GSM-Dämmerung - Bye Bye 2G

  • Langsam.

    Mit der Abschaltung von 2G funktionieren die "mittelalten" Autos mit 2G/3G e-Call-Modul nicht mehr. Es müsste eine Umrüstung/Nachrüstung auf ein Modul mit 4G/5G geben, Gibt es aber - soweit mir bekannt nicht.


    Also wenn der TÜV diese Autos prüft und den ecall testet , funktioniert er nicht so, wie er soll, es meldet sich keine Notrufzentrale, weil keine Verbindung zustande kommt. Die Frage ist, kann/muss der TÜV seinen Kleber verweigern? (Wobei ich unter "TÜV" auch die privaten Prüfer wie GTÜ und wie sie alle heißen, mit einbeziehe).


    Eine Antwort vom TÜV-Verband steht noch aus, ein Autohersteller meint, das das halb so wild wäre, es würde die TÜV-Plakette dadurch nicht gefährdet. Zu (un)möglichen Nachrüstungen haben sie nichts gesagt.


    Die Lösung eines gemeinsamen deutschen GSM-Netzes wurde nicht verfolgt, weil keiner den Aufwand (nationales Roaming aller drei bisherigen Anbieter) , neues Routing, Update der Hardware etc. auf sich nehmen will. Es wäre auch nur eine teure Notlösung, früher oder später ist GSM Geschichte.

    Das gemeinsame GSM-Netz hätte Low-Band-Frequenzen für 1&1 freigeschaufelt, was die etablierten Anbieter nicht so toll gefunden haben dürften. Also passierte nix.


    Eine Nachrüstlösung für ältere Autos könnte ein einfaches Smartphone oder 4G/5G-Modul sein, das fest ins Auto geschraubt und mit den Sensoren und dem Notrufknopf im Auto verbunden wird oder eigene Sensoren mitbringt. Das sollte ein lösbares und bezahlbares Problem sein, wenn man denn will (ggfs. gesetzliche Vorgaben erforderlich.) Bei entsprechenden Stückzahlen könnte das vielleicht 200-300 Euro kosten, wenn man den sonst üblichen Markenaufpreis mal weglassen würde :-)

  • Also wenn der TÜV diese Autos prüft und den ecall testet , funktioniert er nicht so, wie er soll, es meldet sich keine Notrufzentrale, weil keine Verbindung zustande kommt. Die Frage ist, kann/muss der TÜV seinen Kleber verweigern? (Wobei ich unter "TÜV" auch die privaten Prüfer wie GTÜ und wie sie alle heißen, mit einbeziehe).


    Prüft der TÜV überhaupt die Funktion bei jedem Auto was es verbaut hat. Wenn nein ist es auch egal ob es technisch geht, solange keine Fehlermeldung im Auto erscheint. Denn Akku für das System hat der TÜV schon bemängelt.


    Nachrüsten bei Autos die 2028 dann älter als 6-10 Jahre sind wird kaum einer machen wenn es mehr als 100 Euro kostet.


    Gruß

    Thomas

  • @hrgajek
    Bei der hauptuntersuchung wird doch keine Mobilfunkverbindung geprüft, abgefragt oder aufgebaut.

    Es wird nur über die OBD Schnittstelle oder über die Warnleuchte der Notruftaste wenn die Zündung eingeschaltet wird geprüft.

    Das Gerät funktioniert: TÜV Plakette da. Ob ein mobilfunknetz vorhanden ist interessiert die Prüfer nicht.

    Dann würde ja jedes Auto was bei einer Hauptuntersuchungsstelle geprüft wird, wo kein mobilfunkempfang ist, durch den TÜV fallen, so ein Schwachsinn.
    Edit:
    Das lässt mich echt nicht los, gibt es wirklich Menschen die glauben, dass ein Ingenieur bei der Hauptuntersuchung auf die Notruftaste drückt und dann mit dem Mitarbeiter der Rettungsleitstelle telefoniert um zu testen ob der ecall funktioniert?
    Es werden in Deutschland jedes Jahr über 30 Millionen Hauptuntersuchungen gemacht

  • @hrgajek
    Bei der hauptuntersuchung wird doch keine Mobilfunkverbindung geprüft, abgefragt oder aufgebaut.

    Es wird nur über die OBD Schnittstelle oder über die Warnleuchte der Notruftaste wenn die Zündung eingeschaltet wird geprüft.

    Das Gerät funktioniert: TÜV Plakette da. Ob ein mobilfunknetz vorhanden ist interessiert die PrüLfer nicht.

    Dann würde ja jedes Auto was bei einer Hauptuntersuchungsstelle geprüft wird, wo kein mobilfunkempfang ist, durch den TÜV fallen, so ein Schwachsinn.
    Edit:
    Das lässt mich echt nicht los, gibt es wirklich Menschen die glauben, dass ein Ingenieur bei der Hauptuntersuchung auf die Notruftaste drückt und dann mit dem Mitarbeiter der Rettungsleitstelle telefoniert um zu testen ob der ecall funktioniert?
    Es werden in Deutschland jedes Jahr über 30 Millionen Hauptuntersuchungen gemacht

    Malen wir mal den Teufel an die Wand: Irgendein Mensch oder eine Organisation klagt deswegen. Dann haben wir den Salat.
    Er könnte auf Weiterbetrieb von GSM klagen oder auf Nachrüstpflicht für die betroffenen Autos.
    Für Lieferanten von Zubehör könnte das eine Marktlücke sein.

  • Je nach Standort und Auslastung bekommt man hier und da noch ein paar Kbits bei einem Ping jenseits von Gut und Böse. Aber es gibt auch genügend Orte da fließen gar keine Daten mehr und man bekommt irgendwann ein Time Out.

    EDGE schwächelt nur bei Vodafone hin und wieder mal. Dort, wo LTE Abdeckung vorhanden ist, läuft es per o2 und der Telekom ziemlich gut. WhatsApp Nachrichten gehen flott raus, man ist nicht offline oder im timeout - bei kleinen Foren wie hier mit wenig Daten.

  • Im Mobilfunk-Monitoring wird übrigens bei GSM zwar keine Mindestdatenrate verlangt, aber der nötige Pegel ist -103 dBm, während er sonst bei -109 dBm liegt (und bei -120 dBm für LTE bei 5G NSA).

  • Man könnte auch sagen, prüft einer den Verkehrsfunk am Radio? Wäre der nicht auch Sicherheitsrelevant? Theoretisch haben wir ja sogar DAB+/UKW Pflicht. Das muss im der EU mit dabei sein und kann nicht als kostenpflichtige Aufpreisoption geltend gemacht werden.

    o2 Kunde seit 2007.

  • In meinem Fall geht es konkret um ein Wiko Harry (Ende 2017 bis 2019 auf dem Markt; Android 7.0). Mir ist eine Meldung von einem kleinen Schweizer Anbieter bekannt, dass er VoLTE u.A. dafür freigeschaltet hat (find ich aber grad nicht mehr). ...


    Generell ist es halt bei Geräten aus dieser Zeit so, dass Updates häufig inexistent waren. Ich weiß nicht, wie viel Verantwortung man den beiden Seiten jeweils zuschieben muss, aber jedenfalls ist praktisch von der Herstellerseite nichts zu erwarten. Nach meinen Recherchen scheint es auch völlig normal zu sein, dass bei Android-Versionen in der Größenordnung VoLTE zwar im Prinzip meistens, aber in der Praxis selten funktioniert, weil es eben künstlich unterbunden wird.

    Problem ist vor allem dass die Geräte um die Zeit eine sehr kurze Lebenszeit hatten, auch viele Hersteller sind schon pleite oder haben die Entwicklung eingestellt. Man kann bei manchen noch per Root nachhelfen, aber nicht alle lassen sich rooten. Es handelt sich um ein paar Zeilen im Code um die Geräte VoLTE-fähig für einen bestimmten Provider zu machen, aber diese Zeilen haben nie den Weg ins Firmware gefunden.


    Anders würde aussehen, wenn es gesetzliche Bestimmungen gibt, dass nur Geräte verkauft werden dürfen wo VoLTE drauf ist, so wie jetzt mit den USB-C Ladebuchsen der Fall ist. Kommt so etwas? In den USA ist es glaube ich schon lange so, dass nur VoLTE-fähigen Geräten verkauft werden dürfen.

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