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  • 1. Er redet von der Rente, ohne weitere Differenzierung.

    Da in Deutschland sowas wie Säule 2 nicht wirklich existiert, somit ist klar dass Säule 1 gemeint ist.


    Zitat

    2. Auch die Säule 1 hat eine Kapitalmarktkomponente.


    Ja, der Ausgleichsfond der AHV wird aber ausschließlich durch die Überschüsse an Beiträge und Zuschüsse finanziert, und soll Beitragsschwankungen ausgleichen. Die Ausgleichsfonds der AHV, IV und Eo dienen aber nicht der primären Finanzierung, sondern dem Ausgleich. Man nutzt den Kapitalmarkt, damit das Kapital nicht tot rumliegt.


    Hätte man die Sicherheisreserven der deutschen Rentenversicherung unter Kohl, Schröder und auch Merkels Groko 3 nicht geplündert, sondern einem ähnlichen Fond zugeführt, und natürlich das Rentensystem umgestellt, hätte Deutschland einen sehr komfortablen Renten- bzw. Sozialfond, der gewisse Probleme erstmal längerfristig gelöst hätte. Nicht zu verachten wäre auch eine gewisse EInflussnahme auf die gehaltenen Unternehmen des Fonds. Aber man hats ja lieber in den Haushalt gesteckt. Die 51 Mrd. aus den UMTS-Erlösen hätte man auch zukunftsgerichtet in solch einen Fond führen können.

    Einmal editiert, zuletzt von GreenBay ()

  • Ja, der Ausgleichsfond der AHV wird aber ausschließlich durch die Überschüsse an Beiträge und Zuschüsse finanziert, und soll Beitragsschwankungen ausgleichen. Die Ausgleichsfonds der AHV, IV und Eo dienen aber nicht der primären Finanzierung, sondern dem Ausgleich. Man nutzt den Kapitalmarkt, damit das Kapital nicht tot rumliegt.

    Das weiß ich Danke ;) Ändert jedoch nichts daran, dass es so ist.



    Hätte man die Sicherheisreserven der deutschen Rentenversicherung unter Kohl, Schröder und auch Merkels Groko 3 nicht geplündert, sondern einem ähnlichen Fond zugeführt, und natürlich das Rentensystem umgestellt, hätte Deutschland einen sehr komfortablen Renten- bzw. Sozialfond, der gewisse Probleme erstmal längerfristig gelöst hätte. Nicht zu verachten wäre auch eine gewisse EInflussnahme auf die gehaltenen Unternehmen des Fonds.

    Da sind wir uns einig. Da hat wohl die gepflegte deutsche Angst vor dem Kapitalmarkt den politischen Mut überstiegen.

  • Da in Deutschland sowas wie Säule 2 nicht wirklich existiert, somit ist klar dass Säule 1 gemeint ist.

    Wenn jemand sagt „so wie in der Schweiz“, dann finde ich es nicht klar, dass nur eine Komponente gemeint ist. Und selbst diese hat, wie bereits erwähnt, auch eine Kapitalmarktkomponente. Das darfst du freilich anders sehen.

  • Wenn ich von "so wie in der Schweiz" spreche, meine ich zunächst die scheinbar banale, aber fundamentale Pflicht jedes Einzelnen – unabhängig vom Beschäftigungsstatus – zur Einzahlung in die Sozialversicherungen. In der Schweiz ist diese Selbstverständlichkeit tief verankert: Jeder zahlt ein. Das schafft erstmal eine breite und solidarische Finanzierungsbasis.


    In Deutschland hingegen scheint man sich noch immer schwer damit zu tun, solche universellen Pflichten konsequent umzusetzen. Die Diskussionen über Bürgergeld, Beitragsgerechtigkeit und die Einbeziehung von Selbstständigen oder gar Beamten in die Rentenversicherung zeigen, wie zögerlich man mit Reformen umgeht.


    Und dann ist da noch die "German Angst" vor dem Kapitalmarkt – für mich schwer nachvollziehbar. Während Länder wie die Schweiz oder Schweden seit Jahrzehnten erfolgreich kapitalgedeckte Elemente in ihre Altersvorsorge integrieren, wird hierzulande der Kapitalmarkt oft als Bedrohung statt als Chance gesehen. Dabei könnten klug regulierte, langfristige Investitionen die gesetzliche Rente sinnvoll ergänzen und stabilisieren.


    Als ich jung (und naiv) war, fand ich liberale Ansätze in der Sozialpolitik überaus charmant – Eigenverantwortung, Wahlfreiheit, und ein Staat, der nicht alles regelt, sondern Rahmen schafft. Leider hat haben die Jungs der Ampel diese Chance nicht genutzt. Statt mutiger Reformen erleben wir ein Festhalten an überholten Strukturen und eine Politik der kleinsten gemeinsamen Nenner oder die Koalition kuscht vor dem CSU-Juniorpartner und lässt so ein millionenschweres Wahlgeschenk wie die Mütterrente trotz der klammen Kassen einfach durchgehen.


    Was meinen Puls zusätzlich in die Höhe treibt, ist die Tatsache, dass über das teure deutsche Beamtentum mit all seinen – im Jahr 2025 für mich schwer nachvollziehbaren – teuren Privilegien kaum öffentlich diskutiert wird. Dabei lohnt auch hier ein Blick in die Schweiz: Mit dem Bundespersonalgesetz von 2002 wurde der klassische Beamtenstatus für die Mehrheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst abgeschafft. Statt einer Ernennung auf Amtsdauer mit Sonderrechten gilt nun ein kündbares (!) öffentlich-rechtliches Arbeitsverhältnis. Die Mitarbeitenden sind Angestellte – mit Rechten und Pflichten, die weitgehend denen der Privatwirtschaft entsprechen. Ausnahmen bestehen lediglich für sicherheitsrelevante Bereiche wie Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz. Und selbst diese Berufsgruppen zahlen in die berufliche Vorsorge ein – es gibt keine Pensionen aus Steuermitteln wie in Deutschland.


    Hierzulande hingegen werden Beamte – unabhängig von individueller Leistung – auf Lebenszeit ernannt und sind faktisch unkündbar. Ihre Pensionen, oft deutlich höher als die gesetzliche Rente, werden vollständig aus Steuermitteln finanziert. Warum müssen in Deutschland beispielsweise Lehrer verbeamtet werden? Warum wird dieses System kaum hinterfragt, obwohl es enorme Kosten verursacht und strukturelle Ungleichheiten zementiert?


    Noch absurder wird es, wenn man sich politische Fehlentscheidungen ansieht, die mit Steuergeld teuer bezahlt werden müssen – ohne dass die Verantwortlichen auch nur ansatzweise Konsequenzen tragen. Man denke an den ehemaligen Verkehrsminister, der seine geliebte "Ausländer-Maut" gegen alle Warnungen durchsetzen wollte. Ergebnis: Der Staat – also wir Steuerzahler – musste am Ende 243 Millionen Euro Entschädigung zahlen. Und das war noch vergleichsweise harmlos. Im Fall eines ehemaligen Gesundheitsministers sprechen Expertenschätzungen von einem Schaden von mindestens 2,3 Milliarden Euro – verursacht durch mangelhafte Maskendeals und fragwürdige Vertragsvergaben. Das ist unser aller Geld. Und dennoch bleibt die politische und beamtenrechtliche Verantwortung weitgehend folgenlos. Aber anstatt nach oben zu boxen, tritt man lieber nach unten. Offenbar ist das für viele einfacher, als sich mit den Privilegien der Macht auseinanderzusetzen.

    Wenn sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben sie einen scheiß digitalen Prozess. Thorsten Dirks

  • Warum das Sozialversicherungsystem wie wir es heute haben auf Dauer nicht funktioniert, hat schon der Kabarettist Volker Pispers, der schon seit 2016 nicht mehr auftritt, recht gut erklärt. Er geht auch auf die Schweiz ein.


  • Warum müssen in Deutschland beispielsweise Lehrer verbeamtet werden? Warum wird dieses System kaum hinterfragt, obwohl es enorme Kosten verursacht und strukturelle Ungleichheiten zementiert?

    Das deutsche Beamtensystem hat halt - für den Staat - zwei Vorteile:


    1. Du kannst Beamte versetzen wohin du willst. Wenn du Beamte in Lörrach hast, die aber dringend in Berlin brauchst, kann der Staat einfach sagen "zieh nach Berlin" und der Beamte samt Familie muss seine sieben Sachen packen und nach Berlin ziehen. Das geht mit Angestellten nicht.


    2. Beamte haben kein Streikrecht (so auch vom EuGH bestätigt). Das heißt, einen Lehrerstreik kann es mit Beamten nie geben, und auch kritische Berufe wie Polizeibeamte können niemals die Arbeit niederlegen und streiken.

  • Das ist korrekt und mir bekannt.


    Zu 1.) Theoretisch ist das so vorgesehen. In der Praxis jedoch wird diese Regel bei triftigen Gründen häufig nicht angewendet. Ein solcher Grund kann bereits das Vorhandensein einer Familie mit schulpflichtigen Kindern sein – zumindest war das bei Landes- und Bundesbeamten in meinem Umfeld oft schon der Fall.


    Zu 2.) Ich habe nichts gegen die Verbeamtung in sicherheitsrelevanten Bereichen wie Polizei, Justiz oder Gerichten – das ist nachvollziehbar. Aber wenn Lehrkräfte verbeamtet werden, stellt sich die Frage: Warum nicht auch Beschäftigte in anderen systemrelevanten Berufen wie Pflegekräfte, Müllwerker, Lokführer, Postboten oder Telekomtechniker? Bei den drei Letztgenannten ist das Ende der Beamten-Ära gar nicht mal so lange her.

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  • In Sachsen-Anhalt hat man lange keine Lehrer verbeamtet. Die fertig ausgebildeten Lehramtsanwärter haben sich dann eben Arbeit in benachbarten Bundesländern gesucht. Also musste man wieder Lehrer verbeamten, weil man sonst bald keine mehr gehabt hätte.

    Galaxy A53, Magenta Prepaid, GMX Freephone, Ay Yildiz u.a.

  • Da fehlen allerdings auch noch einige weitere Punkte, wie z.B.


    3. Zunächst sind Beamte günstiger im „Unterhalt“, weil arbeitgeberseitig keine KV und RV Beiträge abzuführen sind. Das verschiebt die Thematik natürlich lediglich in die Zukunft auf künftige Regierungen.

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