Stromausfall in Berlin- Mobilfunk

  • So pauschal würde ich die Aussage nicht treffen. Im Nachbarort hat TEF erst im Sommer eine neue USV-Anlage mit 150 Ah an einem sehr alten Standort installiert.

    Dann läuft da irgendwas wichtiges mit drüber, aber im Regel haben die Basisstation keinen Notsromversorgung mehr.
    Wir hatten vor einigen Wochen bei uns auch einen Stromausfall, da waren alle Mobilfunknetze bei uns am Ort sofort weg, ich konnte noch mehr schlecht als Recht nen Telekom-Station aus dem Nachbarort im 3. Stock empfangen.

    Aus meiner langjährigen Erfahrungen in der Mobilfunktechnik kann ich das früher alle Standart-Basisstation eine Akkustromversorgung mit 48V hatten, die im Regelfall 3 h Ausfall überbrücken konnte. Mit UMTS wurde das schon massiv zurückgefahren.
    Selbst 150Ah reichen nicht sonderlich lange, je nach Ausbaustufe der Basisstation sind die nach wenigen Stunden am Ende.

    Notstrom Aggregate waren nur dort vorhanden, wo große Richtfunk-Repeater mit aufgebaut waren oder wichtige Leitungen mit drüber liefen und wo das technisch überhaupt machbar war, z.b. auf Firmengrundstücken. Für die wenigen Stromausfälle, die wirklich passieren, sind die Kosten und vor allem der Wartungsaufwand für Notstrom viel zu hoch.

  • ...Ich halte es grundsätzlich für sinnvoll, einmal darüber zu diskutieren, wie sich Netzbetreiber auf solche Situationen vorbereiten und wie belastbar die Infrastruktur im Ernstfall tatsächlich ist.

    ...

    Gar nicht. Unsere Infrastruktur ist Kosten- bzw. Ertragsoptimiert.

  • Ich hätte erwartet das so ne Basisstation die Möglichkeit bietet via Stromagregat versorgt zu werden.

    Also sobald absehbar ist das ein Stromausfall länger dauert werden innerhalb ein paar Stunden die Stromagregate da hin gebracht wo man sie braucht.


    Aber vermutlich sind es einfach viel zu viele Stationen...


    Kann jemand abschätzen wie viele Mobilfunkbasisstationen im betreffenden Gebiet stehen?

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Persönliche Erfahrung: Es gab mal einen kaputten Trafo im Umspannwerk Bad Soden am Taunus, da war dann neben Bad Soden ganz Liederbach ohne Strom. Bei der Telekom hatte einzig und allein die eNB 174894 ganz oben in der Gartenstraße einen Dieselgenerator als Notstrom, der versorgte aber zumindest outdoor den gesamten Ort mit Telefon und auch Internet.


    Hier übrigens ein Bild von der eNB 177496 in 61389 Schmitten OT Niederreifenberg, draußen stehen große Schränke mit Hinweis auf USV, bzw. Dieselmotoren:


  • Ich hätte erwartet das so ne Basisstation die Möglichkeit bietet via Stromagregat versorgt zu werden.

    Also sobald absehbar ist das ein Stromausfall länger dauert werden innerhalb ein paar Stunden die Stromagregate da hin gebracht wo man sie braucht.


    Aber vermutlich sind es einfach viel zu viele Stationen...



    Es sind einfach nicht genug Stromagregate vorhanden, die kleinen waren innerhalb von Stunden ausverkauft und versorgen nun wohlhabende Bürger mit größeren Eigenheime, THW versorgt die Seniorenheime und die beiden Krankenhäuser im Gebiet mit Notstrom, für die Mobilfunkversorgung gibt es einfach keine mehr. Was geht sind aber die alten Gaslaternen, da wo sie noch stehen.

  • Natürlich sind genügend Agregate vorhanden - sie müssen nur an den richtigen Platz gebracht werden ;)

    Ich bin mir sicher das in Deutschland hunderdtausende fabrikneuer und ungenutzter Agregate in den Regalen der Händler, Großhändler und Hersteller stehen.

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Das THW und der Zivilschutz sind hierfür der richtige Ansprechpartner. Wer liefern kann wird gern genutzt.


    In Bayern gelten Anschläge die zum Ausfall von Mobilfunk führen jetzt als staatsgefährdend, ist das eine Landes- oder Bundessicht?

    Immer unterwegs auf Straße und Schienen mit:
    Samsung Galaxy A54 - Physische SIM: Vodafone + 3AT // eSIM: o2 + Telekom + 1&1. Neu: [Meshtastic]

    Daheim o2 VDSL mit AVM FritzBox 7590 AX /// Viele viele Test-SIM und ein im Aufbau befindliches Gerätemuseum.

  • Wenn man sich die Karte auf OpenInfrastructure Map anschaut, gehen vom Kraftwerk/Umspannwerk Lichterfelde drei 110 KV-Stränge über die Kabelbrücke über den Kanal ab, die zwar einen Ring bilden, der jedoch keine Verbindung zu anderen Netzsegmenten hat. Diese fehlende Redundanz müssen die Bewohner jetzt ausbaden. Hätte man das Umspannwerk Dahlem mit Lepsius oder Forckenbeck angebunden oder zumindest Kopernikus über einen zweiten Weg an Lichterfelde angebunden, wäre die redundante Anbindung des Ringes gegeben und der tagelange Stromausfall vermeidbar gewesen.

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    Einmal editiert, zuletzt von AlexCeres ()

  • Hätte man das Umspannwerk Dahlem mit Lepsius oder Forckenbeck angebunden oder zumindest Kopernikus über einen zweiten Weg an Lichterfelde angebunden, wäre die redundante Anbindung des Ringes gegeben und der tagelange Stromausfall vermeidbar gewesen.

    Genau das soll jetzt passieren, mal sehen wie schnell.


    https://www.morgenpost.de/berl…ee-polizei-feuerwehr.html


    Die Bundeswehr soll auch helfen.

  • Ich hätte erwartet das so ne Basisstation die Möglichkeit bietet via Stromagregat versorgt zu werden.

    ...

    Kommt aber auch auf die Anbindung an. Bei Glasfaser ist ggf. auch die Anbindung tot wenn der Knotenpunkt im betroffenen Gebiet liegt.

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