Ein europäischer Netzbetreiber / Provider - Gut oder schlecht?

  • Da der multinationale Ansatz in EU/EWR - also mit spezifischen Ländergesellschaften - in den vergangenen Jahren nicht wirklich funktioniert zu haben scheint - schließlich haben die "Großen" mehr nationale Märkte in EU/EWR verlassen als sie betreten haben -, dürfte es z.B. der Telekom tatsächlich um einen transnationalen Ansatz - also quasi eine "Telekom EU" - gehen, der aber nur funktionieren würde, sofern entsprechende supranationale Voraussetzungen (z.B. EU/EWR-weite Regulierungsbehörde für Lizenzvergabe) geschaffen würden. Die Bereitschaft, der EU weitere nationale Hoheitsrechte zu übertragen, dürfte bei sehr vielen Mitgliedsstaaten jedoch nicht allzu groß sein... und auch bei vielen EU-Bürgern nicht, die - je nach politischer Coleur - die EU für ohnehin schon zu unausgewogen (weil zu stark wirtschaftslastig) oder für bereits viel zu einflussreich halten.
    Jeder darf träumen... auch Tim Höttges.

    Don't waste your time or time will waste you!

    6EQUJ5

  • Es müsste einen MCC für EU geben damit ein Anbieter ein grenzüberschreitendes Netz betreiben könnte. Dazu die nötigen Regulierung die sowas erlaubt.

  • Ein Europa Anbieter muss in jedem Land vor Ort präsent sein. Die Telekom hat(te) das vor, hat aber beispielsweise in Albanien und Rumänien ihre Dependancen verkauft, weil "lohnt sich nicht".


    Die andere Idee, einen Euro-Anbieter mit einer Zentrale / Hotline in nur einem Land zu haben, mit einer Hotline die vielleicht nur noch englisch spricht, wo alle Abläufe maximal vereinfacht und nur mit KI und über App bzw. Online laufen, wo es also keine Shops vor Ort mehr gibt, würde vielleicht bei technisch affinen Kunden gut ankommen, wenn der Preis noch unschlagbar günstig wäre. Nur dafür ist die Luft längst viel zu dünn.


    Und wenn da irgendwas schief geht oder der Kunde ne Frage hat... mein Beileid.

  • Warum denn so pessimistisch? Nur weil die Telekom das bis dato nicht gebacken bekommen hat ist es doch nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt! Wenn man es ein wenig auf der Makroebene betrachtet, ist es auf dem US-Markt ja ähnlich, dort gibt es neben den großen Anbietern auch kleinere regionale Unternehmen, die eben Nischenmärkte bedienen. Alaska zB, oder im ländlichen Raum. Und doch kümmert sich T-Mobile US um Roaming, auch wenns sich vielleicht nicht rechnet.


    Mit einer guten Portion politischem Willen und der flankierenden Großhandelspreisregulierung geht da viel für Europa!

  • Internationale Anbieter gibts ja an sich genug. An dem Punkt sollte keine grundsätzliche Schwierigkeit liegen. Sie betreiben bloß bisher kein eigenes Netz. Schwieriger sind auch nur Telefondienste, wo man nicht weiß, wie lang die noch relevant sein werden.

  • Den „Abgesang“ auf Telefondienste halte ich für verfrüht. Eine Telefonnummer ist weltweit standardisiert und kann beinahe unabhängig vom eigenen Medium (POTS, GSM/3G/LTE/5G VoNR ff., VoIP usw.) erreicht werden.


    Was sind die Alternativen? SIP alleine genügt nicht, da kommen wieder Gatekeeper ins Spiel dank des absehbaren Spam-Volumens. Vielleicht erinnert man sich noch an die Anfangszeit von Sipgate und Co, da konnte man kostenfrei zwischen den entstehenden VoIP-Netzen telefonieren mittels Kurzwahlen ähnlich CbC-Netzkennungen und eigenen „Anschlussnummern“. Wurde auch nach und nach eingeschränkt.


    Und die Messenger-Front mit ihren Gatekeepern und Walled Gardens, die zwar Voice nunmehr alle mit an Bord haben, aber eben immer nur zur eigenen Kundschaft. Auch da erinnert sich jemand vielleicht noch an XMPP/„Jabber“ (nicht das Cisco-Produkt), wo man auch zwischen Netzen verbunden werden konnte (selbst Facebook hatte das mal auf dem Radar). Auch alles abgeklemmt.


    Von der Useability fangen wir nicht an wenn ich zig Apps brauche um erreichbar zu sein, jeweils in kleinen geschlossenen Gruppen. Oder halt einfach E.164 Telefonnummern ;)

  • Da der multinationale Ansatz in EU/EWR - also mit spezifischen Ländergesellschaften - in den vergangenen Jahren nicht wirklich funktioniert zu haben scheint - schließlich haben die "Großen" mehr nationale Märkte in EU/EWR verlassen als sie betreten haben

    Du darfst das aber auch nicht nur aus der Sicht der Grossen sehen,sondern wenn schon müssen alle Anbieter berücksichtigt werden.;)

    Dazu hören z.B.auch regionale Anbieter,ehrlich gesagt hätt ich diese auch fast vergessen....


    Europa =ja ,aber für alle Anbieter(klein+gross).

    Ich find das eine Video von Herrn Murtra(CEO Telefonica)unmöglich,wo er aufzählt......

    darüber kann man/darf man sich doch nicht aufregen,sondern die Anbieter müssen sich dem Wettbewerb stellen.;)

    Die Fordrung: die Politik sollte doch bitte mal endlich die Rahmenbedingungen schaffen, um diese 41 Anbieter deutlich reduzieren zu können finde ich unmöglich.

    Grossanbieterschutz ist nicht Aufgabe der Politik.

  • Die Fordrung: die Politik sollte doch bitte mal endlich die Rahmenbedingungen schaffen, um diese 41 Anbieter deutlich reduzieren zu können finde ich unmöglich.

    Da die EU es ja nicht mal schafft, sich auf eine einheitliche ( oder mehrere ) Zeitzonen für die Abschaffung der Sommerzeit zu einigen und das schon seit zig Jahren diskutieren, werde ich mit Sicherheit nicht mehr erleben, das es in Europa einen einzigen Mobilfunknetzbetreiber geben wird, weil die es niemals schaffen werden, dafür die Rahmenbedienungen zu schaffen.

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