Peering - Datenaustausch Netzbetreiber, ISPs, Carrier

  • Naja aber z.B. die Telekom hat im Core andauernd gravierende Peering-Probleme

    Die Gerüchte liesst man ständig - wo sind die den, ich habe keine.

    Und Vodafone baut beim Peering nicht ab, sondern um, die ziehen Kapazitäten um auf einen privaten Peering-Partner, um bei den Content-Anbietern abzukassieren ( um es mal platt zu sagen ) und um ihre Kapazitäten am DeCIX zu reduzieren, die ja nicht gerade günstig sind.
    Mit den großen Anbietern ( Google, MS, Meta usw. ) haben die direktes Peering und da wird sich so schnell auch nichts ändern.

  • Naja aber z.B. die Telekom hat im Core andauernd gravierende Peering-Probleme, und Vodafone baut derzeit beim Peering auch ab.

    Das Peering der Telekom ist extrem schlecht, keine Frage. Das ist allerdings ein politisches Problem, kein technisches. Bei o2 funktioniert gefühlt hingegen nichts. Ich versuche gerade über die App/Webseite eine eSIM zu ersetzen, und es geht mal wieder gar nichts. Ich verstehe ehrlich nicht, wie man dauerhaft an so einfachen Dingen scheitern kann.

    Die Gerüchte liesst man ständig - wo sind die den, ich habe keine.

    Als Telekomkunde gewöhnt man sich auch einfach an das schlechte Peering. Man muss erst mal zu einem brauchbaren Anbieter wechseln um festzustellen wie schlecht das Internet bei der DTAG ist.

  • Die Gerüchte liesst man ständig - wo sind die den, ich habe keine.

    Und Vodafone baut beim Peering nicht ab, sondern um, die ziehen Kapazitäten um auf einen privaten Peering-Partner, um bei den Content-Anbietern abzukassieren ( um es mal platt zu sagen ) und um ihre Kapazitäten am DeCIX zu reduzieren, die ja nicht gerade günstig sind.
    Mit den großen Anbietern ( Google, MS, Meta usw. ) haben die direktes Peering und da wird sich so schnell auch nichts ändern.

    Weil du keine hast, ist es ein Gerücht?


    Das Problem tritt auch mehr im Festnetz als im Mobilfunk auf. Ist aber keine Neuigkeit das diese auch im Mobilfunk auftreten kann, wenn die Kapazitäten nach Region von der Telekom erschöpft sind. Das der Ausbau im Peering Grenzüberschreitend kaum stattfindet, ist keine Neuigkeit oder Gerücht.


    Auch ist es kein Gerücht das die Telekom dazu Stellung bezogen hat:


    Sie sieht Peering primär als wirtschaftliche Verhandlungssache, nicht als technische Selbstverständlichkeit.

    • Telekom: „Wer viel Traffic verursacht, soll zahlen“
    • Kritiker: „Das widerspricht einem offenen Internet“


    Auch werden deine Gerüchte indirekt als Fakt bestätigt


    Die Telekom bestätigt ihre Strategie, und genau daraus entstehen die Probleme:

    • Sie setzt stark auf bezahltes (privates) Peering
    • Große Dienste müssen zahlen, sonst läuft Traffic über Umwege
    • Diese Umwege können überlastet oder langsamer sein

    Das wird auch in technischen Diskussionen und Support-Kontexten so erklärt (z. B. bei Cloudflare-Fällen) (Telekom Hilft Forum)


    Kritiker sagen:

    • Engpässe entstehen absichtlich oder werden in Kauf genommen
    • Beschwerden sprechen von „künstlichen Engpässen“

    Telekom sagt dagegen:

    • Das ist normale Marktlogik
    • Wer viel Traffic schickt, soll zahlen
    • Das Netz selbst sei nicht „kaputt“

    Am Ende kann man es mit folgenden Punkten zusammenfassen:

    • Technische Symptome werden nicht bestritten
    • Die Verantwortung dafür aber anders interpretiert


    Die Telekom bestreitet nicht die Existenz des Themas, aber:

    • Sie nennt es kein „Problem“ oder „Fehler“
    • sondern eine bewusste Peering-Strategie / Geschäftsmodell

    Das ist der entscheidende Punkt.


    Das Thema ist kein reines Gerücht, sondern wird seit Jahren diskutiert, nur wird es von den Anbietern nicht als Problem eingeräumt, sondern als Geschäftsmodell dargestellt.

    Und bei Vodafone ist es ähnlich: Dass Kapazitäten von öffentlichen Exchanges wie DE-CIX auf private Interconnects verschoben werden, ist nichts Ungewöhnliches. Ob das am Ende schlechter oder besser für Kunden ist, hängt vom konkreten Routing ab, „abkassieren“ ist da eher eine Interpretation.


    Die Diskussion ist absolut kein Gerücht, sondern taucht regelmäßig bei Fachmedien auf


    Technikmedien (z. B. Berichte über Peering-Streitigkeiten)Beschwerden bei der BundesnetzagenturErfahrungsberichte von Nutzern (Gaming, Streaming, Cloud)Es ist schwer etwas als Problem einzustufen wenn es von der Gegenseite als Fehler einräumt wird. Deshalb wirkt es für Dich vielleicht als Gerücht...Am Ende ist es aber überall nachzulesen...


    Mein Fazit zu der Aussage Gerücht:


    Stimmt, „Gerüchte“. Wenn sich Effekte über Jahre reproduzieren lassen, regelmäßig dokumentiert werden und es sogar bei der Bundesnetzagentur landet, spricht vieles dafür, dass es einfach Einbildung ist. Die Deutsche Telekom nennt es ja auch kein Problem, sondern ein Geschäftsmodell, dann ist die Sache im Grunde geklärt.

    Und Vodafone „baut um“. Dass dabei Traffic vom DE-CIX auf private Interconnects verschoben wird, ist sicher rein zufällig deckungsgleich mit wirtschaftlichen Interessen. Aber gut, solange die Begriffe stimmen, passt die Realität ja meistens auch.

  • Zum Peering "Problem": Wie schon anderswo hier geschrieben, die Netzbetreiber können von den Mega-Anbietern mehr Geld verlangen, die dann automatisch "Vorfahrt" bekommen oder von uns Endverbrauchern. Die Mehrheit der Endverbraucher dürfte für die erste Lösung plädieren. (Seufz).


    Wobei im o2-Telefónica-Netz eher die Verbindung von o2-Sendeturm zum o2-Telefónica-Kern-Rechenzentrum das Problem ist... iMHO.

  • Zum Peering "Problem":

    ...mal eine kleine Korrektur:

    Wie schon anderswo hier geschrieben, die Netzbetreiber ...

    ...manche Netzbetreiber (insbesondere Incumbents)...

    ...können von den Mega-Anbietern mehr Geld verlangen, ...

    ...verlangen von allen (!) anderen Geld. Die "Mega-Anbieter" können solche Netzbetreiber aber eher im Preis drücken, das können kleine Hoster nicht.

    ...oder von uns Endverbrauchern.

    ...oder von niemandem. Dass es auch ohne dieses Double-Payment geht, sieht man daran, dass es Anbieter wie 1&1, o2, M-Net oder NetCologne mit offener Peering-Policy gibt.

  • ...oder von niemandem. Dass es auch ohne dieses Double-Payment geht, sieht man daran, dass es Anbieter wie 1&1, o2, M-Net oder NetCologne mit offener Peering-Policy gibt.

    Ein Unternehmen von der Größe der Telekom mit historisch gewachsentem Technik und Service-Verständnis hat höhere Kosten, als ein lokaler Anbieter. Alle, die fordern, dass sich Preise niemals erhöhen (nur sinken dürfen), dürfen sich dann nicht wundern, wenn auch beim Incumbent die Sparkommissare über die Flure streichen und wichtige Parameter zusammenstreichen.

  • Ein Unternehmen von der Größe der Telekom mit historisch gewachsentem Technik und Service-Verständnis hat höhere Kosten, als ein lokaler Anbieter.

    Ich bezweifele, dass das - auf den einzelnen Anschluss runtergebrochen - so ist. Dazu kommt, dass ein großer Netzbetreiber - insbesondere beim Datentransport - größere Skaleneffekte hat als ein kleiner Netzbetreiber.


    Alle, die fordern, dass sich Preise niemals erhöhen (nur sinken dürfen), ...

    ...liegen falsch. Das hat aber mit der Diskussion um Double-Payment beim Datentransport nichts zu tun.


    Incumbents wie die Telekom machen das nicht, weil sie es aufgrund ihrer Kosten müssen, sondern weil sie es aufgrund ihrer Marktmacht können.


    Deine Darstellung, dass das alle Netzanbieter machen würden ist falsch, und dass diejenigen, die es machen, ja nur von den Reichen (Mega-Anbietern) nehmen würden um den Armen (Endkunden) die Anschlusspreise nicht erhöhen zu müssen, ist ebenfalls falsch und nur ein Versuch, diesem Spiel einen positiven Anstrich zu verpassen.

  • Die Telekom bestätigt ihre Strategie, und genau daraus entstehen die Probleme:

    Sie setzt stark auf bezahltes (privates) Peering
    Große Dienste müssen zahlen, sonst läuft Traffic über Umwege
    Diese Umwege können überlastet oder langsamer sein

    Das ist genau der Weg, den Vodafone jetzt auch gehen wird.


    Und in meinen Augen ist der auch vollkommen richtig. Die Content-Anbieter verdienen sich mit ihrem System dumm und dämlich aber die Kosten für den Netzausbau, worüber deren ganzer Müll verbreitet wird, tragen die Nutzer über ihre Providerverträge.

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