Für die teils mittelständischen NE4 Provider kann es blöd enden
Ich verstehe es so, dass das Recht auf Ausbau erlischt, wenn der Ausbau "selbst" gemacht wird, also natürlich auch, wenn das schon jemand gemacht hat. Das lässt doch eine Auftragsschwemme für ordentliche Handwerker erwarten, wenn die Netzbetreiber mit den Sub-Sub-Subs in die Treppenhäuser einfallen wollen. Nur nennenswert teurer als 540€ pro Wohneinheit sollten sie dann nicht sein, sonst schlägt sie die Geizigkeit der WEG.
Wenn es tatsächlich nur das einmalige Entgelt von 60 € pro Wohnung kostet, wird jeder Netzanbieter abwarten, dass ein anderer ausbaut
Nein, es kostet bis zu 540€ pro Wohneinheit, die der Eigentümer bezahlt und der Erstausbauende bekommt. Der andere Netzanbieter muss dem Erstausbauenden dann nochmal 60€ zahlen, um die Leitung auch nutzen zu dürfen, und darf diese 60€ dem Kunden nicht in Rechnung stellen. Der Erstausbauende kann also mit Einnahmen von 600€ pro Anschluss kalkulieren. Alle anderen zahlen. Dass der Eigentümer einen zweiten Netzbetreiber für einen weiteren Anschluss bezahlt, kann man wohl ausschließen.
die monatlichen kosten für die Faser oder den Bitstream Zugang fällt natürlich trotzdem an
Nein, in dem Paragraphen geht es nur um Bereitstellungsentgelte für die Inhausverkabelung. Die gehört am Ende dem Gebäudeeigentümer und der ist auch für die Instandhaltung und Funktionsbereitschaft zuständig. Wer das Haus mit eigener Technik anfährt, zahlt einmalig 60€, um die Inhausverkabelung zu seinem Kunden dauerhaft nutzen zu dürfen.
Die Eigentümerorganisationen müssen tief und fest geschlafen haben, um das soweit kommen zu lassen. Bisher konnten sie die Verantwortung für die NE4 auf die Netzbetreiber abwälzen. Internet geht nicht? Nicht mein Problem, ruf den Netzbetreiber an. Jetzt kann ihnen ein Netzbetreiber unter Zeitdruck einen NE4-Erstausbau vorsetzen und sich dann aus der Verantwortung dafür stehlen. Wer das jetzt nicht ordentlich selbst macht, bevor es zu spät ist, hat den Schuss nicht gehört.