Umweltbundesamt will KFZ-Maut durchsetzen - was sagt ihr dazu?

  • Hallo,


    grundsätzlich bin ich dafür eine PKW-Maut einzuführen.
    Allerdings erwarte ich einen Ausgleich für beruflich bedingt Fahren, z.b. durch steuerliche Absetzbarkeit. Ein Wegfall der KFZ-Steuer setze ich zudem voraus.


    Wenn ich die aktuellen Diskussionen nachrechne, würde mich das ganze bei 3-4 € / 100km mal locker das 4-fache kosten, was die KFZ-Steuer mir derzeit abnimmt und das ist nicht nachvollziehbarkeit.


    Alternative: Wegfall KFZ-Steuer, Erhöhung der Mineralölsteuer im Gegenzug, das würde alle entsprechend treffen. Fahrer dicker Autos zahlen eben dann auch mehr.

  • Der Anteil der ausländischen PKW am Gesamtverkehrsaufkommen beträgt lediglich 5%. Diese 5% bringen durch die Mineralölsteuer fast die doppelten Einnahmen im Vergleich zu den von Ihnen verursachten Kosten. (Quelle DIW-Homepage)


    Eine Maut einführen? Ja, sowohl auf der Autobahn als auch im Flieger für zurückgelegte Strecken.

    Erde, die uns dies gebracht,
    Sonne, die es reif gemacht,
    liebe Sonne, liebe Erde,
    euer nie vergessen werde!

  • jetzt erzähl ich euch mal wie das genau laufen wird ;) :


    Nicht (nur?) die Kraftfahrzeugsteuer sondern auch die Mineralölsteuer wird aufgrund der Einführung der PKW Maut reformiert.


    Ergebniss:
    Sowohl grenznahe Inländer als auch durch Deutschland hindurch fahrende Ausländer werden wieder in Deutschland und nicht im Ausland tanken = Steigerung der verbrauchsabhängigen Steuereinnahmen.


    Gleichzeitig ist das Ziel der PKW Maut die "sozialen Kosten" des Fahrens auf die Verursacher umzulegen. Durch das Betreiben eines Kraftfahrzeuges entstehen ja nicht nur Straßenverschleiß und Stromkosten für Ampeln und Beleuchtung sondern z.B. auch erhöhte Gesundheitsaufwendungen für Menschen welche an stark befahrenen Straßen wohnen, Kosten für Polizei bei Ausfall der Ampeln und vieles mehr auf das man erst bei genauerer Betrachtung kommt - diese Kosten werden heute der Allgemeinheit aufgebürdet und der ADAC kann heute noch sagen: wir zahlen so viel KFZ- und Mineralölsteuer und haben trotzdem schlechte Straßen da das Geld nicht Zweckgebunden eingesetzt wird...
    Natürlich ist es extremst aufwändig alle "sozialen Kosten" des Betriebes von Autos zu definieren, durch eine Bezahlung in Relation der Inanspruchnahme des Autos ist zumindest eine Möglichkeit geschaffen das Geld herein zu holen - durch die Maut mittels der bei LKW verwendeten Techniker zuverlässiger als heute via Mineralölsteuer.


    Hinsichtlich der Thematik das Menschen sich aufgrund der veränderten Kostensituation wieder verstärkt große Autos anschaffen werden ist es ganz simpel: Das vorhandene System unterstützt bereits unterschiedliche Mautklassen (?) - Fahrzeuge mit schlechteren Abgaswerten bezahlen mehr als solche mit besseren.



    Meine Meinung:
    es ist höchste Zeit die vorhandene Infrastruktur zur verursacherbezogenen Bezahlung der sozialen Kosten der Fahrzeugbenutzung einzusetzen und dadurch neben integration von Transitfahrten auch präziser auf unterschiedliche Schadstoffklassen einzugehen als es bislang möglich ist.


    Problem:
    Als ich vor vielen Jahren ein Referat zu diesem Thema im LKW Bereich schrieb war klar das aufgrund EU-Gesetzen keine Möglichkeit besteht vorhandene Steuern durch die Maut zu ersetzen. Ob dies nur den gewerblichen Bereich oder auch Privatfahrten betrifft ist mir unbekannt.
    Bevor hierzu die Kommentare kommen:
    Der Hintergrund ist die dadurch fortan bestehende Besserstellung der Inländer im Verhältniss zu Ausländern welche zukünftig höhere Kosten als in der Vergangenheit hätten sofern die Inländer durch Steuerreformen besser gestellt werden würden.

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Also ich bin dafür!
    Wer Straßen durch sein Auto "kaputt" fährt, kann ruhig dafür zahlen.
    Man muss nur drauf achten, dass die Bahn ihre Preise nicht dafür anhebt.

    "Linienflüge sind was für Loser und Terroristen!"
    H.S.

  • Bin voll dagegen! Ich fahre in Monat ca. 2000 km meine Frau ca. 1500km und das alles nur wegen der Arbeit (in verschieden Richtungen)! Freizeit ist nicht eingerechnet!!
    Auf Bahn Umsteigen ist ne Zumutung! Bei beiden ist die Verbindung so gut das das ca. 3-4 Std. nur auf die Fahrt mit Bus/Bahn draufgehen mit Auto ist es höchsten 1 Std.!


    Die zwei Autos die wir haben kosten uns ca. 450€ Steuer im Jahr!


    Autofahrer MELKKUH der Nation!! :flop: :flop: :flop: :flop:

  • Ich bin da eher geteilter Meinung. Auf der einen Seite würde ich es befürworten, denn im Moment zahlt kein Ausländer auch nur einen Cent. Habe sogar schon Leute in Österreich gesehen, die sich mit billigem Benzin eindecken, damit sie in Deutschland nicht tanken müssen.


    Ich fahre im Moment wöchentlich in die Schweiz und komme so auf etwa 1600 km im Monat auf deutschen Strassen. Das würde für mich bedeuten: ca. 768,- für die Maut, abzüglich 260,- KFZ-Steuer, heißt 508,- Mehrkosten im Jahr.


    Ich habe einen Firmenwagen, aber auch meine Firma. Aber die Kosten habe ich trotzdem und am Ende verdiene ich weniger Geld. Nicht immer auf die Leute schimpfen, die einen Firmenwagen haben. ;)


    Ich könnte auch Bahn fahren, aber die Verbindung München - Zürich ist bescheiden (Freitags 2 Fahrten, die "nur" 4,5 Std. unterwegs sind ohne Umsteigen, der Rest liegt bei etwa 5 -13 Std. mit bis zu 4 mal umsteigen).


    Mit dem Auto brauche ich 2,5 Std. Und Freizeit ist verdammt teuer, da fahre ich lieber selbst..

  • Bin schon für eine Maut. Am besten wäre eine Vignette wie in Österreich (fester Betrag, steuerlich absetzbar).


    Am wichtigsten aber ist der zweckgebundene Einsatz des erlösten Geldes für den Ausbau und die Erhaltung des Straßennetzes in Deutschland oder die Senkung der MIneralölsteuer.


    Viele Grüße
    FloHech

  • Zitat

    Original geschrieben von FloHech
    Am wichtigsten aber ist der zweckgebundene Einsatz des erlösten Geldes für den Ausbau und die Erhaltung des Straßennetzes in Deutschland


    Das gibt es schon lange nicht mehr, und wird auch Zukünftig nicht so sein. Wenn die Gelder zweckgebunden eingesetzt würden, dann gäbe es kein einziges Schlagloch in Deutschland und alle 3 Jahre könnten bei allen Strassen die Beläge komplett erneuert werden. Und selbst dann wäre noch Geld übrig.


    Das Geld wird benötigt, um dann wieder Großkonzernen für irgend einen Blödsinn Subventionen zu zahlen, bzw. Steuererleichterungen zu ermöglichen.


    Es kommt die Maut, die KFZ Steuer wird erhöht, die Mehrwertsteuer wird auch nicht mehr lange bei "nur" 19% bleiben können, eine weitere Umweltsteuer ist auch schon als Idee vorhanden und der Sprit wird auch nicht billiger werden; so sieht die "mobile" Zukunft aus.

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

  • Ich denke, Diger hat mit seiner Aussage schon recht. Ich meine, wo soll das Geld in Deutschland denn herkommen, wenn die Menschen immer älter werden und die Bevölkerung ohnehin immer mehr abnimmt, weil niemand mehr Babys in die Welt setzt? Früher oder später, teilweise auch schon jetzt, gibt es einfach keinen anderen Weg mehr, als ständig alles teurer zu machen bzw. die Abgaben zu erhöhen.


    Zitat

    Original geschrieben von FloHech
    Bin schon für eine Maut. Am besten wäre eine Vignette wie in Österreich (fester Betrag, steuerlich absetzbar).


    Eine Vignette würde keinen Sinn machen, meint die FDP, da sie eine Flatrate für Vielfahrer wäre. Und es soll ja niemand bevorteilt oder -nachteilt werden. Ist ja klar bei der FDP. :rolleyes:

    Fridge - Grenzfälle des guten Geschmacks


    NIE! WIEDER! NOKIA!

    DODGE CHARGER & CHALLENGER ARE MY LOVE. Bleibt mir weg mit euren modernen BMW's, Audi's und Mercedessen. Keine Eier in der Hose?

  • Hi


    Das große Problem in Deutschland ist halt das es irgendjemand zahlen muß ich das sind zu 99% immer die die sich nicht wehren können. Wie ich zb. und meine Freundin. Wir fahren im Jahr ca. jeder 32000km nur damit wir arbeiten dürfen und für den Staat geld verdienen dürfen. Also lockere 2560 € im Jahr und wofür ? Damit wieder andere Löcher gestopft werden können aber bestimmt wird mit dem Geld kein Schlagloch gestopft. Aber dafür sparen wir fast 300€ im Jahr an KFZ Steuer wozu haben wir uns dann eigentlich sparsame, "saubere" Autos gekauft ?


    Ich habe jetzt keine Zahlen aber wenn man alles Geld aus der KFZ-Steuer plus Steuern auf Sprit nur in den Strassenbau stecken würde, dann hätten wir überall 6-8 Sturige Autobahnen in bestem Zustand und wir könnten uns es leisten das es nur Nachtbaustellen gibt.


    Das selbe mit der Ökosteuer wenn davon nur was für die Umwelt getan würde, wäre kein qm mehr in Deutschlan mehr frei weil überall Bäume stehen wurden und alle andere Umweltprobleme wären auch weg.


    polli

    Zitat

    Gleichzeitig ist das Ziel der PKW Maut die "sozialen Kosten" des Fahrens auf die Verursacher umzulegen.... z.B. auch erhöhte Gesundheitsaufwendungen für Menschen welche an stark befahrenen Straßen wohnen


    Da sollte man sich mal an den Kopf fassen oder? Das ist die selbe Diskussion wie damals mit dem Feinstaub. Wo dann die Leute gejammert haben die an Hauptstrassen wohnen.
    Ganz ehrlich ich kann doch auch nicht an die Elbe(oder einen anderen Fluss) ziehen und dann beschweren wenn die Fluss über die Ufer tritt oder?
    Wenn man an eine Hauptstrasse zieht dann weiß man und das wußte man auch schon vor der Feinstaubdiskussion das es dort Laut, Dreckig und zu Smog kommen kann.
    Und wenn einem das nicht gefällt dann soll man da weg ziehen fertig Ende!!


    Dann müßte ja die Tabaksteuer auch in vollem Umfang direkt an die Krankenkassen gehen oder?


    Wir sollten uns einfach mal überlegen das wir weniger ausgeben, denn wie einige hier schon richtig geschrieben haben kann man einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen egal wie oft man es versucht.


    cu

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