Der 1&1 Netzausbau Thread

  • Das kann ja durchaus sein, trotzdem kannst du dich vermutlich überall in Berlin mit dem 1&1 Netz verbinden - 1&1 versorgt die Fläche also lückenlos.

    Selbst wenn dem so wäre... Und Indoor? Sicher nicht. Das ist mit Band 7 gar nicht machbar.

  • Ich war vor einer Woche in Pforzheim und bin vom Hauptbahnhof nach Bad Wildbad gefahren, solange 1&1 verfügbar war, hat kein Zellenwechsel zu Vodafone stattgefunden. Erst als ich weiter draußen war, wurde es irgendwann eben Vodafone, mangels weiterer Verfügbarkeit. Hab das eine ganze Weile beobachtet, aber negativ aufgefallen ist mir nichts. 🤷🏻‍♂️


    Gut sehr weit kommt man da mit 1&1 auch nicht wenn man vom Bahnhof nach Bad Wildbad fährt.

    Wenn du das eine ganze Weile beobachtet hast musst du ja sehr sehr langsam unterwegs gewesen sein, weil mit dem Auto war die Weile maximal wenige Minuten.



    Screenshot-2026-03-12-101556.png


    Selbst wenn dem so wäre... Und Indoor? Sicher nicht. Das ist mit Band 7 gar nicht machbar.

    Machbar ist das schon, natürlich nicht überall überall, das schafft kein Mobilfunknetz aber auch mit B7 ist eine gute Indoor Abdeckung möglich, o2 und E-Plus haben das Jahrelang auch geschafft.

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  • Ich hätte noch ergänzen müssen, dass bei den 'Abständen' der Stationen, wie sie 1&1 baut, das kaum möglich sein wird. Das muss gut verdichtet werden und da fehlen 1&1 die finanziellen Mittel. GSM hat ja auch bisschen weiter gereicht als LTE/NR.

  • Ich hätte noch ergänzen müssen, dass bei den 'Abständen' der Stationen, wie sie 1&1 baut, das kaum möglich sein wird. Das muss gut verdichtet werden

    Klar, ein städtisches Netz sollte sowieso möglichst dicht sein und mit kleinen Zellen arbeiten alleine schon um die Kapazität hoch zu halten.


    GSM hat ja auch bisschen weiter gereicht als LTE/NR.


    Wenn es um den Empfang in Gebäuden geht ist LTE klar im Vorteil.

    LTE nutzt zb Reflektionen durch Wände aktiv aus um Fehler zu korrigieren. Bei sehr schlechtem Pegel schaltet LTE automatisch auf eine sehr robuste Modulation (z. B. QPSK) um. Die Datenrate sinkt zwar drastisch aber die Verbindung bleibt bestehen, während ein GSM Telefonat schon längst abgebrochen wäre.


    Selbst wenn 30 % der Datenpakete "zerstört" ankommen, kann der LTE-Chipsatz das Originalpaket oft noch fehlerfrei rekonstruieren. Bei GSM ist das nicht so, was weg ist, ist weg, was zu den bekannten metallischen Geräuschen führt.


    Klar 1800 MHz hat eine etwas geringere Dämpfung als 2600 MHz, der Unterschied beträgt rein rechnerisch ca. 3,2 dB.

    In einer städtischen Umgebung mit Reflexionen wird dieser kleine theoretische Unterschied durch konstruktive Interferenz überlagert. Wenn du z. B. 500 Meter vom Mast entfernt bist, ist dieser 3 dB Unterschied im Rauschen der Umgebung fast unsichtbar. Außerdem, physikalisch bedingt haben Antennen bei 2600 MHz oft einen um 1–2 dBi höheren Gewinn als bei 1800 MHz. Dieser höhere Antennengewinn bei B7 frisst einen großen Teil der zusätzlichen Streckendämpfung direkt wieder auf, letztendlich macht es also nur einen geringen Unterschied ob ich jetzt auf 1800MHz oder 2600MHz sende.



    EDIT: Was mir gerade noch einfällt, ich habe mal geschaut, der Sender welcher von 1&1 in Kaiserslautern nun aktiviert wurde hat einen STOB vom 12.06.2024, man hat nun also fast 2 Jahre gebraucht vom STOB bis zur Aktivierung und die Antennen waren schon lange vor Eintrag auf dem Dach!

    3 Mal editiert, zuletzt von Stromae ()

  • EDIT: Was mir gerade noch einfällt, ich habe mal geschaut, der Sender welcher von 1&1 in Kaiserslautern nun aktiviert wurde hat einen STOB vom 12.06.2024, man hat nun also fast 2 Jahre gebraucht vom STOB bis zur Aktivierung und die Antennen waren schon lange vor Eintrag auf dem Dach!


    Aber andere können das auch. Hier ist eine Vodafone Station mit STOB Dezember 2021 und die ist erst im Januar 2025 live gegangen. Aufgebaut war sie auch schon lange vorher. Keine Ahnung ob sogar schon vor der STOB.

  • Wenn du das eine ganze Weile beobachtet hast musst du ja sehr sehr langsam unterwegs gewesen sein,

    Mit der S6 fährt man 31 Minuten und hält unterwegs 17x an ;-) Und da ich in Pforzheim 25 Minuten am Bahnhof warten musste, kommt da ein wenig Zeit zusammen.

  • Ich hätte noch ergänzen müssen, dass bei den 'Abständen' der Stationen, wie sie 1&1 baut, das kaum möglich sein wird. Das muss gut verdichtet werden und da fehlen 1&1 die finanziellen Mittel. GSM hat ja auch bisschen weiter gereicht als LTE/NR.

    Ich denke der Ausbau von 1&1 erfolgt sehr punktuell. In Berlin sind sehr viele Stadtteile überhaupt nicht versorgt, aber in manchen Bereichen ist der Ausbau sehr dicht. Wahrscheinlich baut man diverse Stadtteile konzentriert auf einmal aus, auch um dann direkt die Antennen aufeinander abzustimmen, etc..


    Siehe z.B. den Hermannplatz oder Prenzlauer Berg wo man eine ähnliche Netzdichte hat wie O2/Telekom und deutlich höher als Vodafone. Mit B1 sollte man hier schon eine ordentliche Abdeckung erzielen.


    1&1 Hermannplatz
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    Vodafone Hermannplatz

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    -----


    1&1 Prenzlauer Berg (die Masten sind allesamt erst seit einigen Wochen aktiv, gut möglich, dass hier noch was dazukommt)


    Bildschirmfoto-2026-03-12-um-16-26-07.png

  • Kommt ja auch immer darauf an, wo man bauen darf. Wenn ein in einem gewissen Bereich sich kein Standort finden lässt, dann nimmt man lieber einen, der deutlich näher an einem anderen Sender liegt, um wenigstens etwas mehr Pegel in den unversorgten Bereich zu bringen. So scheint es die Telekom auch zu machen, da neue Standorte wirklich Mangelware sind. Entweder weigern sich die Mieter, die Behörden oder keine Ahnung wer. Es gibt kaum neue Standorte in meiner Umgebung und da hat die Telekom wohl einfach die alten E-Plus Standorte 'aufgekauft' (?) und da was hingestellt, auch wenn sie teilweise 100 m Luftlinie von einander entfernt sind. Siehe z.B. Mannheim Friedrichsfeld oder Ludwigshafen Süd (wobei in Ludwigshafen Süd der östliche Bereich schwach versorgt ist).

  • Wenn es um den Empfang in Gebäuden geht ist LTE klar im Vorteil.

    Nein ist es nicht, daher passt der Vergleich mit E-Plus auch nicht. Du wirfst hier nämlich einige Dinge durcheinander.


    Wenn es um den Empfang in Gebäuden geht ist LTE klar im Vorteil.

    LTE nutzt zb Reflektionen durch Wände aktiv aus um Fehler zu korrigieren. Bei sehr schlechtem Pegel schaltet LTE automatisch auf eine sehr robuste Modulation (z. B. QPSK) um. Die Datenrate sinkt zwar drastisch aber die Verbindung bleibt bestehen, während ein GSM Telefonat schon längst abgebrochen wäre.

    Puh, das klingt schon stark nach Marketingzeugs. LTE nutzt Reflexionen nicht aktiv aus, sondern ist durch OFDM, zyklisches Präfix etc. lediglich toleranter gegenüber Reflexionen (Mehrwegausbreitungen). Also LTE ist da schon von Vorteil, GSM struggelt da. Aber "aktiv ausnutzen" ist technisch nicht korrekt. ^^


    Wenn RSRP bzw. SINR zu schlecht werden, hilft auch QPSK irgendwann nicht mehr, dann bricht die Verbindung schlicht ab. Außerdem sollte man beim Link Budget auch den Uplink berücksichtigen: Ein GSM-Endgerät kann bei 1800 MHz bis zu 30 dBm senden, während bei LTE typischerweise bei 23 dBm schluss ist. Diese rund 7 – 8 dB Unterschied können insbesondere indoor einen deutlichen Einfluss haben, da der Uplink häufig der limitierende Faktor ist. Das ist ein erheblicher Vorteil, vor allem indoor.


    Auch werden Pakete nicht einfach magisch wiederhergestellt wie du schreibst, sondern neu gesendet oder durch FEC korrigiert.


    Zitat

    Klar 1800 MHz hat eine etwas geringere Dämpfung als 2600 MHz, der Unterschied beträgt rein rechnerisch ca. 3,2 dB.

    In einer städtischen Umgebung mit Reflexionen wird dieser kleine theoretische Unterschied durch konstruktive Interferenz überlagert. Wenn du z. B. 500 Meter vom Mast entfernt bist, ist dieser 3 dB Unterschied im Rauschen der Umgebung fast unsichtbar. Außerdem, physikalisch bedingt haben Antennen bei 2600 MHz oft einen um 1–2 dBi höheren Gewinn als bei 1800 MHz. Dieser höhere Antennengewinn bei B7 frisst einen großen Teil der zusätzlichen Streckendämpfung direkt wieder auf, letztendlich macht es also nur einen geringen Unterschied ob ich jetzt auf 1800MHz oder 2600MHz sende.


    Und was ist mit der Gebäudedämpfung? Hast du diese vergessen? Da kann, je nach Bausubstanz zwischen 5 - 12 dB zusätzliche Dämpfung für 2600 MHz gegenüber 1800 MHz auftreten.

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