Doch, der Staat sollte sehr wohl vorschreiben können, was die Leute mit seinem - nicht mit ihrem - Geld anstellen. Transferleistungen sind kein Geschenk der Himmels, sondern Transferleistungen, die der einzahlende Teil leistet. Somit hat er auch ein berechtigtes Interesse daran, zu entscheiden, wofür er die knappen Ressourcen verteilt.
Und es kann nicht sein, dass jemand sein Geld am Monatsanfang für Geräte wie DVD-Player, Playstation o.ä. verpraßt, um dann am Ende noch weiter die Hand aufhalten zu müssen, wenn der Kühlschrank nach 10 Tagen des Monats leer ist.
Der Staat hat nunmal keine Elektrogeräte zu finanzieren, sondern das Nötigste, wie Lebensmittel, Bekleidung und eine Wohnnung. Für alles andere ist der Einzelne selbst verantwortlich. Wenn man sich dann aber umsieht in Sozialwohnungen, dann darf man schon etwas verwundert sein, wenn teure Geräte herumstehen (selbst mehrfach erlebt), relativ teure Autos vor den Häusern etc. Wenn die Sozialhilfe dafür reicht, scheint sie noch immer zu hoch zu sein. Oder es läuft über Beschiss, aber es ist sicher alles andere als normal und so gedacht.
Ich würde anonymisierte EC-Karten herausgeben (man will niemanden an den Pranger stellen), die Artikel zu 7% Steuer in Eigenregie einkaufen lassen. Alles andere, wie Bekleidung, insbes. grössere Artikel, sollte man konkretisieren (also selbst verteilen oder sehr genau bezeichnete Gutscheine ausgeben), bevor man den Leuten einen zu allgemeinen Gutschein oder gar die Kohle für ein neues Bett o.ä. in die Hand drückt, sie selbiges danach verhökern und sich davon irgendeinen in dieser Situation unsinnigen Müll kaufen oder gleicht das Geld verschwenden.
Hierzulande finanziert der Staat mangels Kontrollen leider zuviel Unsinniges, was sich findige Empfänger leider zunutze machen. Klar, nicht alle, aber wenn man sich etwas in einschlägigen Gegenden umschaut, dann leider doch eine ziemlich beachtliche Zahl. Hauptsache Benz vor der Tür, und ne Surroundanlage - gespronsored von Papa Staat.
Zahlt der Staat zu viel, fördert er die Trägheit leider mit. Wer geht schon für 100 EUR mehr 38 Std. die Woche arbeiten, wenn er fast das gleiche vom Sozialamt bekommt?! Das war bisher schon so, und das Arbeitslosengeld II ist dafür sicher nicht der Sündenbock. Auch bisher gab es Arbeitslosengeld nur für eine begrenzte Zeit, und danach ging es irgendwann in die Sozialhilfe. Außerdem wäre verschärfte Kontrollen in den Wohnungen nötig. Jedes Sozialamt sollte genug Personal zu haben, um jeden einmal im Monat unangemeldet zu besuchen. Solange die Leute alle paar Jahre (wenn überhaupt) mit einem Besuch rechnen müssen, trauen sie sich zwangsläufig mehr zu. Die besten Tricks: Sozialwohnung alleine bezahlen lassen, aber von nicht angegebenen Mitbewohnern Geld beziehen, Bestimmte Artikel "bezahlen" lassen, die Sachen dann verkaufen. All das funktioniert so gut, dass mancher von den Transferleistungen besser leben kann als einer mit mittlerem Gehalt - ohne einen Strich dafür zu tun (außer den paar Strichen auf den formlosen Anträgen). Das kann nicht sein!
Zum Thema Sozialhilfe sei zu niedrig?! Im Schnitt gibt es 300 EUR plus Miete. Zum Leben ausreichend (wenn man die Gelder für das hernimmt, wofür sie gedacht sind), BAföG ohne Studentenbude ergibt meist weniger; und auch davon kann man leben. Man muss sich halt entsprechend anpassen. Das darf von Geldempfängern natürlich ebenso verlangt werden.