Beiträge von Berndson

    Ich habe das schon weiter vorne etwas flapsig formuliert: Seit wann ist Kaufen, Bezahlen und Aktivieren "non compliance", und wieso rechtfertigt dieses "Fehlverhalten" Sanktionen? Und wenn man was sagt, werden einem Verträge gekündigt? Diese Willkür reiben sie einem in der "Datenschutz"-Erklärung unter die Nase? Geht's noch?

    In dem Fall würde man nicht gegen die Kündigung sondern gegen die unrechtmäßige "non compliance list" klagen, die einen Neuvertrag und die normale Nutzung bestehender Verträge verhindert, und die Klage würde auch nicht ein Kunde nur für sich selbst anstrengen sondern eine Verbraucherorganisation, um diesen Datenmissbrauch allgemein abzustellen.

    "Echte" Anschlüsse genüg(t)en gewissen Kriterien (u.a. Timing), die solche VoIP-adaptierten Anschlüsse nicht erfüllen. Das soll jetzt keine Kritik an NGN sein, aber als großes Unternehmen kann man den Kunden nicht einfach solche Sachen unterschieben. Bei der Abschaltung von ISDN wurden zwar Features von ISDN per VoIP nachgebildet, aber nicht vollständig. Auf technischer Seite fiel der Signalisierungskanal von ISDN ersatzlos weg und nur einige der "üblichen" Nutzungen dieses Kanals blieben simuliert erhalten.


    Derartigen Umstellungen gehen langwierige Abstimmungen voraus. Beispiel: Bei der Bahn gibt es eine technische Mitteilung vom Anfang 2025 (TM 202S-0l 1.1S1 813.04S0), dass Aufzugnotrufsysteme per Mobilfunk statt POTS-MSAN Anschluss angebunden werden dürfen und dass eine solche Anbindung auch für künftige Projekte empfohlen wird, weil mit der Abkündigung der POTS-MSAN Anschlüsse zu rechnen ist (was ja jetzt in diesem Thema besprochen wird).

    Im Nachbarthema wird gerade darüber geredet, dass die letzten solchen Anschlüsse durch Mobilfunk ersetzt werden sollen. Die "nur Telefon" Leitungen, bei denen das Telefonsignal tatsächlich noch per Doppelader ins Haus kommt und nicht erst beim Kunden von VoIP-Adaptertechnik erzeugt wird, wurden seit der Umstellung des Netzes auf VoIP-Technik aus entsprechenden Adaptern im Netz gespeist. Das war dann eine andere Linecard als für DSL-Anschlüsse. Für die Kunden waren das "Telefon in die TAE-Dose stecken und telefonieren" Anschlüsse. Diese Technik will die Telekom jetzt loswerden. Ende-zu-Ende elektrische Verbindungen gibt es schon seit der Digitalisierung des Telefonnetzes nicht mehr, nicht erst seit VoIP.

    Bei der wahrscheinlichen Zielgruppe wäre vielleicht ein Szenario für nomadische Nutzung, dass der Schuko-TAE-Adapter mal mit ins Krankenhaus wandert, oder bei agileren Exemplaren mit auf Reisen geht, während zu Hause da ist, wo es immer war. Einige werden auch versuchen, Nummern zu retten, wenn der Altersruhesitz in einem anderen Vorwahlbereich liegt, aber so viel kriminelle Energie würde ich dann bei den hoffnungsvollen Möchtegern-Erben erwarten, die das mit einem VoIP-Provider ohne das Fertigprodukt machen.

    Ja, dafür kann der Anbieter die monatlich kündbare Version auch schnell kündigen, wenn der Kunde ein nicht profitables Nutzungsverhalten hat. Ich bleibe dabei: Man kann das riskieren und einfach weiterlaufen lassen, in der Hoffnung, dass es nach 2 Jahren nicht teurer wird, weil der Vertrag sich danach vom Gesetz her nur monatsweise verlängern darf. Das Risiko eines Preissprungs ist deshalb überschaubar. Es gibt Anzeichen dafür, dass der Rabatt nur die ersten zwei Jahre gilt, und das wäre so in der Branche auch üblich, aber eindeutig sind die Hinweise nicht. Alleine die Tatsache, dass es regelmäßig Tarife mit Normalpreisen, die niemand bezahlen würde, und dafür hohen Rabatten gibt, ist für mich unanständig genug, dass ich dieser Branche Null Vertrauensvorschuss gebe.