Der Bahn-Plauder-Thread

  • Ich fahre regelmäßig durch den Bereich des ältesten Stellwerk Deutschlands. Das steht in Winden in der Südpfalz, an der Strecke zwischen Neustadt an der Weinstraße und Karlsruhe, einer größten Teils eingleisigen und nicht mal elektrifizierten Strecke, die vom Zustand her ihrer Bedeutung vorne und hinten nicht mehr gerecht wird.

    Dann beschwerst du dich hoffentlich nicht über die Sommersperrungen für die Vorbereitung des neuen Stellwerks :D

    Wie gesagt, dass die alten mechanischen und Relaistellwerke ersetzt werden müssen stelle ich nicht in Abrede bzw. wünsche ich mir sogar.

  • Entlang der Vogelsbergbahn (Gießen-Fulda) sieht es immer noch so aus wie zu Zeiten des Kaisers Wilhelm II. Durch Seilzüge bediente Formsignale und mechanische Stellwerke sind dort an der Tagesordnung. Ich hoffe, dass die irgendwann die Strecke modernisieren, weil das ist ja echt peinlich.


    In Nidda hat man modernisiert, das aber eher aus der Not heraus, für das mechanische Stellwerk des sehr seltenen Typs Willmann waren keine Ersatzteile mehr verfügbar und so blieb der DB nichts anderes üblich als auf ESTW umzubauen.

  • Dann beschwerst du dich hoffentlich nicht über die Sommersperrungen für die Vorbereitung des neuen Stellwerks :D

    Wie dir aufgefallen sein könnte haben ich die aktuellen Sperrungen nicht mal erwähnt. Wenn ich dann nach Karlsruhe will nehme ich den Umweg über Mannheim.

    Im Forum ist es wie im echten Leben. Jeder agiert nach seinen Fähigkeiten, und bei manchen reicht es eben nur für ein "Haha"

  • Die Doku führt an, dass es quasi keine Digitalen Stellwerke in Deutschland gibt.

    Ein ESTW ist nicht digital?

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Heute abend mal was Neues: ich wollte von meinen Eltern mit dem Zug nach Hause fahren, der kleine Bahnhof ist „ebenerdig“, die Bahnsteige jeweils außen. Um die Seite zu wechseln, geht man über den nebenstehenden Bahnübergang.

    Der Zug hatte insgesamt 20min Verspätung, auch wenn die Fahrplananzeige das wegen der Bahnbaustelle in der Nähe nicht korrekt anzeigte. Es gab keine Anzeigen am Gleis über Verspätungen oder sonstwas. Irgendwann stellte sich ein Baustellenzug (in die andere Richtung) auf ein Güterzug-Zwischengleis. Kurz danach kam mein Zug. Aber im Gegengleis! Der hielt dann auch auf der anderen Seite. Aber wie zur Hölle hätte ich dann auf die andere Seite kommen sollen? Der Bahnübergang ist geschlossen, bis der Zug durch ist (das wäre noch mit Rennen gegangen), aber da der Baustellenzug dann seinerseits auch gleich losfuhr, kam man nicht mehr rüber, weder legal noch illegal.


    Die Verspätung ist ok. Meinetwegen auch ohne Planung und Ankündigung – es war halt ne Baustelle auf der Strecke. Aber dass man die Fahrgäste so null informiert, dass ihr Zug auf der anderen Seite halten wird und man – wenn er in Sicht kommt – null Möglichkeiten mehr hat das Gleis zu wechseln, dass ist eine Unverfrorenheit. Und ich hatte mehr als genug Zeit davor. Man hätte es nur mal irgendwo hinschreiben oder anzeigen sollen.


    Sowas ist bislang noch nie vorgekommen, ich fahre seit Jahrzehnten mit der Bahn. Aber hätte ich so auch nie erwartet. Gleiswechsel werden immer angekündigt. Bin not amused.

    Software-Entwickler und Wanzenjäger – Samsung A40 – früher hier mal Seniorprofi gewesen

  • Trainspotter hier? Zur Zeit kann man im Saarland Züge auf ungewöhnlichen Routen entdecken. Der Süwex sowie sämtliche ICE zwischen Saarbrücken und Mannheim fahren auf dem Abschnitt zwischen Saarbrücken und Homburg eine Umleitung über die Strecke der Fischbachtalbahn nach Neunkirchen, und von dort aus nach Homburg. Die Umleitung erlaubt an keiner Stelle mehr als 110 km/, was für die dort üblichen RB natürlich völlig ausreicht, aber den RE und ICE deutlich ausbremst.


    Das wäre die normale Route zwischen Saarbrücken und Homburg


    https://brouter.de/brouter-web…21,49.327863&profile=rail


    Statt dessen fahren sie jetzt so


    https://brouter.de/brouter-web…95,49.327933&profile=rail

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  • Fast unkommentiert durch überregionale Medien geben es sich die Saarbahn und die GDL gerade richtig heftig. Hintergrund: Die Saarbahn und die GDL haben nach etlichen Tarifrunden keine Einigung zustande gebracht. Die Antwort der Saarbahn war dann dass pochen auf das Tarifeinheitsgesetz. Da die meisten Saarbahn-Mitarbeiter Busfahrer sind die nach Verdi-Tarifvertrag bezahlt werden, soll das auch in Zukunft auch für die Lokführer der S1 (Straßenbahn nach Karlsruher Modell) gelten. Damit wäre die GDL aus dem Spiel. Seit dem fliegen die Fetzen. Bereits 15 oder mehr Warnstreiks (ich zähle nicht mehr), Streiks die erst extrem kurzfristig angekündigt und wieder abgesagt werden, oder länger oder kürzer dauern als angekündigt, so dass man als Kunde am Ende gar nicht mehr weiß was noch fährt und was nicht. Die S1-Strecke fährt inzwischen weitgehend nur noch als Ersatzverkehr. Bin ich froh dass ich davon nicht direkt betroffen bin

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