funktioniert Multikulti nicht. Die Leute wollen am Ende gemäß ihrer Sozialisation unter Gleichgesinnten leben. Ein paar Fremde sind okay, aber die dürfen nicht zu bestimmend werden. So dürfte es weltweit sein. Nirgendwo können sich Zuwanderer so ohne Weiteres in einer anderen Kultur ausbreiten - Ghettos (nichts anderes ist es ja) wie Chinatown sind da kein Gegenbeispiel. Mal abgesehen von New York hat auch der ländliche Amerikaner ein sehr patriotisches Denken, wie es so ziemlich überall zu finden ist. In Deutschland sagt es nur keiner so deutlich weil das hier verpönt ist und geächtet wird.


    Spannend und teilweise erheiternd ist, wie deutsche und europäische Politiker im Augenblick herumeiern. Einerseits müssen sie das Votum der schweizerischen Bevölkerung als demokratische Abstimmung akzeptieren, andererseits soll unter keinen Umständen der Eindruck entstehen, dass in jedem Land das gleiche Abstimmungsergebnis zustande käme, wenn die Leute ihre Meinung kundtun könnten.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

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