National Roaming: Lösung aller Probleme?

  • Die mobilfunkkritische Organisation diagnose:funk schlägt die Einführung von "National Roaming" in Deutschland vor. Die Idee: Kunden aller Anbieter/Netzbetreiber können nahtlos zwischen den Netz wechseln. Der Hintergrund: Es gibt 13 bis 32 Prozent "graue Flecken" im Land, wo aktuell nur ein Netz versorgt.


    Durch nationales Roaming müssten dann weniger Sendetürme/Anlagen gebaut werden, was diagnose:funk gut findet, weil sie Mobilfunk für "ungesund" bis "gefährlich" halten, aber wohl schon "gelernt" haben, dass es ohne auch nicht geht.


    Nachteile dieser Maßnahme: Der Netzausbau der Funklöcher könnte sich extrem verlangsamen oder enden, weil die massiv netzausbauenden Unternehmen keinen Vorteil mehr davon hätten, denn viele Kunden würden natürlich die allerbilligsten Tarife beim "amwenigstennetzausbauenden" Unternehmen buchen.


    Was haltet ihr davon?


    Siehe auch https://www.teltarif.de/funklo…tzausbau/news/104461.html

  • Nix, weil wie soll das gerecht abgerechnet werden. Sowas geht, wenn ein staatlicher neutraler Anbieter das Netz stellt. Aber so? Für mich Quatsch.

    Wer jammert oder Quatsch schreibt, bei dem klicke ich einfach auf ^^

  • Durchaus wünschenswert wäre eine Lösung wie in der Ukraine, wo ein National Roaming zwischen allen Anbietern prinzipiell möglich ist, aber beschränkt auf eine niedrige Datenrate (512 kBit/s). Das ermöglicht die Nutzung grundlegender Dienste, belastet aber das Gastnetz kaum und dürfte in vielen Fällen ausreichend sein.


    Ohne behördlichen Zwang wird das aber selbstverständlich nicht passieren.

  • Die gibts auch noch? Wie jede gute Sekte müssen auch die von Zeit zu Zeit mit irgendetwas um die Ecke kommen. Dass man sich damit selbst ins Knie schiesst bemerkens offenbar nicht, heute haben wir deutlich mehr graue als weisse Flecken, würden die grauen Flecken verschwinden wären die weissen Flecken wesentlich prominenter und die Chance, dass diese geschlossen werden steigt. Ausserdem muss das neue Netz durch die zu erwartende Last von dann nicht mehr 20-30% sondern 100% der Mobilfunkkunden verstärkt werden, wodurch das Netz auch an bereits versorgen Orten verdichtet werden müsste.


    Kurzum, tolle Idee, perfekte Coverage mit allen Frequenzen an jeder Stelle und das von diagnose:funk...

    Immer unterwegs auf Straße und Schienen mit:
    Samsung Galaxy A54 - Physische SIM: Vodafone + 3AT // eSIM: o2 + Telekom + 1&1. Neu: [Meshtastic]

    Daheim o2 VDSL mit AVM FritzBox 7590 AX /// Viele viele Test-SIM und ein im Aufbau befindliches Gerätemuseum.

  • Nachteile dieser Maßnahme: Der Netzausbau der Funklöcher könnte sich extrem verlangsamen oder enden, weil die massiv netzausbauenden Unternehmen keinen Vorteil mehr davon hätten, denn viele Kunden würden natürlich die allerbilligsten Tarife beim "amwenigstennetzausbauenden" Unternehmen buchen.

    Einfache Lösung: Standort aufbauen, über einen gewissen Zeitraum den Traffic messen, und dann die Kosten auf die Netzbetreiber entsprechend der anteiligen Nutzung verteilen.

    Meine liebste Jahreszeit ist Ende Merz

  • Ich seh zwar die Probleme, aber der überzogene regulierte Ausbau in der Fläche läuft doch ziemlich aufs Selbe raus. Und die BNetzA wird wohl aus den gegenwärtigen Auflagen mit der gleichen Selbstverständlichkeit National Roaming als naheliegende Lösung rauslesen, wie sie das bisher bezüglich 1&1 tut. Hier kommen halt noch andere Lösungen in Betracht, aber die Wirkung ist auf jeden Fall, dass der Wettbewerb in der Beziehung ausgehebelt wird.


    Niedrige Datenrate würd ich für sinnvoll halten, aber die Auflage ist 50 Mbit/s für alle (außer 1&1) nahezu überall.

  • Die Idee ist ja eigentlich uralt. Ich hatte das einem Kollegen der Telekom schon vor dreißig Jahren mal vorgeschlagen, weil ich im Ausland damals einfach immer alle Netze nutzen konnte und damit eine bessere Netzabdeckung als in Deutschland hatte. Aus Nutzersicht wäre das also schon hilfreich.

    In der Zwischenzeit ist der Vorschlag von verschiedenen Seiten immer mal hochgekommen, hat sich aber aus verschiedenen Gründen eben nicht durchgesetzt. Einige der Gründe wurden hier schon genannt. Sicher lösbar, aber offenbar hat kein Player ein gesteigertes Interesse, sich damit auseinander zu setzen.

  • Die Globulifraktion von diagnose:funk sollte bei ihren Heilpraktiker Themen bleiben. :D


    Unternehmen O investiert Summe S und kalkuliert deswegen Tarife zum Preis P.


    Unternehmen T investiert Summe S+x% und kalkuliert deswegen Tarife zum Preis P+x%.


    Unternehmen V investiert Summe S-x% und kalkuliert deswegen z.B. Tarife zum Preis P-x%


    Resultat: Alle machen Gewinn, die Netzabdeckung ist unterschiedlich, alle investieren mit ihrem Budget.


    Wenn ich nun bei einem oder mehreren die Ausbauverpflichtung reduziere, erhöhe ich die Gewinne der nicht investierenden Unternehmen und verschiebe die Verantwortung auf das investierende Unternehmen.

    Und nun die Preisfrage: Welche Unternehmen senken ihre Tarife für den Endkunden?

    Ich vermute: Keiner und zudem reduziere ich die Redundanz der Netze in sowieso schon schwach versorgten Gebieten.


    Das alles hatten wir schon, nannte sich Bundespost. Schön ohne Wettbewerb. Mit maximalen Preisen.

  • Wäre gut, aber ich denke nicht dass sowas kommen wird. Lieber soll die Bundesnetzagentur schauen, dass ihre bundesweit 99,5% Flächenabdeckung je Netz eingehalten werden.

  • Solange Endkundengeschäft und Netz in einer Hand sind, sehe ich da auch keine Perspektive. Aber für virtuelle Netzbetreiber wie Spusu wäre es eine USP, wenn man eben nicht nur das Vodafone Netz nutzen könnte.

    Diverse Anbieter von Roaming eSIMs positionieren sich dort ja schon, für Datentraffic.

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