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  • Jein. Nach dem Gesetz muss die Krankenkasse die Versorgung mit Cannabis ausdrücklich genehmigen (§ 31 Abs. 6 SGB V). Einfach Rezept holen und einlösen, wie bei anderen Arzneimitteln, ist also nicht. Und da gibt es wohl Krankenkassen, die ganz besonders streng sind und jeden Antrag erstmal ablehnen in der Hoffnung, der Patient werde schon nicht den Rechtsweg bestreiten oder nach vielen Jahren einfach entnervt aufgeben. Klar gibt es Cannabis auch auf Privatrezept, dann aber mit horrenden Kosten jenseits von 200 €, wo ich dann jeden verstehe, der lieber zum Dealer geht.

    Diesen Ausführungen möchte ich deutlich widersprechen. Der Aufwand, ein Rezept für Cannabis zu erhalten, ist nicht groß. Maximal bei Erstverordnung ist die Genehmigung der Krankenkasse einzuholen. Die Krankenkasse kann außerdem nur in begründeten Ausnahmefällen ablehnen, sofern die grundsätzlichen Voraussetzungen vorliegen. Bei vielen Krankenkassen gibt es Formulare für die Einholung der Genehmigung, die in wenigen Minuten ausgefüllt sind (Beispiel: https://md-bund.de/fileadmin/d…nnabinoide_2024-11-04.pdf). Zudem gibt es reihenweise Ärzte, die Cannabis auch ohne vorherige Genehmigung der Krankenkasse verschreiben können und dürfen (bei dennoch stattfindender Kostenübernahme).


    Die Kosten für Cannabis aus der Apotheke sind außerdem niedrig und beginnen bei einstelligen Eurobeträgen pro Gramm.

  • Darum geht's nicht. Wenn man Bier oder Wein trinken will geht man in den Laden und kauft Bier oder Wein. Wenn man (legal) Cannabis konsumieren will muss man erstmal monatelang einer Pflanze beim wachsen zuschauen. Warum? Wer hat sich so einen Nonsens ausgedacht? Sorry, geht gar nicht.

    Doch darum ging es.
    Klar ist die Regelung mit kein öffentlicher Verkauf Müll. Deine Aussage, dass der Rest weiter beim Dealer wie zuvor kauft aber eben auch.
    Denn dein Schluss wird so explizit nicht durch die Studie nicht gedeckt. insbesondere die Abgrenzung Dealer und Social Supply bereitet hier Schwierigkeiten. Lies dir doch die Studie mal durch (Zeit hast du ja), insbesondere den Abschnitt 6, da wird darauf eingegangen.
    So kommt die Studie auch zu folgendem Schluss:

    Zitat

    Aus den Antworten der teilnehmenden Konsumierenden ergibt sich auch eine recht hohe Relevanz des Eigenanbaus. Aus den Angaben geht allerdings nicht hervor, ob es sich um legalen privaten Eigenanbau handelt oder nicht (z.B., weil mehr Pflanzen angebaut werden als erlaubt oder der Anbau mit dem Ziel des Handeltreibens erfolgt). Es erscheint wahrscheinlich, dass sich ein großer Teil der Personen, die diese Optionen auswählten, auf den legalen Eigenanbau bezog.


    Hinweis: ja ist ein kurzer Ausschnitt und die Studie weist auf die Schwierigkeiten der Datenerhebung und die Kürze der erfolgten Gesetzesänderung hin. Aber ich kann und will hier keine 200 Seiten Studie zitieren und allein der Absatz reicht in meinen Augen aus, um dem Ausgangskommentar von Frank ala "Nix hat sich verändert, alle laufen weiter zu ihrem Dealer" zu widersprechen.

  • die ganz besonders streng sind und jeden Antrag erstmal ablehnen in der Hoffnung, der Patient werde schon nicht den Rechtsweg bestreiten oder nach vielen Jahren einfach entnervt aufgeben.

    Quatsch. Man muss sich dies "nur" einmalig vorab von der Krankenkasse genehmigen lassen. Fertig. Klar kann die Krankenkasse erstmal ablehnen. Aber wenn ein Arzt das entsprechend begründet sollte dem nichts entgegenstehen. Zudem ist es ja auch gut so, dass dies entsprechend geprüft wird. Erstens wegen der Sache selber, zweites auch wegen der Kosten, die die Kasse dann übernimmt. Oder hättest du Bock anderen das Spaßkiffen zu finanzieren?


    Und nach vielen Jahren... Hey. Jetzt wirds lächerlich. Im Bekanntenkreis hatten wir den Fall. Abgelehnt. Einspruch, mit Arzt (also realer Arzt, reale Beschwerden), ging durch. Seit dem wird es verschrieben.

    Klar gibt es Cannabis auch auf Privatrezept, dann aber mit horrenden Kosten jenseits von 200 €, wo ich dann jeden verstehe, der lieber zum Dealer geht.

    Pardon! Aber jetzt geht es schon in den BS-Bereich. Horrende Kosten? 200 EUR? 200 EUR für was? Die Preise sind human. Die Preise kannst du bei diversen Apotheken vergleichen. Ich kenne die Straßenpreise nicht, da ich damit 0 zu tun habe. Aber ein Konsument, der nun anbaut, war total überrascht, dass es in der Apo schon bei 5 EUR losging.


    Und im Gegensatz zur Straße hast du dort sauberes Zeug. Definierte Sorte. Definierter Gehalt. Keinen Mischmaschschrott, nix gestrecktes.


    Ich muss mich schon fragen auf was sich diese Aussagen beziehen. Das ist ja alles hanebüchen. Horrende Kosten? Lieber zum Dealer? Herrje!


    Ansonsten: Vielen vielen Dank an rasputin der mir viel Arbeit abgenommen hat. Perfekt beschrieben, und genauso läuft es.


    Diese zur Schau getragene Unwissenheit ist zum Fremdschämen!

  • Zudem ist es ja auch gut so, dass dies entsprechend geprüft wird. Erstens wegen der Sache selber, zweites auch wegen der Kosten, die die Kasse dann übernimmt. Oder hättest du Bock anderen das Spaßkiffen zu finanzieren?

    Ich finanziere schon den anderen Versicherten ihre Globuli, die ja von den meisten Kassen als Satzungsleistung übernommen werden. Dagegen dürfte die Zahl der Personen, die chronische Schmerzen erfolgreich gegenüber einem Arzt vortäuschen können, dass der das tatsächlich verschreibt (was er erst darf, wenn alle konventionellen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind), eher im einstelligen Bereich bis hin zu Null sein.

  • Und was hat das eine mit dem anderen zu tun?


    Jetzt wird es schon arg schräg. Und das "dürfte" ist wieder mal aus dem Reich der Hypothesen. Derer wurden von zwei superinformierten ja schon ausreichend präsentiert. Und kam zurück wie ein Boomerang.


    Wenn man Quatsch verzapft hat, kein Ding. Aber dann einfach gut sein lassen.

  • Man kann es auch einfach mit den persönlichen Angriffen sein lassen. Wenn man nicht einer Meinung ist, schön und gut, das gibt einem aber immer noch nicht das Recht über den Kontrahenten her zu ziehen. Auch dann nicht wenn man sich, aus welchem Grund auch immer, für etwas besseres hält.


    Und nun ist gut hier.

  • Personen, die chronische Schmerzen erfolgreich gegenüber einem Arzt vortäuschen können, dass der das tatsächlich verschreibt (was er erst darf, wenn alle konventionellen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind), eher im einstelligen Bereich bis hin zu Null sein.

    Oh, ist das so: Canabis nur wegen Schmerzen?

    Ich hatte nen Praktikanten in der Firma (Umschüler) der es, sinngemäß, zum runter kommen verschrieben bekommen hat.

    = In dem Job wo er zuvor gearbeitet hat war Burnout ein Thema. Durch seinen, auch zusätzlich nicht verschriebenen Canabiskonsum war er ne rechte Schlaftablette...

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Vor paar Wochen hat hier ein bekiffter BMW-Fahrer beim Abbiegen eine Kindergartengruppe umgemäht. Was mögen die wohl zum Runterkommen bekommen haben?

    🎖️ Inoffizieller TT-Klugscheißer und Allesbesserwisser 🎖️

  • Wenn man nicht einer Meinung ist, schön und gut, das gibt einem aber immer noch nicht das Recht über den Kontrahenten her zu ziehen. Auch dann nicht wenn man sich, aus welchem Grund auch immer, für etwas besseres hält.


    Und nun ist gut hier.

    Das hat nichts mit Meinung zu tun. Die soll jeder haben. Auch die Einstellung zu Cannabis - die kann jeder haben wie er will. Ich bin kein Freund davon, muss ich aber auch nicht.


    Aber wenn hier einfach Quatsch verzapft wird, dann darf man das auch als solches bezeichnen. Nicht mehr, nicht weniger.


    Weil: Diese zur Schau getragene Unwissenheit ist zum Fremdschämen!

  • Weil: Diese zur Schau getragene Unwissenheit ist zum Fremdschämen!

    Zum Fremdschämen finde ich eher


    1. das wissentliche Ignorieren eines EOD, das galt nämlich früher mal, in Zeiten von Usenet und IRC, als grobe Unhöflichkeit.

    2. Das Unterstellen von Unwissenheit eines anderen, ohne dessen Hintergründe zu kennen. Ich kenne nämlich ebenfalls Cannabis-Patienten, die genau die von mir beschriebenen Erfahrungen gemacht haben. Ich weiß auch zu gut, dass Krankenkassen richtig stur und zeitweise geradezu fassungslos sein können, und zwar nicht nur bei dieser Thematik (ich kenne persönlich eine Person, die verstorben ist, weil die Krankenkasse bei dieser Person eine lebenswichtige OP von einer vorherigen Crash-Diät abhängig gemacht hat, die dann leider durch massive körperliche Schwächung infolge der viel zu schnellen und nicht ärztlich überwachten Diät zum Ableben dieser Person führte). Ich hatte einfach nur keine Lust, mich auf so ein unterirdisches Diskussionsniveau einzulassen.

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