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squeenix ist offline Alter Beitrag 15.02.2008 10:14
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squeenix

Senior Profi

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Threadersteller

Testbericht Panasonic P903i – NTT DoCoMo

Testbericht Panasonic P903i – NTT DoCoMo

Zunaechst ein paar Worte vorweg:
Dies ist mein erster Testbericht hier bei TT, also bitte erwartet keine Meilow-Qualitaet von mir! A prospos@Meilow, ich hoffe es ist okay, dass ich mir das Test-Geruest ein wenig von dir abgeguckt habe!

Ich schildere hier lediglich meine Erfahrungen der letzten 6 Monate in denen ich das Geraet hier in Japan in Benutzung hatte. Vielleicht ist das ja fuer den ein oder anderen TTler interessant.

Da viele Japan-spezifische Features im Westen zu einem grossen Teil wahrscheinlich nicht bekannt sein duerften, werde ich in diesem Thread versuchen eben solche Features ein klein wenig ausfuehrlicher vorzustellen und etwas mehr ins Rampenlicht zu ruecken. Daher moege man mir verzeihen, wenn das P903i selbst dabei hier und da ein wenig in den Hintergrund geraten sollte.

Bildergalerie:
Galerie mit 40 Livebildern

Lieferumfang:
- Panasonic P903i
- Li-ion Akku (830 mAh)
- Ladegeraet
- Bedienungsanleitung
- Software CD
- Docomodake

Ein paar Facts:
- Masse: 103mm x 50mm x 23mm
- Gewicht: 125g
- Sprechzeit: 190 min
- Videocall-Zeit: 120 min
- Standby-Zeit: 640 Stunden
- Hauptdisplay: 240x320 Pixel - 262,144 Farben TFT LCD
- Subdisplay: 96x64 Pixel - 4,096 Farben STN LCD

- Kamera:
Aussen: 3,2MPX νMaicovicon® Camera
Innen: 1MPX CMOS Camera

Ausstattung:
- Bluetooth
- Infrarot
- AAC Player
- Speicherslot fuer MicroSD (bis 2GB)
- Videofunktion
- PushTalk
- Document Viewer (PDF)
- Alarm
- Kalender
- ToDo Liste
- Memo Funktion
- Taschenrechner
- Common Phrase Dictionary

Japan-Only Features:
- i-mode (Internet + Push eMail)
- i-appli (DoCoMo spezifisches JAVA)
- Chara-Den (animierte Charaktere fuer Videocalls)
- Barcode Reader
- GPS

- Osaifu Keitai
Bedeutung: Osaifu (japanisch "Geldboerse") + Keitai (japanisch "Handy")
Mittels NFC Technik wird das Bargeldlose bezahlen ueber die Handyrechnung moeglich. In Japan hat fast jeder Supermarkt ein kleines Touchpannel an der Kasse stehen. Anstatt mit Bargeld zu bezahlen haelt man sein Handy einfach einen Bruchteil einer Sekunde ueber jenes Pannel und mit einem kurzen "piep" wird der Betrag mit der naechsten Handyrechnung eingezogen.
Das Bezahlen von Zugfahrten funktioniert hier nach dem gleichen Prinzip und wird von einem Grossteil der Japaner in Anspruch genommen.

- ToruCa:
Bedeutung: Toru (japanisch "nehmen") + Ca ("card")
ToruCa ist basierend auf Osaifu Keitai ebenfalls eine Technologie, die es erlaubt mit dem Handy im Nahfeldbereich zu kommunizieren. DoCoMo erklaert diese Funktion beispielsweise beim Kauf einer CD: Man haelt das Handy einfach ein paar cm ueber das Produkt, und auf dem Display erscheinen Zusatzinformationen zum Interpreten, Plattenlabel etc. Auch Gutscheine oder andere Rabattaktionen koennen so ueber das Handydisplay erhalten werden.

- AnshinKey
Bedeutung: Anshin (japanisch "Sicherheit") + Key
Mit im Lieferumfang des P903i befindet sich ein etwa zwei-fingerbreites, Kreditkartendickes Zusatzteil: Der AnshinKey. Werden Handy und AnshinKey miteinander gekoppelt, so sperrt sich das Handy von selbst komplett, sobald es mehrere Meter vom AnshinKey getrennt wird. Die Idee bei der Sache ist, dass der Benutzer den AnshinKey stets in seiner Geldboerse tragen soll und das Handy bei eventuellem Diebstahl nutzlos fuer den Dieb wird.

- Text Reader
Ein nettes Feature. Im Gegensatz zum Barcode Reader, kann der Text Reader normalen Text erkennen und ins Handy einspeisen. Man haelt die Kamera einfach ueber eine Textzeile und die Software liest diese aus. Man kann den Text nun bearbeiten, per eMail weiterversenden, etc.
Leider stellte sich dieses Feature in der Praxis als wenig verlaesslich heraus. Nur bei perfekten Lichtverhaeltnissen konnte der Text einigermassen korrekt erkannt werden. Seltsamerweise funktionierte es mit japanischen Texten ueberhaupt nicht, sondern nur mit romanischen Schriftzeichen. Sehr komisch. Mehr als eine Spielerei ist das noch nicht, da muss DoCoMo noch nachbessern.

Design und Verarbeitung:

Design ist ja bekanntlich immer Geschmacksache. Folder-Fans werden dieses Handy wohl zweifellos lieben. Das P903i ist in den Farben orange, weiss und braun erhaeltlich. Mir persoenlich hat die Farbe orange am Besten gefallen, ganz einfach deshalb weil ich noch nie ein Handy in so einer knalligen Farbe hatte.
Wer jedoch mit Klapphandys generell nicht warm werden kann, wird das Design des P903i wohl auch nicht moegen. Obwohl ich mir diesbezueglich nicht mal all zu sicher waere, denn wenn man die Verarbeitungsqualitaet dieses Geraets ansieht, kann man nur begeistert sein!
Es knarzt und wackelt absolut garnichts! Alles sitzt bombenfest, Panasonic hat mit der Verarbeitung einen Volltreffer gelandet. Einige huebsche kleine Designdetails runden das ganze ab. Beispielsweise ist der Schriftzug "3.2M PIXEL AF" unter der Kamera nicht aufgedruckt, sondern als Mini-Relief ins Gehaeuse eingelassen (ebenso das Osaifu Keitai Logo und der MicroSD Schriftzug auf der Unterseite). Die vier Schrauben in den Ecken der Gehaeuseoberseite sollen wohl in Anspielung auf das AnshinKey-Konzept eine gewisse Sicherheit vermitteln.
Am linken oberen Rand des Klappscharnieres befindet sich ein silberner push to open Knopf fuer einfaches einhaendiges oeffnen der Klappe. Ein Druck, ein Knack, Klappe auf. Genial einfach, einfach genial.


Display und Menu:

Mit seinen 240x320 Pixel und 262,144 Farben wartet das Hauptdisplay mit gestochen scharfer Brillianz auf. Jedes Detail ist gut erkennbar, die Schrift absolut glatt und leserlich. Da japanische Handys (logischerweise) Japanisch darstellen koennen muessen, muss die Aufloesung wohl auch entsprechend gut sein. Ansonsten koennte das Anzeigen von Kanji (chinesischen Schriftzeichen) wohl schnell ziemlich haesslich werden.
Fuer japanische Handys ist es nicht unueblich, mehrere komplett verschiedene Hauptmenus zu besitzen. So bietet das P903i beispielsweise eine Auswahl an 5 verschiedenen Menudesigns. Von funktional, ueber sehr schoen animiert, bis hin zu etwas wirr ist alles dabei.
Es gibt noch eine spezielles, sechstes Menu, welches extra grosse Schriften und Symbole bietet. Scheint wohl fuer aeltere Menschen, bzw. Menschen mit Sehbehinderung gedacht zu sein.



Tastatur:

Das ist fuer mich persoenlich definitiv DER Punkt, weshalb ich japanische Handys den Handys westlicher Hersteller IMMER bevorzugen werde: Da Japaner extreme eMail Vielschreiber sind, haben sich die Hersteller darauf konzentriert, besonders leicht zu bedienende Tasten zu konzipieren. Und das mit Erfolg. Da japanische Mobiltelefone generell im Durchschnitt um einiges groesser ausfallen als westliche, liegen sie nicht nur besser und griffiger in der Hand, sondern die Hersteller haben auch einen grossen Spielraum fuer das Tastaturdesign. Ein versehentliches vertippen ist selbst mit Wurstfingern praktisch nicht moeglich. Der Druckpunkt der Tasten ist perfekt und leicht, man hat das Gefuehl ueber die Tastatur zu fliegen. Eine bessere Tastatur als die des P903i hab ich in meiner Handykarriere noch nicht gesehen.

Fazit:
Ich finde das gesamte Konzept (Design, Handling, integration von online und offline Services etc.) der japanischen Mobilfunkanbieter vorbildlich. Man kann zusammenfassend sagen, dass in Japan alles funktioniert wie es funktionieren soll. Da mag in Deutschland vor einigen Jahren noch auf i-mode geschimpft worden sein, ich erinnere mich an Aussagen wie "proprietaerer Muell" oder "die eMail ist kein internationaler Standard" . Doch wenn man den japanischen Markt mit seinen "proprietaeren Muellhandys" laenger als einen Tag erlebt hat, wird man von solchen Aussagen ganz schnell Abstand nehmen. Nur dank eines etablierten, proprietaeren Standards wie i-mode ist es moeglich, mobile Services Geraeteuebergreifend 100%ig funktionierend anzubieten. Japan hat es diesbezueglich von Anfang an richtig gemacht. In Europa bzw. dem Rest der Welt wird sich so ein System wahrscheinlich leider nie etablieren koennen. Dafuer sind wir schon zu weit davon entfernt, denke ich. Man sieht es ja am Misserfolg von i-mode in Europa. Schade, sehr schade.

Post Skriptum:
Ein paar abschliessende Worte um evtl. aufkommende Fragen gleich zu beantworten:

- Bei dem hier getesteten Geraet handelt es sich um ein Modell, welches ausschliesslich fuer den japanischen Markt bestimmt ist. Es gibt und wird auch in Zukunft keine Moeglichkeit geben, dieses Handy ausserhalb Japans zu nutzen (abgesehen von sauteurem Roaming natuerlich).

- Alle Geraete von NTT DoCoMo sind i-mode Geraete, deren Interneteinstellungen tief in der Firmware vergraben sind (und nicht wie bei E-Plus i-mode konfigurierbar). Auch gerade deshalb wird es hoechstwahrscheinlich niemals eine funktionierende Version ausserhalb Japans geben.

- Zwar gibt es einige Ansaetze den iPhone Turbo SIM Hack auch auf DoCoMo Geraete umzubasteln, ausser SMS und Telefonie wird aber vermutlich keines der Features funktionieren.

- Ohne DoCoMo SIM Karte sind unter Umstaenden sogar Media Funktionen und Kamera gelockt!

- Der Verkauf dieses Handys wurde bereits im November 2006 eingestellt, mittlerweile sind schon zwei neuere Generationen im Handel erhaeltlich, und die naechste steht schon in den Startloechern. Es handelt sich beim P903i also bereits um ein vergleichsweise "altes" Modell.

Sollte generell Interesse an Testberichten und Bildern solcher "Exoten-Handys" bestehen, lasst es mich wissen. Ich besitze noch ein paar Prachtstuecke!

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☆ Blog: http://blog.magitek.de

Geändert von Thomas am 19.12.2011 um 00:25

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Thomas ist offline Alter Beitrag 15.02.2008 18:30
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Thomas

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